Vor 65 Jahren fiel Bombe auf ein Haus in der Färbergasse
18.03.2010 | 17:58 Uhr 2010-03-18T17:58:00+0100Menden. Kurz vor Kriegsende, am 19. März 1945, traf eine Bombe das Haus in der Färbergasse 4. Nichts als Schutt und Asche blieben übrig. Nur eine Handvoll Krippenfiguren konnte Gerhard Kickermann aus den Trümmern retten.
Der heute 74-Jährige erinnert sich noch ganz genau an jenen Montag vor 65 Jahren. Gegen 15 Uhr nachmittags müsse die Bombe in der Färbergasse eingeschlagen haben. Als der Sirenenalarm heulte, war die Familie in den Keller des Nachbarn Quinke geeilt. Eine große Erschütterung ließ die Schutzsuchenden dort kurze Zeit später zusammenfahren. Gerhard Kickermann erinnert sich:
„Wo einst unser Haus gestanden hat, war nur noch ein großer Schutthaufen. Die Nachbarhäuser sind eigenartigerweise verschont geblieben. Wir konnten nichts mehr retten, was man für den täglichen Gebrauch benötigte. Nur eine Handvoll Krippenfiguren, die habe ich bis heute noch.
Wir, das waren meine Mutter, eine Tante und mein älterer Bruder, sind ein paar Minuten vorher ins Nebenhaus, bei Familie Quinke, in den Keller gegangen. Der war mit vielen dicken Pfosten abgestützt. Mein Vater hatte noch 1944 einen Stellungsbefehl bekommen und wurde eingezogen.
Die ersten Tage nach dem Angriff sind wir dann bei Bekannten in der Vinzenzstraße untergekommen. Durch die Stadtverwaltung bekamen wir später eine Wohnung Am Hahnenbusch zugewiesen. Ende 1945 kam mein Vater aus der Gefangenschaft zurück und hat dann 1948 selbst am Hahnenbusch, auf einem uns von der Stadt zugewiesenen Grundstück, ein Haus errichtet.
Ich meine mich erinnern zu können, dass auch am gleichen Tag mehrere Bomben in der Mendener Oberstadt gefallen sind und mehrere Tote zu beklagen waren. Auf Nachfrage sind im Stadtarchiv Menden von der Bombardierung unseres Hauses in der Färbergasse keine Unterlagen vorhanden.
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