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Protest

Menschenkette gegen Bahnhof-Abriss

21.03.2010 | 20:00 Uhr
Menschenkette gegen Bahnhof-Abriss

Menden. Mit einer menschlichen Mauer wollte die Bürgerinitiative zum Erhalt des Bahnhofs bei einer Protestaktion am Samstag das Gebäude vor dem geplanten Abriss symbolisch schützen. Der Plan ging auf. Die 120 Teilnehmer schafften eine lückenlose Kette. Doch es gab auch eine Gegen-Demonstration.

„Die Verwaltung hat jahrelang geschlafen und den Bahnhof absichtlich kaputt gehen lassen. Wir lassen uns unsere Stadt von Politikern aber nicht zerstören”, so die Organisatorin Anette Echt-Leclaire. Mit ihren Mitstreitern hatte sie bunte Luftballons und Schilder („Haus für Haus stirbt dein Zuhause”) verteilt.

"Nicht baufällig"

„Der Bahnhof ist für jede Stadt ein Identifikationspunkt. Zusammen mit der Vincenz-Kirche bildet er hier in Menden eine sehr schöne Achse. Ein Parkplatz kann keine Lösung sein”, glaubt die Initiatorin. Ein Gutachter habe feststellen können, dass das Gebäude nicht baufällig sei und saniert werden könne.

Gegen-Demonstration: Die Schüler protestierten für den Abriss, Polizist Dietmar Berendens verwies sie des Geländes. Foto: Marcel Näpel

„Die Politik hat in der Vergangenheit auf auswärtige Investoren gesetzt”, erklärte Echt-Leclaire. „Das ist der falsche Weg. Wir Bürger müssen aktiv werden.” Eine Chance sieht sie darin, dass der Abriss verschoben wurde. Außerdem handele es sich bei dem Bahnhofsgebäude, anders als in vielen Städten, um Privateigentum. „Das könnte Verhandlungen erleichtern.”

Bürgerverein

Eine Idee, wie die Bürger die Sache in die Hand nehmen können, kam von Sabine Teubner-Treese, die seit langem im Denkmalschutz arbeitet. „Wir können uns an das Förderprogramm 'Initiative ergreifen' des Landes NRW wenden. Dort werden Projekte zur Stadterneuerung bis zu 80 Prozent finanziert.” Dazu soll nun ein Bürgerverein gegründet werden. „Wir haben einen Bürgerantrag an den Rat gestellt, man hat uns aber ignoriert. Das ist ein Schlag ins Gesicht”.

„Hässlicher als Fußpilz”

Aber auch Abriss-Befürworter waren dabei: Unvermittelt unterbrach ein gutes Dutzend Jugendlicher die Diskussion. Plakate mit der Aufschrift „Hässlicher als Fußpilz” und die Parole „Reißt den Bahnhof ab” zeigten eindeutig ihre Meinung. Maximilian Gerdes, der täglich mit dem Zug nach Menden fährt, ist sich sicher: „Besser ein Parkplatz als dieser Schandfleck. Für uns Schüler ist der Bahnhof unzumutbar.” Die Polizei verwies die Jugendlichen des Bahnhofsplatzes, die Bahnhofsbefürworter begrüßten ihr Auftreten jedoch. „Die Jugendlichen haben ihre Hilfslosigkeit gezeigt, sie wissen nicht, was sie machen können”, sagte Sabine Teubner-Treese. „Weil keiner was mit dem Bahnhof macht, sehen sie nur das Schlechte. Jemand muss ihnen sagen, dass auch etwas Schönes an ihm ist.”

Dialog mit Jugendlichen

Ideen sollen auch mit den Jugendlichen besprochen werden, Telefonnummern wurden ausgetauscht. Maximilian Gerdes hat auch nichts gegen eine Restaurierung. „Wichtig ist mir nur, dass die Arbeiten schnell anfangen. Denn eins will ich nicht: Dass wir weiter mit dem Schandfleck leben müssen.”

Menschenkette gegen Bahnhof-Abriss

Tobias Tigges un Marcel Näpel (Fotos)

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Kommentare
24.03.2010
10:43
Menschenkette gegen Bahnhof-Abriss
von marwang | #25

#23 es gibt genug bescheuerte ,die glauben hemer braucht die bahnstrecke nach menden für ein paar träumer

23.03.2010
17:48
Menschenkette gegen Bahnhof-Abriss
von osis | #24

ICh denke die Sorge, dass Bahnreisende zur LGS in Menden vorbeikommen ist unbegründet. So bescheuert ist kein normaler Mensch, dass er eine LGS ohne Bahnhof mit Bahn erreichen will.

Also die Hektik ist dann auch albern. Die paar Sonderzüge werden vermutlich diese Problem einfach ignorieren, das sind sowieso Bahnliebhaber.
Und um das schlchte Image von Menden brauchen wir uns keine Sorgen machen, der Bahnhof macht den Braten anch den Skandalen nicht mehr fett. Also können wir auch in Ruhe planen, bzw überhaupt erstmal planen...

23.03.2010
13:33
Menschenkette gegen Bahnhof-Abriss
von gambler1 | #23

Zitat von osis,#15

Wenn es möglich ist einen funktionierenden Bahnhof zu entwickeln

Wie denn, da spielt doch die DB überhaupt nicht mit! Die will doch nur eines, schnell die Güterwagen zum Kalkwerk und zurück bringen, oder sogar die >Strecke stillegen ( wie die Strecke nach Hemer) ! !
Alles andere interessiert die DB doch nicht, sonst hätten die doch schon lange darum gekümmert, das der Bahnhof Menden ein Bahnhof bleibt und nicht zur Ruine wird!

Was soll ein Bahnhof ohne Personen-Bahnbetrieb?

23.03.2010
00:58
Menschenkette gegen Bahnhof-Abriss
von etteette | #22

Nachtrag zu C) wichtig dabei auch die DB oder die Firma, die gerade die Trasse managt
zu D) nachhaltiges Nutzungskonzept ist nötig, da die Stadt nachhaltig kein Geld für solche Späße haben wird ...

23.03.2010
00:54
Menschenkette gegen Bahnhof-Abriss
von etteette | #21

Es ist natürlich immer die Frage, ob der Zeitgeist der richtige Berater ist. Wäre eine Bebauung à la Breuer doch besser gewesen, oder ein totaler Abriss, wie jetzt eigentlich beschlossen?
Es gibt immer für und wider – irgendwann muss man sich auch mal entschließen …

Aus meiner Sicht ist der Bahnhof schon seit Jahren ein Schandfleck. Wie ich schon früher ausführte, haben die Gebäude schon vor über 40 Jahren einen unfreundlich düsteren Eindruck bei mir hinterlassen und im Verlaufe des Rückzuges der DB hat der stetige Verfall dem Ganzen seinen Rest gegeben. Ich würde es also eher gestern als heute abreissen (lassen).

In letzter Zeit haben ja schon andere medienwirksam auf sich aufmerksam gemacht und irgendwelche ins Blaue gesprochene Visionen zur Umgestaltung des Bahnhofes in die Welt gesetzt, wohl möglicherweise eine Kommunalwahl damit beeinflusst, aber letztendlich nichts bewirkt oder gar bewirken wollen, als den einmaligen Schaueffekt.
Andererseits gab und gibt es hin und wieder Bürgeninitiativen, die auch richtig was umsetzen – man soll ja den Glauben an das Gute nicht verlieren.

Vor gefühlten Lichtjahren hat Herr Älbert selbst, nach seinem Tod seine Erbengemeinschaft, vergeblich versucht, das Bahnhofsgelände über ein Großprojekt zu vermarkten und einer neuen weltbewegenden Nutzung zuzuführen – wie man sieht, ohne Erfolg, was auch immer der Grund war.
In dieser langen Zeit hätten sich schon etliche BI gründen können, um den historischen und vermeintlich erhaltenswerten Bahnhof aus den Projektplanungen herauszulösen und „etwas daraus zu machen“ – die Damen und Herren hätten nicht bis kurz vor 12 warten müssen….

Wenn vom erhaltenswerten Bahnhof die Rede ist, ist doch sicher nur das reine Bahnhofsgebäude gemeint, nicht der neuere Bau daneben und die marodierende Güterabfertigung?

Wenn das korrekt ist, dann hätte ich folgenden Vorschlag:

sofortiger Abriss von Güterschuppen und dem Gebäude rechts vom Bahnhof und Anlage von Parkplätzen in der gewollten Art – teils mit, teils ohne Bewirtschaftung oder mit Dauerkarten für Dauerparker ...

gebt der BI maximal 1 Jahr (was ist schon 1 Jahr in dem jahrelangen Gerangel um den Bahnhof, was kann schon an dem maroden Gebäude in 1 Jahr noch zusätzlich kaputt gehen, was nicht schon kaputt wäre?) – also geht der BI 1 Jahr zuzüglich 3 Monate für Vereinsgründung und Mitgliederfindung, also insgesamt z.B. Zeit bis längstens 30.06.2011,
um bis dahin
A)
Eine Verbindliche Kostenplanung von Architekten, Statikern und Baufachfirmen zu bekommen, die eine komplette Fertigstellung des Objektes beinhalten und eine dauerhafte, nicht zu überziehende Kostenkalkulation ermöglichen

B)
das nötige Geld
1. für Grundstückserwerb samt Gebäude einschl. einiger Parkflächen oder für Erwerb eines Erbbaurechts mit z.B. 50 Jahren Laufzeit einschl. aller Nebenkosten wie Notar, Vermessung, Grundbuch + Kataster usw.sowie sämtlicher nötiger Versicherungen
2. sowie für die Sanierung und Instandsetzung des Gebäudes
zusammenzubekommen,
bei Fördermitteln mit unwiderruflicher Zusage zur Zahlung oder besser das Geld hinterlegt auf Notaranderkonto/Treuhandkonto bis zu dessen Einsatz innerhalb der Bauphase
und
3. für die zukünftige Unterhaltung ein Geldpolster – vorhanden oder über Mitgliedsbeiträge und Spenden fest einkalkulierbar –

bzw. zu 2. und 3. zugesagte realisierbare Eigenleistungen, möglicherweise auf ähnlicher Basis wie beim Schmarotzerhaus (?)

C)
alle nötigen behördlichen und sonstigen Auflagen erfüllt sind

D)
Ein realisierbares Nutzungskonzept vorgelegt wird – das Gebäude muss mit Leben gefüllt und durch Vermietung die Unterhaltung des Gebäudes sichergestellt werden, es braucht Ankermieter, dauerhafte Mieter, keine „Eintagsfliegen“ – möglicherweise wird dieser Punkt der kritischste sein …

Wenn die BI diese Voraussetzungen schafft, dann soll sie sich an die Arbeit machen.
Das Ganze sollte in einem Vertrag festgehalten sein, der auch unwiderruflich nach dem 30.06.2011 den Abrissbagger vorsieht, wenn die Punkte nicht abgearbeitet und nachgewiesen sind

Unter diesen Voraussetzungen könnte man die Sache ein letztes Mal angehen.
Dann muss aber Ende sein, wie gesagt, einmal muss man sich mal entscheiden.

22.03.2010
23:48
Menschenkette gegen Bahnhof-Abriss
von SSt | #20

Was auch immer passiert, der Bahnhof wird wohl als erstes von selbst zusammenfallen. Die nächsten 20 Jahre wird jetzt nämlich erstmal wieder dadrüber diskutiert, wie der (restaurierte) Bahnhof genutzt werden kann. Spielhalle? Nö. Einkaufsladen? Nö. Ärztehaus? Nö. Dieses? Nö. Das vielleicht? Nö. Gegen irgendwas wird immer jemand was gegen haben, egal was es ist...... und die neverending story vom Bahnhof Menden geht weiter...

22.03.2010
23:36
Blockierter Kommentar.
von Moderation | #19

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.03.2010
22:49
Menschenkette gegen Bahnhof-Abriss
von von Peter | #18

Na,der Bürgermeister Herr Fleige in Menden schämt sich,wenn die Sonderzüge nach Hemer zur Landesgartenschau fahren und in Menden halten werden ! Wenn die Fahrgäste das sehen wie es hier aussieht. Der Bahnhof muß bleiben und unter Denkmalschutz gestellt werden. Denn wenn der einmal weg ist passiert nix mehr nur Parkplätze !

22.03.2010
21:57
Menschenkette gegen Bahnhof-Abriss
von Ruhrik | #17

@16
Endlich kann ich Ihnen mal zustimmen: Gut dass Sie kein Mendener sind!

22.03.2010
20:04
Menschenkette gegen Bahnhof-Abriss
von marwang | #16

gut dass ich kein mendener bin ,so typen wie OSIS
verherlichen so eine bruchbude ,nur klugscheißer mehr nicht aber davon hat menden ja genug
viele ilen viel stroh

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