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Debattiermeisterschaft

„Debating Club Heidelberg“ siegt an der BiTS

22.04.2013 | 17:49 Uhr
„Debating Club Heidelberg“ siegt an der BiTS
Westdeutsche Debattiermeisterschaft an der BiTSFoto: Privat

Iserlohn.   Am Sonntag konnten sich die beiden besten Teams im Debattieren beim Finale der Westdeutschen Dabattiermeisterschaften messen. Das Team aus Heidelberg konnte die Jury der BiTS letztenendes überzeugen. Tom-Michael Hesse wurde bester Einzeldebattant.

Unter 21 Hochschul-Teams und 84 jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatten sich die Finalisten der „Westdeutschen Debattiermeisterschaft“ durchgesetzt. Die Vorrunden, das Viertel- und das Halbfinale hatten sie bereits erfolgreich gemeistert, bis am Sonntagnachmittag die alles entscheidende Endrunde auf die zwei besten Gruppen wartete: Bei der „Westdeutschen Debattiermeisterschaft“, die in der BiTS stattfand, trafen jeweils drei Redner des Heidelberger und des Münsteraner Debattierclubs aufeinander, um sich in der abschließenden Debatte den Sieg zu sichern.

Ausrichter der Meisterschaft war zum ersten Mal die „BiTS Debating Society“ rund um ihren Präsidenten Julian Vaterrodt.

Kunst im Debattieren liegt in Überzeugungskraft

Debattieren heißt nicht nur Probleme analysieren, sondern vor allem überzeugendes Vortragen der Argumente. Auch wenn die Redner nicht immer mit der von ihnen präsentierten Meinung übereinstimmen, oder vielleicht gerade dann, liegt die Kunst im Debattieren darin, trotzdem überzeugend zu sein.

Das Thema der finalen Debatte am Sonntag war höchst aktuell. Auf die Frage hin: „Sollen homosexuelle Paare das volle Adoptionsrecht erhalten?“ trafen die beiden Gruppen in Form einer „Offenen Parlamentarischen Debatte“ aufeinander. Die Münsteraner bekamen die Rolle der Regierung zugewiesen, die Heidelberger vertraten die Opposition. Drei freie Redner komplettierten die Runde und mussten sich nach Abwägen der Argumente einer Fraktion anschließen. Moderiert und geleitet wurde die Debatte von Gregor Steinhagen, Mitglied der „BiTS Debating Society“.

Nur sieben Minuten Zeit blieb den Rednern aus den jeweiligen Teams, um ihren Standpunkt zu erläutern. Die dafür-stimmende Fraktion der Münsteraner argumentierte mit Vorurteilen gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren in der Gesellschaft und sieht im Adoptionsrecht für homosexuelle Eheleute die Möglichkeit, den überfüllten Waisenhäusern Abhilfe zu schaffen, denn „die glücklichsten Kinder wachsen in Familien auf“.

Die Heidelberger Opposition brachte dieser Meinung entgegen, dass ein Kind auf keinen Fall ein Mittel sei, um den allgemeinen Wunsch nach Weltoffenheit durchzusetzen, denn diese Weltoffenheit wünsche man sich zwar, sie existiere aber noch nicht.

Juror Matthias Morrkopflobt „hochklassige Debatte“

Auch die Akzeptanz der Kinder, die mit einem gleichgeschlechtlichen Elternpaar aufwüchsen, beispielsweise in Schulen oder Kindergärten, machten die Debattierenden zum Thema.

Dabei spielte nicht nur die Stichhaltigkeit der Argumente eine große Rolle, sondern auch die Vortragsweise, das sichere Auftreten, sowie Gestik und Mimik. All diese Faktoren wurden von einer Fachjury bewertet und in Punkte umgerechnet. Matthias Morrkopf, Willy Witthaut und Marion Seiche bildeten die Chefjury und wurden unterstützt von Sebastian Salzwedel und Mark Wenzel, die sich zuvor als Juroren qualifiziert hatten. Eine Ehrenjury, bestehend aus Prof. Dr. Volker Busch, Geschäftsführer der BiTS, Prof. Dr. Peter Frielinghausen, Dozent an der BiTS, Christina Muzzu, Dozentin an der BiTS, und WP-Redakteur Andreas Thiemann hatte zudem die schwierige Aufgabe, den besten Einzelredner zu küren.

Nach einer „hochklassigen Debatte“, wie Matthias Morrkopf feststellte, und einer langen Entscheidungsphase standen die Sieger noch am Nachmittag fest: Die Ehrenjury sah in Tom-Michael Hesse aus dem Team des „Debating Clubs Heidelberg“ den besten Einzelredner der finalen Runde. Er wurde damit gleich doppelt ausgezeichnet, denn als besseres Team gewann er gemeinsam mit Wiebke Nadler und Sven Hirschfeld auch die Westdeutsche Debattiermeisterschaft. „Die Opposition hat das Augenmerk nicht nur darauf gelegt, ob homosexuelle Paare befähigt sind, Kinder zu erziehen, sondern auch die Verantwortung, die der Staat trägt, berücksichtigt“, begründete Matthias Morrkopf die Entscheidung der Jury. Das Team des „Debating Clubs Heidelberg“ sicherte sich mit dem Sieg nicht nur den Pokal, sondern auch den Platz beim großen deutschen Finale in München Ende Mai.

Dana Schmies

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2013-04-22 17:49
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