Mit Wut im Bauch die zweite Chance genutzt
06.04.2009 | 19:00 Uhr 2009-04-06T19:00:00+0200Hohenlimburg. Nils Hausegger hatte richtig Wut im Bauch. Wut über den verpatzten Start bei den deutschen B-Jugendmeisterschaften im Ringen. Doch er bekam eine zweite Chance, diesmal bei den A-Jugendlichen. Der 14-jährige nutzte sie. Völlig überraschend wurde er am Wochenende deutscher Vizemeister.
Ein Titel mit einer besonderen Geschichte. Denn eigentlich hätte er gar nicht starten dürfen. Schauplatz Herbrechtingen in Baden-Württemberg, deutsche Meisterschaften der B-Jugend. Nils Hausegger vom KSV Hohenlimburg geht als einer der Favoriten ins Starterfeld. Doch dann der Schock: Gleich im ersten Kampf setzt es eine Niederlage. „Den hab ich völlig verpennt”, erinnert sich der 14-Jährige. Zwar gewinnt er seine restlichen Kämpfe, am Ende springt jedoch nur Platz fünf heraus. Eine Enttäuschung.
Die Qualifikation für die deutschen A-Jugend-Meisterschaften in Hallbergmoos (Bayern) ist ebenfalls weg. Nur der Erste darf bei den Älteren ringen. Doch dann die Überraschung: Nils darf doch starten. Bundestrainer Alexander Leipold hat entschieden, eine Belohnung für die guten Leistungen von Nils beim Kadertraining.
Diesmal ist Nils Hausegger Außenseiter. Seine Gegner sind mit 15 bis 17 Jahren älter als der 14-Jährige. Doch der Kämpfer des KSV Hohenlimburg nutzt seine Chance. „Ich wollte einfach wieder das gut machen, was beim B-Jugendturnier daneben gegangen ist”, erklärt Nils Hausegger. Zudem hat er Glück bei der Auslosung. Er kennt seine Gegner und weiß: Die kann ich schlagen.
Gesagt, getan. Drei Kämpfe, drei Siege in seiner Gewichtsklasse, Freistil bis 54 Kilogramm. „Ich war so erleichtert, eine Medaille gewonnen zu haben. Ins Finale bin ich total befreit gegangen.” Dort allerdings wartet mit Alexander Semisorow (SG Eichen-Rümmingen) ein zu starker Gegner. Nils Hausegger unterliegt deutlich und ist dennoch Gewinner. Platz zwei, der bisher größte Erfolg für den jungen Ringer. Ebenfalls beachtlich: Vereinskamerad Marvin Dresp wird in der Gewichtsklasse bis 58 Kilogramm (griechisch-römisch) Zwölfter. Ein weiteres tolles Ergebnis für den Hohenlimburger Verein.
Viermal in der Woche trainiert Nils Hausegger, der mit seiner Familie in Dortmund wohnt. Zweimal beim KSV Hohenlimburg, bei dem er zur Oberliga-Aufstiegs-Mannschaft gehört, zudem zweimal in Kader-Stützpunkt Witten.
In Kürze steht ein weiterer Höhepunkt an: Lehrgang für die bevorstehenden Europameisterschaften in Serbien. Ob Nils starten darf, steht noch nicht fest. Ein Entscheidungskampf gegen seinen Finalgegner, Alexander Semisorow, könnte Klarheit bringen. „Zur EM zu fahren, das wäre schon eine tolle Sache”, sagt Hausegger. Und wenn es nicht klappt? „Dann will ich beim KSV möglichst gut in der Mannschaft mitringen”, sagt der neue deutsche Vizemeister. Eine besondere Geschichte.
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