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Voss: „Vor fünfzig Jahren weit voraus gedacht“

13.09.2010 | 16:05 Uhr

Lievin.50 Jahre Städtepartnerschaft Hohenlimburg / Liévin. Mit dem Gegenbesuch der Hohenlimburger und Hagener Delegationen in Frankreich endeten am Wochenende die Feierlichkeiten zu dieser außergewöhnlichen Freundschaft

Am Freitagabend wurden die 50 Hohenlimburger im „Centre Social Georges Carpentier“ mit einem Grillabend begrüßt. Das „Accordés à vent“ sorgte für die musikalische Unterhaltung.

Das Festprogramm begann am Samstagmorgen mit der offiziellen Begrüßung im Rathaus von Liévin. Bürgermeister Jean-Pierre Kucheida freute sich nicht nur über die Hohenlimburger Delegation, sondern auch über die Gäste aus Rybnik (Polen) und Pasvalys (Litauen), die seit zehn Jahren eine Partnerschaft mit der französischen Kleinstadt führen, begrüßen zu dürfen.

Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Voss erinnerte in seiner Begrüßungsrede an jene Menschen, die vor 50 Jahren „politisch weit voraus gedacht haben“, diese Partnerschaft beschlossen und somit bereits vor der Unterzeichnung des Deutsch-Französischen Vertrags einen großen Bund zwischen den beiden Nationen ermöglichten.

„Es ist mir eine besondere Freude, den Städtepartnerschaftsvertrag mit Liévin zu unterzeichnen“, beendete Voss seine Rede, ehe er mit Jean-Pierre Kucheida die Urkunde unterschrieb. Die traditionelle Geschenkübergabe erfolgte nach der Abschlussrede Kucheidas. Voss überreichte ein Gemälde des Hohenlimburger Künstlers Günter Rasche, der sich - wie berichtet - während des Krieges in französischer Kriegsgefangenschaft befand.

Nach einem umfangreichen Mittagessen stand der Nachmittag zur freien Verfügung. Interessierte konnten den Standort des Louvre-Lens besichtigen. Am späten Nachmittag erfolgte eine Ausstellungsbesichtigung im „Arc-en-Ciel“. Die lange und intensive Freundschaft zwischen den Städten Hohenlimburg und Liévin konnte dort in allen Einzelheiten begutachtet werden. Die französischen Briefmarkenfreunde entwickelten anlässlich des Jubiläums eine eigene Briefmarke, die ebenfalls dort ausgestellt war.

Der Höhepunkt am Samstag sollte der Deutsch-Französische Abend im „Salle Bondeaux“ werden. Francoise Kucheida, Gattin des Bürgermeisters von Liévin, sang französische Chansons, begleitet von einem Akkordeonisten. Das Kontrastprogramm bot die Hohenlimburger Coverband „Blackboxx“, die den Abend musikalisch begleiteten.

Ein für viele Hohenlimburger „spartanisches Programm“ ließ eine Jubiläums-Stimmung, wie sie einst die traditionellen deutsch-französischen Abende charakterisierte, vermissen.

Während beim Besuch der Franzosen im Juni zahlreiche Kinder und Jugendliche mitreisten ein ausgefeiltes Samstagabend-Programm genossen und ein sonniges und von Spaß erfülltes Wochenende verlebten, blieb beim LiévinBesuch die Anzahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sehr überschaubar. Ein Problem, das bekannt ist und an dem der Städtepartnerschaftsverein „HoLiBru“, zukünftig arbeiten will.

Dennoch: Ein insgesamt harmonisches Wochenende, das am Sonntag mit dem Besuch eines Trödelmarktes endete.

Christian Rasche

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