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Schuldebatte

Schuldebatte: Lager driften wieder auseinander

14.06.2012 | 21:20 Uhr

Iserlohn. Spätestens seit die CDU zu Wochenbeginn ihre Vorstellungen in Sachen zweiter Gesamtschule öffentlich konkretisiert hatte, war klar, dass eine Annäherung zwischen Christdemokraten und Bildungsbündnis, wie sie sich in der vergangenen Ratssitzung angedeutet hatte, im Schulausschuss keinen Bestand mehr haben würde. Und so kam es am Donnerstag dann auch.

Zwar wurde, von einer etwas intensiveren Schlussphase abgesehen, sachlich debattiert, im Ergebnis drifteten die Lager aber wieder auseinander. Mehrere Vertreter des Bildungsbündnisses aus SPD, Grünen, FDP und Linkspartei warfen der Verwaltung vor, mit ihrer Vorlage und Präsentation nicht das umgesetzt zu haben, was im Rat beschlossen worden sei. Statt klar zwei mögliche Alternativstandorte zu Hennen vorzulegen, von denen der Schulausschuss dann einen zur intensiveren Prüfung hätte auswählen sollen, sei dem Gremium lediglich ein bunter Strauß an Ideen präsentiert worden, so Manfred Minzberg von der SPD. Die Verwaltung habe lediglich erklärt, dass von den Räumlichkeiten her in den Gebäudekombinationen Hauptschule Wiesengrund/Realschule Bömberg oder Hauptschule Letmathe/Gymnasium Letmathe ein Gesamtschulstandort darstellbar sei, aber eben nicht verbunden mit schulfachlichen Aussagen.

Schuldezernentin Katrin Brenner und auch die CDU interpretierten den Ratsbeschluss offenbar stärker dahingehend, ohne Festlegung auf einen zweiten Standort Möglichkeiten zur Schaffung von zusätzlichen Gesamtschulplätzen aufzuzeigen.

So hatte sich Brenner zu Wochenbeginn mit den Leitern aller weiterführenden Schulen getroffen. Und dabei war wohl - mit viel Sympathie - über die Alternative gesprochen worden, die drei Realschulen am Hemberg, am Bömberg und in Letmathe in integrierte Sekundarschulen umzuwandeln. Und diese, so Katrin Brenner, seien durchaus als „kleine Gesamtschulen“ anzusehen. Der Leiter des Gymnasiums Letmathe, Peter Wiedemeier, appellierte im Namen aller seiner Kollegen, einen gemeinsamen Dialog zu führen - mit dem Ziel, unter Ausnutzung aller Möglichkeiten einen gemeinsamen Weg zu finden. Matthias Jakubanis stellte für die CDU den Antrag, einen solchen Dialog in der Kleinen Kommission Schulentwicklung zu führen. Es könne nicht sein, eine zweite Gesamtschule zu bauen, und erst danach zu überlegen, was mit den übrigen Schulen passiere. Das Bildungsbündnis ließ diesen Antrag allerdings abblitzen. So gab es am Ende keinen Beschluss, das Bündnis marschiert weiterhin in Richtung zweiter Gesamtschule in Hennen, der CDU warf man vor, die Prüfung einer Alternative vertan zu haben.

Stefan Drees

Kommentare
21.06.2012
14:52
Schuldebatte: Lager driften wieder auseinander
von thebluebird | #4

Auszug aus dem Beschluß des Rates vom 22.05.2012:
"3. ... ist zu überprüfen, ob das Ziel kostengünstiger an einem anderen Standort realisiert werden...
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Schuldebatte: Lager driften wieder auseinander
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