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Integration geht durch den Magen

09.04.2012 | 20:00 Uhr
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Integration geht durch den Magen

Heiligenhaus.   Kugelrund und pappsatt konnten Besucher das Gelände an der Moschee verlassen. Gemeindefest „Kermes“ lockte über Ostern mit Köstlichkeiten.

Die Luft strotzt nur so vor verschiedenen Gerüchen. Besucher wissen gar nicht, wo sie zuerst kulinarisch gesehen zuschlagen sollen. Auf dem Gemeindefest der Ditib-Moschee steht nicht nur die Integration im Vordergrund, sondern auch das Essen. Sureya Ilbeyi steht zusammen mit den anderen Frauen der Gemeinde den ganzen Tag in der Küche, um türkische Leckereien vorzubreiten.

„Wo soll ich anfangen? Es gibt hier eine ganze Menge Essen“, sagt Sureya Ilbeyi und lacht. Die Theke vor der Ditib -oschee (dem ehemaligen Bahnhof) ist randvoll gefüllt mit Köstlichkeiten aus dem Land am Bosporus. Die Rezepte werden in langer Tradition in den einzelnen Familien weitergegeben. „Natürlich kommen viele Rezepte von Oma oder der eigenen Mutter“, so Ilbeyi.

Lahmacun und Baklava

Genau so eine Tradition liegt auch dem Lahmacun, der türkischen Pizza, zugrunde. Mit ihrer Verwandten aus Italien hat sie aber nichts zu tun. „In Italien machen sie Thunfisch und all so etwas darauf, bei uns kommt nur Tomatenmark und Hackfleisch auf die Pizza.“ Verfeinert wird das Ganze dann natürlich noch mit einer Prise türkischer Gewürze. Das sei bei allen Speisen sehr wichtig.

An den drei Tagen der so genannten Kermes gehen viele türkische Pizzen bei Sureya Ilbeyi über die Freilicht-Theke. Deutsche Gemeindefest Besucher nehmen jedoch eher selten etwas mit nach Hause. „Viele haben einfach Scheu, zu unserem Gemeindefest zu kommen, weil sie denken, das wäre nur etwas für Menschen aus der Türkei. Aber wenn sie etwas probieren, schmeckt es ihnen immer super.“

Über die Grenzen der Türkei hinaus bekannt ist „Baklava“. „Bei diesem Nachtisch muss der Teig ganz dünn ausgerollt und übereinandergeschichtet werden. Dazwischen sind Nüsse.“ Wie heißt es immer so schön, Liebe geht durch den Magen. Integration tut es in diesem Fall auch.

Kirsten Gnoth

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