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Auf dem Dach wird Mendens Rathaus-Honig produziert

17.08.2012 | 11:00 Uhr
Auf dem Dach wird Mendens Rathaus-Honig produziert
Bienenvölker von Robin Folgnandt auf dem Mendener Rathausdach.Foto: Martina Dinslage

Menden.   Die Sonne scheint, die Bienen summen idyllisch. Nur die grünen Wiesen sucht man vergeblich, wenn man Imker Robin Folgnandt bei der Arbeit besucht. Stattdessen bekommt man eine grandiose Aussicht auf die Vincenzkirche geboten. Denn die zwei Bienenvölker des 18-Jährigen stehen auf dem Rathausdach mitten in Menden.

Schon früh hat Robin Folgnandt mit dem Imkern angefangen, damals war er 13 Jahre alt. Die zwei Bienenvölker auf dem Rathaus sind sein neues Projekt. Die Bienenzucht in Innenstädten ist ein Trend, der sich zurzeit international durchsetzt, so genanntes „Urban Beekeeping“ (Urbanes Imkern). „Das Bild des Imkers ist im Wandel, es sind nicht mehr nur alte Männer mit Hut und Pfeife“, meint der Mendener Schüler. Eine extra Bienenpfeife hat der 18-Jährige zwar auch im Mund, aber ansonsten will er neue Akzente setzen.

„Bienen machen die Städte interessanter“, sagt Folgnandt und nennt als Beispiel Berlin. Das Projekt „Berlin summt“ hat dafür gesorgt, dass inzwischen sogar auf dem Reichstag Bienenkästen stehen. Und was in Berlin klappt, das geht in Menden schon lange, hat sich der Jung-Imker gedacht. Eine Facebook-Nachricht an Bürgermeister Volker Fleige, und schon nahm die Idee Gestalt an.

Angst vor Bienenstichen unbegründet

Volker Fleige leitete die Anfrage an Ulrike Schriever, Leiterin des Immobilien-Service (ISM) weiter, und zusammen suchte sie mit Robin Folgnandt einen geeigneten Platz. Die Wahl fiel auf das neue Rathaus. Volker Fleige freut sich über das Ergebnis: „Wenn aus der Bevölkerung eine gute Idee kommt und es umsetzbar ist, dann machen wir es auch. Und das war eine Bomben-Idee.“ Die Sorge, dass die Rathausmitarbeiter nun Angst vor Bienenstichen haben müssen, räumte Robin Folgnandt direkt aus dem Weg.

„Das sind Bienen und keine Wespen“, erklärte der 18-Jährige auch mit Blick auf Menden à la Carte. „Wespen sind Fleischfresser und gehen überall dran. Bienen interessieren sich überhaupt nicht für Menschen.“ Außerdem habe er sich für eine besonders friedfertige Rasse entschieden, die so genannte Buckfast-Biene. Und diese Rasse, benannt nach einem englischen Mönch, sei nicht nur besonders friedlich, sondern auch besonders sammelfreudig.

Honig soll nächstes Jahr im Bürgercenter verkauft werden

Wenn Robin Folgnandt über das Imkern spricht, wirkt er völlig sicher. Er weiß, was auf ihn zukommt, wenn es im nächsten Jahr mit der Honigproduktion losgeht. Es wird ein straffes Programm für den Schüler: Im April beginnt die Schwarmzeit, dann erwachen die Bienen aus ihrem Winterschlaf. „Dann muss man einmal in der Woche nachgucken, um die Brut, das Futter und die Honigräume zu überprüfen“, erklärt der 18-Jährige. „Den ersten Honig, die Frühtracht, kann man dann im Mai abschleudern.“

Der Honig soll wahrscheinlich nächstes Jahr im Bürgercenter der Stadt verkauft werden. Robin Folgnandt rechnet mit 80 Kilogramm Honig pro Bienenvolk – das wären 160 Kilogramm, also 600 Gläser insgesamt im ganzen Jahr. „In den Städten gibt es interessantere und vielseitigere Tracht“, verspricht der Jung-Imker. Obstbäume, Weiden an der Hönne, Linden im Herbst – Futter gibt es in Menden genug.

Laura Millmann



Kommentare
18.08.2012
13:53
Auf dem Dach wird Mendens Rathaus-Honig produziert
von foxtrott | #1

Und vor allem dürfte der städtische Honig mittlerweile pestizidfreier als der Honig vom Land sein...

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