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Schneemänner protestieren gegen A46

07.01.2010 | 18:05 Uhr
Schneemänner protestieren gegen A46

Menden. Einen kreativen Widerstand gegen die A46-Pläne hatten die Autobahngegner angekündigt — und damit legen sie am kommenden Samstag los. Passend zum angekündigten Neuschnee lädt die GigA 46 (Gruppeninitiaitve gegen die Autobahn 46) zum Schneemann-Bauen auf der A46-Trasse am Spitthof ein.

„Wir wollen an einer der markantesten und bei Spaziergängern beliebtesten Stellen in Menden eine ganze Reihe von Schneemännern bauen, die sich mit Schildern gegen den Bau der A46 aussprechen”, erklären Ingrid Ketzscher, Claudia Mölle und Stefan Neuhaus von der GigA 46.

Die Autobahngegner der GigA 46 kündigten im Sommer kreative Protestaktionen gegen den Autobahnbau an. Foto: Martina Dinslage

„Wenn die Autobahn kommt, wird nicht nur Schneeman-Bauen dort nicht mehr möglich sein.” Mohrrüben, Mützen und Schilder für die Schneemänner sowie Glühwein für die Schöpfer” werden am Samstag zur Verfügung gestellt, dürfen aber auch noch mitgebracht werden. Wer mitbauen will, ist herzlich eingeladen.Treffpunkt ist um 13.30 Uhr an der Zufahrt zum Spitthof, Nähe Hexenteich (von Menden aus kommend auf den Oesberner Weg fahren oder gehen, die Zufahrt liegt etwa 100 Meter hinter der Friedhofs-Zufahrt Limberg auf der rechten Seite).

Kritik an Verkehrsprognose

Die Aktion kurz nach Jahresbeginn hat ihren Grund: Der Landesstraßenbaubetrieb Straßen.NRW treibt die Autobahnplanung mit Hochdruck voran. Bereits im Frühjahr soll die Bürgerbeteiligung laufen, die für den Start des Planfeststellungsverfahrens notwendig ist.

Dass die Stadt Menden die Rohfassung der Umweltverträglichkeitsstudie kritisch sieht, kommt den Autobahngegnern nicht ungelegen. Ende November hatte Thomas Höddinghaus, seinerzeit Fachbereichsleiter Umwelt/Planen/Bauen und damit zuständig für die A46-Planung, auf sachliche Fehler der Studie aufmerksam gemacht. So tauchen die Deichanlage am „Sauren Kamp”, die Neubauten von Aldi, Lidl, Kress und HJS sowie der Anschluss des Bessemer Weges an die Westtangente in der Studie nicht auf, obwohl sie teils schon vor sechs Jahren realisiert wurden.

Weitere Erklärungen gefordert

In seiner Stellungnahme bezeichnet Höddinghaus zudem die prognostizierten Verkehrsentlastungen durch die A46 zum Teil als „schwer nachvollziehbar”. Beispielsweise soll laut Studie der Verkehr in den Bereichen Iserlohner Landstraße und Schwitterknapp auf der B7 durch den A46-Weiterbau um mehr als 80 Prozent sinken. Für das gesamte Mendener Stadtgebiet nördlich der A46 sagt die Umweltverträglichkeitsstudie ebenfalls eine Entlastung vor. Begründet werde diese Annahme aber nicht, bemängelt Höddinghaus, und regt eine Erklärung an, wohin sich der Verkehr denn verlagern werde: „Eine Abnahme des Gesamtverkehrs ist durch die A46 nicht zu erwarten”, fügt er hinzu.

Thomas Höddinghaus verweist auf die ältere Verkehrsuntersuchung des Verkehrsentwicklungsplanes für Hemer, Menden, Iserlohn von 2003. Die damaligen Prognosen zur Wirkung der A46 seien „deutlich näher an der Realität” als das Modell der Umweltverträglichkeitsstudie, stellt er fest, und spricht von „massiven Abweichungen”, die begründet werden müssten.

Thorsten Bottin

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Kommentare
18.04.2010
03:34
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von Zauberschule | #21

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18.04.2010
03:21
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von Zauberschule | #20

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18.04.2010
03:18
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von Zauberschule. | #19

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09.01.2010
20:08
Schneemänner protestieren gegen A46
von marwang | #18

#11 taffy11( ehemals brasseur) ist doch schön wer andere mit hohkopf bezeichnet muß selbst der größte sein

09.01.2010
11:48
Schneemänner protestieren gegen A46
von fraxinus | #17

@ #15
In Afghanistan gibt es auch (vermutlich) Nachholbedarf beim Straßenbau, bei uns ist das Straßen- und Autobahnnetz spätestens seit der Jahrtausendwende dicht genug.Ende der 1990e
Besonders Menden liegt günstig zum Dreieck aus A46, A45, A44 und A445. Außerdem haben wir noch B7, B515 und B233 als FeEnde der 1990ernstraßen auf unserem Stadtgebiet. Mehr brauchen wir nicht. Was wir aber erhalten müssen, ist die wertvolle Natur und Landschaft, die nach der Zerschneidung arg beschädigt wird. Für die gibt es in der Nähe keinen Ersatz; zubetoniert ist zubetoniert. Neue Straßen dagegen kann man durch eine andere Verkehrspolitik ersetzen.

Was ist denn Schlimmes in den über 30 Jahren ohne A46 passiert? Ist Menden entvölkert oder gibt es jährlich stärkere Hungersnöte bei uns? Ist die A46-Lücke schuld an der Wirtschafts- und Finanzkrise....?

09.01.2010
08:49
Schneemänner protestieren gegen A46
von ichhier | #16

@13
1999 gab es 508 KFZ / 1000EW
2009 gab es 603 KFZ / 1000EW (quelle.kba.de)
Die Autos werden also gekauft und gefahren weil mehr Straßen gebaut wurden?
Wie kommen Sie zu dieser Erkenntnis, wo ist das belegt?

09.01.2010
06:53
Schneemänner protestieren gegen A46
von m4711 | #15

In Afghanistan wird ne Autobahn schneller gebaut als in Deutschland! Wir haben hier DDR Verhältnisse... Die haben 20 Jahre auf n Auto gewartet, wir warten schon seid über 30 Jahren auf ne Autobahn...

09.01.2010
00:28
Schneemänner protestieren gegen A46
von Ruhrik | #14

Wer die Presse verfolgt, hat sicher schon festgestellt, dass neben Menden jetzt auch die Kommunalpolitik in Wickede aufmerksam geworden ist. Es wird wohl sehr peinliche Fragen nach den Absurditäten im Umweltverträglichkeits-Gutachten geben. Die Betonfront bröckelt immer schneller.

09.01.2010
00:26
Schneemänner protestieren gegen A46
von Ruhrik | #13

Jeder lesende Mensch weiß seit Jahrzehnten, dass neue Straßen einfach nur mehr und neuen Verkehr erzeugen.
Die Folgen des Lückenschlusses für Menden wären vor allem ein harter Absturz der Immobilienpreise und Verluste an Bevölkerung, die den demographischen Wandel noch erheblich beschleunigen werden, der in Menden jetzt schon begonnen hat.
Der Verlust an Lebensqualität wäre mit Geld kaum zu beziffern.

08.01.2010
21:02
Schneemänner protestieren gegen A46
von fraxinus | #12

@ # 1 und # 8
Eine solche fantasievolle Aktion in der Natur vor Ort auf der geplanten Trasse ist auf jeden Fall besser als Forderungen der Autobahnbefürworter aus den Unternehmenschefsesseln oder von hinter der Windschutzscheibe nach Aussetzen von (demokratischen) Mitwirkungsrechten, die sie zur Durchsetzung des Autobahnbaus im letzten Herbst erhoben.

@ #7
Warum verschuldet sich Menden ohne Autobahn?
Zzt. stehen viele Städte mit - teils mehreren - Autobahnanschlüssen wirtschaftlich und im Stadtsäckel nicht besser oder sogar schlechter da als Menden, z. B. Hagen, Gelsenkirchen, Wuppertal u. a.

Straßenbau und -unterhalt produzieren auch Kosten und Schulden.
Der Bund sollte das Geld für die A46 einsparen und in vernünftige Alternativen stecken sowie den darbenden Kommunen für städtebauliche Maßnahmen Fördermittel bereitstellen.

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