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Hagener Landgericht

Aggressive Brüder griffen Beamte an

08.08.2011 | 17:41 Uhr

Iserlohn/Hagen. Zu einem Jahr und zehn Monaten wurde am Montag im Hagener Landgericht ein 22-jähriger Iserlohn mit marokkanischen Wurzeln wegen Raubes, Körperverletzung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt; sein 26-jähriger Bruder bekam für Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Körperverletzung neun Monate Haft.

Am 6. März dieses Jahres war der jüngere Bruder in die Wohnung einer Iserlohnerin eingedrungen, die Geschwister hatten kurze Zeit vorher dort gewohnt. Die Eigentümerin wollte sie aber nicht weiter beherbergen und rief die Polizei, da sie wusste, dass die Brüder aufgrund anderer Straftaten gesucht wurden. Der Jüngere wollte die Wertsachen der Geschwister aus der Wohnung holen. Dabei kam es zu einer brutalen Auseinandersetzung zwischen ihm und der Iserlohnerin, wobei diese Rippen- und Schulterprellungen erlitt. Der Täter entriss ihr ein Handy, und sie prallte gegen einen Heizkörper. Zurzeit befindet sich die Frau wegen der Tatfolgen in psychologischer Behandlung.

Am 15. März entdeckten Polizeibeamte den flüchtigen Täter am Iserlohner Bahnhof. Ein Beamter in Zivil verfolgte den 22-jährigen Marokkaner. Er floh ins Seniorenzentrum Waldstadt an der Alexander­straße und versteckte sich dort in einem Flur. Als der Beamte ihn entdeckte, kam es zum Kampf, da sich der Täter vehement gegen die Festnahme wehrte. Der Beamte musste Pfefferspray einsetzen und konnte ihn mit Hilfe von Schlägen fixieren, bis Verstärkung eintraf. Der Polizist erlitt mehrere Prellungen. Beim Angeklagten wurde ein Tütchen mit weißem Pulver gefunden, dabei handelte es sich aber nicht um Drogen, sondern um ein Zucker-Koffein-Gemisch.

Auch der ältere Bruder setzte sich gegen die Festnahme durch Polizisten zur Wehr. Am 9. März wurde er von Beamte n in der Fußgängerzone gesichtet. Es kam zu einer Verfolgungsjagd, die zu Fuß in die Altstadt führte. Dabei fiel ein Polizist hin, und der 26-Jährige lag auf ihm und wollte nach seiner Waffe greifen. Der Täter konnte noch einmal entwischen und wurde erst in einem Gebüsch an der Bauernkirche gefasst. Die Polizisten setzten einmal mehr Pfefferspray ein. Ein Beamter trug Schädel- und Oberkörperprellungen sowie Kratzer im Gesicht davon und eine Polizistin eine Knieprellung.

Aufgrund der schlechten Sozialprognose folgte die Richterin weitestgehend der Strafmaß-Forderung der Staatsanwaltschaft.

Sandra Finster

Kommentare
19.08.2011
11:52
Aggressive Brüder griffen Beamte an
von Daniel9 | #10

Mich würde mal die Version von den Tätern interessieren!

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2011-08-08 17:41
Iserlohn