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Jugendtheaterfestival

Mit Charme und Unbekümmertheit

17.06.2012 | 18:15 Uhr

Lünen.   Am Ende hat’s dann doch Theater gegeben. Dabei sah es im Stück „Hat’s schon angefangen?“, das die Theatergruppe der fünften und sechsten Klassen der Geschwister-Scholl-Gesamtschule am Samstag im Rahmen des Jugendtheaterfestivals bot, erst gar nicht danach aus

Am Ende hat’s dann doch Theater gegeben. Dabei sah es im Stück „Hat’s schon angefangen?“, das die Theatergruppe der fünften und sechsten Klassen der Geschwister-Scholl-Gesamtschule am Samstag im Rahmen des Jugendtheaterfestivals bot, erst gar nicht danach aus. Der Inhalt: Schauspieler und Musiker sind zum Fernsehen abgewandert, weil dort mehr zu verdienen ist. Übrig blieben die verzweifelte Theaterdirektorin, die Souffleuse, die nun nichts mehr zu soufflieren hat und ein sich selbst überschätzender Paukist, der glaubt, mit seinem äußerst melodischen Instrument alle anderen ersetzen zu können.

„Bremer Stadtmusikanten“

So begann die Geschichte, die die jungen Akteure mit Unbekümmertheit, jugendlicher Frische und sehr viel Spielfreude auf die Bühne des Hansesaals brachten. Vor einer farbenfrohen, selbstgestalteten Kulisse und in ebensolchen Kostümen boten sie eine originell witzige Schau rund um das Märchen von den „Bremer Stadtmusikanten“. Das konnte schließlich trotz des eingangs beschriebenen Schauspielerdefizits doch noch aufgeführt werden.

In diesem Stück allerdings anders, als wir es kennen, und gerade das machte das gesamte Spiel spannend und kurzweilig.

Gelegentliche kleine Patzer und Hänger der Darsteller gaben der Aufführung ihren ganz persönlichen Charme. Sterile Shows mit gähnender Langeweile kennt man ja aus dem Fernsehen zur Genüge. Die Weiterentwicklung der Handlung mit immer neuen Akteuren und Überraschungen sorgte für kurzweilige Unterhaltung.

Da kamen zunächst die vor der U-Bahn-Bande geflüchteten vier Kinder ins Spiel, die von der Prinzipalin spontan als Bremer Stadtmusikanten eingestellt wurden. Als die gefürchteten Schläger eintrafen, die auch sofort mit der Prügelei beginnen wollten, bekamen sie die ihnen auf den Leib geschriebenen Räuberrollen zugewiesen.

Um dem Publikumsverlangen entgegen zu kommen, baute die Theaterdirektion noch eine prunkvolle Prinzessinnenhochzeit in das Stück ein.

Ja, so hat’s am Ende doch noch Theater gegeben, mit einer tollen Ensembleleistung. „Ihr habt heute die bisher beste Vorstellung gegeben“, lobte auch Musicalleiter Johann Budniak seine Schützlinge. Er stellte vor allem deren Durchhaltevermögen heraus, das auch dem Leitungsteam immer wieder Motivationsschübe gegeben habe. Auch die Zuschauer, unter ihnen die Schulleitung, ein Teil des Kollegiums, Eltern und Akteure anderer Gruppen, hatten viel Spaß an der Aufführung und belohnten die jungen Leute mit lautem Applaus.

Doch auch nach dem Spiel gab es eine bemerkenswerte Ensembleleistung:

Da alle mit anfassten, waren in wenigen Minuten die Kulisse und sämtliche Requisiten abgeräumt. Fazit: Theaterarbeit fördert Teamarbeit. Hier könnten Unternehmensmanager noch was lernen.

Theaterfestival

Von Diethelm Textoris



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