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Darmkrebszentrum

Kompetenzen gebündelt gegen den Darmkrebs

07.01.2009 | 18:43 Uhr

Das Evangelische Krankenhaus und das katholische St. Marien-Hospital arbeiten mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten zusammen, um Krebs-Patienten optimal behandeln zu können

Bisher gab es nur im Osten des Ruhrgebietes ein kooperatives Darmkrebszentrum, also ein Klinikverbund, der sich der optimalen Behandlung von Krebspatienten verschrieben hat. Jetzt ist auch das kooperative Darmkrebszentrum Mülheim (DZM) im Westen zertifiziert. Was bedeutet, dass ein unabhängiges Institut der Deutschen Krebsgesellschaft dem DZM eine hohe Behandlungsqualität bescheinigt hat.

Experten aus beiden Mülheimer Krankenhäusern, darunter Chirurgen, Radiologen, Gastroenterologen, Onkologen arbeiten mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten zusammen, um Darmkrebspatienten von der Diagnose über die Therapie bis zur Nachbehandlung wohnortnah zu behandeln. Psychologen, Physiotherapeuten sind ebenso wie die Pflege- und Sozialberatung und die Selbsthilfegruppen mit im Boot, um Betroffenen der bösartigen Erkrankung und Angehörigen in der belastenden Situation zur Seite zu stehen. Das ist etwas Besonderes, weil sich viele Kliniken, die ein Darmkrebszentrum werden wollen, lieber für einen Alleingang als eine Zusammenarbeit entscheiden.

In einer wöchentlichen Konferenz berät sich ein Kreis der Mediziner aus beiden Krankenhäusern und den niedergelassenen Arztpraxen über jeden einzelnen Patienten. Dort, in der Tumorkonferenz, laufen alle Fäden, alle Daten zusammen, dort wird die optimale Therapie abgestimmt: „Das muss nicht immer sofort die Operation sein,” erläutert der Chirurg Prof. Dr. Heinz-Jochen Gassel. „Viele Patienten werden zunächst mit einer Strahlentherapie behandelt.” Gassel, Chefarzt im EKM, ist der Zentrumskoordinator. Da beide Krankenhäuser im DZM unter einem Dach arbeiten, kann sich ein Patient in jeder der beiden Kliniken gleichermaßen gut aufgehoben fühlen, betont Gassel. In der Nachsorge sind dann wieder vor allem die Hausärzte in Zusammenarbeit mit den Fachärzten am Zug.

„Ohne die Niedergelassenen funktioniert das Ganze nicht,” betont auch Chefarzt Dr. Karl-Hermann Kipfmüller, der im St. Marien-Hospital die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie leitet und in den elf Jahren seiner Tätigkeit in Mülheim eine hohe Zunahme an Darm-OPs beobachtet hat. Darmkrebserkrankungen werden meist vom niedergelassenen Arzt entdeckt, der auch die Vorsorgeuntersuchung, die Koloskopie oder Darmspiegelung, durchführt.

Jeder, der 55 Jahre alt ist, bekommt die Vorsorgeuntersuchung von seiner Krankenkasse bezahlt. Dr. Dirk Tittgen führt in seiner Gastroenterologischen Schwerpunktpraxis etwa 1200 Darmspiegelungen pro Jahr durch, weiß aber, dass nur etwa 8 % der Berechtigten die Untersuchung überhaupt wahrnehmen. Dabei ist Darmkrebs das zweithäufigste Krebsleiden, jährlich erkranken hierzulande 75 000 Menschen neu daran. „Die Erkrankung muss nicht zum Tode führen, wenn man sie rechtzeitig erkennt,” appelliert Tittgen.

Bettina KUTZNER



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