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Hilfe für Haiti

Salesianer-Pater schwer verletzt

19.01.2010 | 18:12 Uhr

Hohenlimburg. „Unter den Trümmern der Don-Bosco-Schule in Port-au-Prince, so wissen wir inzwischen, sind mehr als 500 Kinder gestorben, darunter rund 200 Grundschüler. Das erschüttert uns zutiefst.”

Hans und Doratea Erkeling, die vor zwölf Jahren „Don Bosco International e.V.” in Hohenlimburg ins Leben gerufen und in dieser Zeit weltweit 150 Projekte unterstützt haben, beklagen das Ausmaß der Katastrophe in Haiti und das akute menschliche Leid und Elend, das die Verheerung mit sich gebracht hat. „Ihre” Hohenlimburger bitten sie: „Was wir jetzt brauchen, sind finanzielle Hilfen, um Hilfsgüter von der Dominikanischen Republik aus nach Port-au-Prince bringen zu können.”

Die Solidarität mit den Opfern der Erdbeben-Katastrophe ist in Deutschland groß. Was aber den Unterschied zwischen den Hilfsorganisationen und Salesianern Don Boscos ausmache, sei, dass in Haiti, also vor Ort, die Salesianer vertreten sind: „Sie kennen sich in den Örtlichkeiten aus, sie kennen die Menschen”, erläutert Hans Erkeling. Und: „Positiv in all dem Chaos ist auch, dass die Salesianer ebenfalls in der benachbarten Dominikanischen Republik vertreten sind. Von dort aus sind inzwischen die ersten zehn Lkws auf den Weg gebracht worden. Seit über 60 Jahren wirken die Salesianer dort, und ihre Nähe zu Haiti reduziert die Kosten. Die ,Manpower' ist vorhanden, und sie haben das Wissen.”

Doratea Erkeling, in Bogota/Kolumbien geborene Ehefrau von Hans Erkeling, ist sehr dankbar für die Unterstützung, die die Hohenlimburger seit vielen Jahren den Salesianern Don Boscos haben zukommen lassen. Noch vor zwei Jahren hatten die Eheleute den Don-Bosco-Pater Attilo Stra aus Haiti in der Sankt-Bonifatius-Gemeinde zu Gast. „Nach unseren neuesten Informationen ist der Pater, der 20 Jahre in Kambodscha wirkte und sich 30 Jahre um die Straßenkinder in Haiti kümmerte, bei dem Zusammenbruch der Schule schwer verletzt worden.”

Die Erkelings, die ihre Urlaube in den zurückliegenden Jahren stets dem Besuch der Hilfsprojekte, zum Beispiel in Indien, Sambia oder Peru widmeten, hatten noch vor der Erdbebenkatastrophe erwogen, auch Haiti zu besuchen und sich ein Bild von der Situation der Straßenkinder-Projekte dort zu machen. Hans Erkeling realistisch: „Die Lage in Haiti war vorher schon sehr bedauernswert. Aber wir wissen, dass die Salesianer vom Ergebnis her an Ort und Stelle hervorragende Arbeit geleistet haben. Wenn wir jetzt finanzielle Hilfe erhalten, dann kommt jeder Cent an der richtigen Stelle an, Verwaltungskosten entstehen nicht. Auch nach der Katastrophe müssen wir Kindern langfristig eine Chance geben. Eine nachhaltige Hilfe für die Kinder kann nur in die Zukunft gerichtet sein. Und wir müssen auf dem aufbauen, was schon längst begonnen wurde.”

Wird das grundsätzlich an den chaotischen Verhältnissen auf der Insel etwas ändern? - „Ansetzen müssen wir mit der Schul- und Berufsausbildung. Mit Bildung wird auch das Verständnis für die politischen Verhältnisse steigen”, sind sich die Erkelings sicher. Die Weltreisenden in Sachen Straßenkinderprojekte weisen jegliche Abenteuerlust weit von sich. Es sei sicherlich vor allem Gottvertrauen, das die beiden auch in den gefährlichen Ecken dieser Welt unterwegs sein lässt.

Die Erkelings und mithin „Don Bosco” bitten um Spenden für die Opfer der Katastrophe und den Wiederaufbau des Landes und sagen bereits jetzt ganz herzlichen Dank. Die Bankverbindung: Don Bosco Int. e.V., Volksbank Hohenlimburg e.G., Konto 4032 1888 00, Bankleitzahl 450 615 24, Stichwort: Haiti.

Ulrich Leifert

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