Schneemänner gebaut als Protest gegen A46-Lückenschluss
11.01.2010 | 09:00 Uhr 2010-01-11T09:00:00+0100
Menden. Einen solch kreativen Widerstand gibt es selten: Am Samstag versammelte sich die Gruppeninitiative gegen die Autobahn 46 (GigA 46) am Spitthoff oberhalb des Hexenteiches, um ihrem Unmut über den Weiterbau der Verkehrsverbindung durch die Hönnestadt in künstlerischer Art Luft zu verschaffen.
Schon im vergangenen Sommer kündigten die Mendener A 46-Gegner einfallsreiche Proteste gegen den Lückenschluss zwischen Iserlohn und Arnsberg/Neheim-Hüsten an, bei dem auch eine Trasse durch Menden geplant ist. Am Samstag sorgte der erste Widerstand im neuen Jahr für Aufsehen. Kleine Schneemänner mit Schildern symbolisierten den Protest der naturverbundenen Widersacher.
Schnee pappte nicht gut
Die besten Vorraussetzungen für das Bauen der außergewöhnlichen Schneefiguren herrschten trotz des winterlichen Wetters nicht. „Leider pappt der Neuschnee heute nicht richtig”, berichtete Claudia Mölle von der Initiative. So ließ sich die Gruppe rund um die Organisatoren Claudia Mölle, Ingrid Ketzscher und Stefan Neuhaus spontan etwas ganz Besonderes einfallen: Mit ihren Körpern formten sie auf dem großen Feld die Worte „Stopp A 46” und legten sich dabei bei Minusgraden für ein paar Sekunden tapfer in den eiskalten Schnee. Schlitten, Skier, Schals und auch Hunde halfen dabei, die Worte des Protestes zu komplettieren.
Natur würde leiden
„Wir wollen nicht einfach zusehen, wie hier ein Naherholungsgebiet zerstört wird”, äußerte sich Claudia Mölle am Samstag aufgebracht. Nicht umsonst trafen sich zahlreiche Widersacher an der bei den Mendener Spaziergängern äußerst beliebten Stelle kurz hinter dem Friedhof Limberg. Die Natur würde durch den Weiterbau besonders an dieser Stelle extrem leiden, meint Stefan Neuhaus. Geplant ist vom Landesstraßenbaubetrieb Straßen.NRW entweder eine Brücke über die Hönnetalbahn, die Hönne und die Balver Straße bis zum Limberg mit einem anschließenden Tunnel zwischen dem Waldfriedhof und dem Rauherfeld oder ein Tunnel unter der Hönnetalbahn und der Balver Straße bis zum Naturschutzzentrum Arche Noah mit anschließender oberirdischer Straße zwischen dem Friedhof und dem Limbergbachtal. „Beide Varianten stellen für uns keine Alternativen dar”, betonte Stefan Neuhaus.
Ressourcen vor Ort erhalten
Die Umweltschützer setzten mit ihrer bunten Idee am Samstag ein markantes Zeichen. „Wir wollen diese tollen Ressourcen hier vor Ort erhalten”, erklärte Claudia Mölle ihr Motiv für die Proteste. Besonders viele Kinder waren Teil der kreativen Demonstrationen, auch kleine Protestler der Mendener Zauberschule samt Leiterin Christina Katirzoglu sprachen sich gegen den Weiterbau aus.
Bürgerinformation
Die nächsten Aktionen der GigA 46 stehen bereits in den Startlöchern. Für Freitag, 22. Januar, laden die Gegner zur Bürgerinformation um 19.30 Uhr in den Bürgersaal ein, um über die möglichen Risiken und Folgen für die Umwelt aufzuklären. Weitere Veranstaltungen sind geplant.
06:49
Offensichtlich wissen die Kinder in Menden die Natur zu schätzen. Das sie sich darüber hinaus auch engagieren macht sie besonders sympathisch. Respekt! Bleibt nur zu hoffen, dass sie und die Giga A 46 viele andere Mendener überzeugen können. Immer mehr Menschen denken ernsthaft über das Thema nach und sind erfreulicherweise gegen die Autobahn!