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Museumstag

Zwischen Puppenstube und Schnippelbohnen

17.05.2010 | 18:06 Uhr

Lünen. Der Internationale Museumstag, zu dem auch das Stadtmuseum kostenlos am Sonntag seine Pforten öffnete, wurde mehr noch als im vergangenen Jahr für einen Besuch genutzt . „Es war rappelvoll”, resümierte Kirsten Bittner von der Museumsaufsicht am späten Nachmittag spürbar erfreut.

Besonders die Sonderausstellung im Wirtschaftsgebäude von Schloss Schwansbell „Hubert Berke – Aquarelle, Federzeichnungen und Lithographien aus der Eisenhütte Westfalia 1951” lockte viele ehemalige Bergleute an, die sich neugierig über die Zeichnungen beugten und viele ihrer Kollegen wiedererkannten.

Doch auch die auf Kultur des Alltags spezialisierte Dauerausstellung im Museum erweckte großes Interesse. So wie beispielsweise die Puppenstube. „Hier haben wir unsere älteste Puppe aus dem Jahr 1790”, erzählte Bittner und deutete auf die sorgfältig hergestellte Holzgliederpuppe. Anschließend führte sie zu den beiden nebeneinander liegenden, lediglich durch eine Wand abgetrennten Wohnräume zweier Familien; einer wohlhabenden und einer Familie aus dem Mittelstand aus der Zeit um 1900. Sichtbare Unterschiede: „Die Wohlhabenden hatten Perserteppiche und Ölgemälde, die Ärmeren Drucke und Webteppiche.”

Wie sich ein Wohnzimmer im Lauf von Generationen durch Zukäufe und Schenkungen individuell verändern kann, zeigt das ursprünglich 1840 entstandene Wohnzimmer der Familie Waldschmidt, das das Museum in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts geschenkt bekam.

In einer kleinen Ecke zeigt die Sonderausstellung „Schnippelbohnen" frühere, manuell betriebene Haushaltsmaschinen, aus Omas Küche vielleicht noch bekannt: Fleischwolf, Saftpresse, Reibe, Bohnenmaschine. Teils über 100 Jahre alt, „aber noch völlig funktionstüchtig", erklärte Kirsten Bittner und drehte dabei die Kurbel eines Fleischwolfes.

Auch die im Obergeschoss ausgestellten landwirtschaftlichen Geräte wie Stroh- und Futterschneider, die Handwerksstätten der Schreiner und Schuster sowie die Handarbeiten der Frauen, eine Waschküche und die ländliche Küche sind nach wie vor einen Ausflug ins Museum wert.

Iris Kopitzki

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