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„Hohenlimburger Junge“ als Italiens Edel-Fan

28.06.2012 | 07:00 Uhr
„Hohenlimburger Junge“ als Italiens Edel-Fan
Italien-Fan Fillippeli mit Sohn Giacomo und Ehefrau Ilka

Hohenlimburg.   Er ist in Hohenlimburg geboren, spielt seit seinem 14. Lebensjahr Handball, hat schon Jugend- und Damenmannschaften trainiert, ist seit 2008 mit einer ehemaligen deutschen Spitzensprinterin verheiratet und seit einem Jahr der sportliche Leiter bei der HSG Hohenlimburg.

Er ist in Hohenlimburg geboren, spielt seit seinem 14. Lebensjahr Handball, hat schon Jugend- und Damenmannschaften trainiert, ist seit 2008 mit einer ehemaligen deutschen Spitzensprinterin verheiratet und seit einem Jahr der sportliche Leiter bei der HSG Hohenlimburg. Für Fußball interessiert er sich auch brennend, doch daraus abzuleiten Alex Fillippeli würde heute im EM-Halbfinale der deutschen Mannschaft die Daumen drücken, wäre völlig falsch. Das Herz des 32-Jährigen schlägt nämlich zu 100 Prozent für die Heimat seiner aus Kalabrien stammenden Eltern. Nicht von ungefähr ließ er sich beim Public Viewing bei der WM 2006 in Dortmund unerschrocken zum damaligen Halbfinale gegen die Klinsmann-Elf die italienische Fahne ins Gesicht malen (siehe Foto im Zeitgeschehen), was ihm sogar ein Titelfoto in der bekannten Sportzeitung „Gazzetta dello Sport“ einbrachte.

Beim aktuellen Fototermin beließ er es bei einem Italien-Trikot plus Schweißband, hatte auch nichts dagegen, dass sein fünfjähriger Sohn Giacomo neben dem Azzurri-Blau eine DFB-Hose trug: „Der Junge wächst zweisprachig auf und hat noch Zeit, sich zu entscheiden, für wen er die Daumen drückt.“ Bei seiner Ehefrau Ilka Landsiedel allerdings beißt Alex mit seiner Italien-Vorliebe generell auf Granit. „Schließlich habe ich mal die Deutsche Juniorennationalmannschaft vertreten“, präsentiert sie such nicht ohne Stolz mit dem Adler-Trikot auf der Brust und räumt unumwunden ein: „Ich habe mich nicht gefreut, dass Italien gegen England gewonnen hat, denn jetzt wird es für uns wahrscheinlich ungleich schwieriger, ins Finale zu kommen.“ Zwar tippt Ilka Landsiedel, die nur deshalb nicht Fillippeli heißt, weil auf der Geburtsurkunde ihres Mannes ein „p“ fehlt und die Umschreibung allein auf dem Gerichtswege mit zweijähriger Wartezeit möglich ist, auf einen 2:1-Sieg der Löw-Schützlinge, doch wirklich überzeugt ist sie nicht. „Die Statistik der letzten Großereignisse spricht leider für Italien. Aber vielleicht kommen wir ja ins Elfmeterschießen.“

Auch Fillippeli legt sich auf ein 2:1 fest - natürlich für die „Blauen“. Aber selbst der italienische Edelfan, der sich über die positive Entwicklung seiner Mannschaft in den letzten Tagen mächtig gefreut hat, räumt ein: „Bei diesem Tipp ist eher der Wunsch Vater des Gedanken.“ Seine Skepsis begründet er fachmännisch mit den geänderten Spielweisen beider Mannschaften. „Die spieltechnisch und taktischen Vorteile, die Italien früher hatte, gibt es nicht mehr. beide Teams spielen mit anderen Systemen und haben sich stark angeglichen, wobei man zugeben muss, dass in der DFB-Elf eine Reihe guter Techniker stehen.“

„Müssen nach 60 Minuten führen“

Für Fillippeli ist sogar klar: „Wenn Italien nicht nach 60 Minuten in Führung liegt, wird das nichts.“ Er geht nämlich von konditionellen Vorteilen der Deutschen aus - und das nicht nur wegen der kürzeren Erholungsphase und der Zusatzbelastung mit Verlängerung gegen England: „Wir haben schon gegen Spanien und Kroatien in der Endphase nachgelassen.“.

Bislang hat das Ehepaar Landsiedel-Fillippeli die EM-Spiele stets gemeinsam angeschaut. Heute aber werden sie getrennte Wege gehen. „Ich gucke daheim mit ein paar italienischen Kollegen“, will Alex beim Torjubel keinerlei enttäuschte Gesichter sehen. Ilka denkt da ganz ähnlich, schaut sich das Match mit Freundinnen in einer Gaststätte an. Bei aller Begeisterung fürs eigene Land wird es aber, egal wer gewinnt, keinen Ehestreit geben. Alex und Ilka unisono: „Es ist ja nur ein Fußballspiel.“

Von Bernd Großmann



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