Können Männer denken?
22.11.2009 | 17:07 Uhr 2009-11-22T17:07:00+0100Von Christian Rasche Hohenlimburg. Vom „Berg der weiblichen Weisheit” predigte sie ihre Lehren über das männliche Geschlecht. Uta Rotermund warf ihrem vor allem weiblichen Publikum am Samstagabend im Werkhof-Kulturzentrum den sprichwörtlichen „Knochen” hin, der vielfach Geschmack fand.
Können Männer denken? Und wenn ja, wozu? So lautet der Titel ihres aktuellen Programms. Als Dr. Irmgard Töbel-Schleierkraut gab sie Anleitung zur „Bedienung” des Mannes. Jene männliche Besucher, die sich in die erste Reihe trauten, wurden liebevoll von ihren Lebensgefährtinnen getätschelt, getreu dem Motto: „Schatz, die Frau hat Recht.”
Im Schleudergang verbreitete Uta Rotermund ihre Meinung, die auf eigenen Erfahrungen basiert. Ein Sprichwort besagt: „Hunde, die bellen, beißen nicht. Sie wollen nur spielen”. Auch Rotermund spielt.
Vor den Augen des Publikums schlüpfte sie in die unterschiedlichsten Rollen, frotzelte und schikanierte.
„Ich bin pädagogisch wertvoll”, scherzte sie hinter der Bühne im Gespräch mit unserer Zeitung und versicherte, dass nicht alles am Manne schlecht sei.
Die Stimmung im fast ausverkauften Kulturzentrum erreichte schnell ihren Siedepunkt. Rotermund traf das, was Frau hören wollte. Der Dauerbrenner „Mann und Frau” wurde hier in ein ganz neues Licht gerückt, wobei Beziehungsgeflechte und politische Positionen gleichsam durch den Kakao gezogen wurden.
„In Zeiten von Hartz IV ist es soweit gekommen, dass ein deutscher Mann den Job eines Polen in Rom ausüben muss”, frotzelte sie.
Rotermund will ihre politische Zukunft nicht in die schmierigen Hände untreuer Politiker legen und rechnete knallhart mit ihnen ab.
Auch der gute Zweck kam am Samstagabend nicht zu kurz. Uta Rotermund verkaufte im Anschluss an ihr Programm rosa-rote Brillen, die den Blick aufs Wesentliche schärfen sollten. Der Erlös geht an „Medica Mondiale”. Die Organisation setzt sich für Frauen ein, die in den Kriegen in dieser Welt unendliches Leid erfahren haben.
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