Zurück in die Zukunft an der „Freiheit“
10.10.2011 | 16:30 Uhr 2011-10-10T16:30:00+0200
Hohenlimburg. Die untere Freiheitstraße soll in Höhe des Ärztehauses „schlanker“ werden. Deutlich schlanker. Bereits in der Juli-Sitzung hatte sich die Bezirksvertretung mit diesem Thema beschäftigt. Jetzt wird diese Überlegung konkretisiert.
Denn die Verwaltung hat berechnet, dass die drei vorhandenen Fahrspuren aufgrund der nicht übermäßig großen Verkehrsbelastung nicht erforderlich sind. Deshalb können sieben Schrägparkplätze entstehen.
Ein gewichtiges Argument: Auch der Linienbusverkehr, so die Verwaltung, könnte über zwei Fahrspuren abgewickelt werden. Die zwei verbleibenden Fahrspuren müssten in eine Linksabbiege- und eine kombinierte Geradeaus / Rechtsspur ummarkiert und die Lichtsignalanlage angepasst werden.
Die Gesamtkosten für diese Maßnahme hat die Stadt auf ca. 5300 Euro ermittelt. Die Ummarkierungen kosten ca. 3500 Euro; die Änderung der Signalanlage kommt auf ca. 1800 Euro.
Ob diese Neugestaltung der Freiheitstraße noch in diesem Jahr möglich ist, hängt von den Witterungsbedingungen ab. Denn die Arbeiten sind nur bei einer trockenen Großwetterlage möglich.
Widbert Felka, Vorsitzender des Hohenlimburger Heimatvereins, hat zur Umgestaltung der Freiheitstraße für unsere Zeitung ins Archiv geguckt. Er schreibt dazu:
Der dreizügige Ausbau vor der Kreuzung Freiheitstraße /Bundesstraße 7, Im Weinhof vor vier Jahrzehnten hatte aber seinen Sinn: Der Gesamtverkehr von der damals noch industriereichen Nahmer, dem Wohn- und Industriestadtteil Wesselbach und zum Teil auch aus Oege floss über die Herrenstraße und die Freiheitstraße Richtung Elsey, Hagen und zum Weinhof ab.
Die Bahnstraße als Umgehung gab es noch nicht, Freiheit- und Herrenstraße waren noch nicht zur Fußgängerzone ausgebaut. Um mit dem verstärkten Verkehrsaufkommen einen Rückstau von der Einmündung auf die B 7 weit in die Innenstadt zu vermeiden, bauten die städtischen Planer Anfang der siebziger Jahre die untere Freiheitstraße in Höhe des Rathauses zu einer Ausfallstraße aus. Doch schon gut 15 Jahre später, Mitte der achtziger Jahre, verlor diese Dreizügigkeit ihren Sinn. Der Grund: Freiheit- und Herrenstraße wurden als Fußgängerzone für den Straßenverkehr gesperrt. Schon einige Jahre zuvor, um 1979, wurde die Bahnstraße als Umgehung der Innenstadt gebaut.
Doch die untere Freiheitstraße behielt ihren Charakter als nun völlig überdimensionierte dreizügige Ausfallstraße bei, so, als führe der Straßenverkehr aus den südlichen Stadtteilen immer noch durch Herren- und Freiheitstraße. Das Straßenstück wirkt wie ein „Rollfeld“. Die mittlere Fahrbahn wird kaum noch benutzt. Dies gilt erst recht, seitdem der Verkehr aus Nahmer/Oege und Wesselbach nun über die neue Brücke am Bahnhof auf die Mühlenbergstraße abfließt.
Was liegt näher, als die untere Freiheitstraße als zweizügige Einbahnstraße Richtung Elsey und Hagen/Weinhof zurückzubauen und so wie in den sechziger Jahren wieder Parkplätze vor der Alten Apotheke mit dem stark frequentierten Ärztehaus und dem Sanitätshaus Riepe zu schaffen.
0mitdiskutieren