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Altenheim-Bewohner lieben...

Wenn der Duft frischer Waffeln durch die Flure zieht

18.01.2009 | 19:07 Uhr

Kuhlerkamp. Ein Tag im Altenheim kann lang sein. Für die Bewohner passiert dort im herkömmlichen Sinne nicht viel.

Küche - Bodelschwingh-Altenheim (im Bild v.li.): Koch Thomas Baumbach, Küchenhilfe Vera Pradel und Küchenleiter Markus Lenze. WP-Foto: Sandra Krosa

„Wir wollen ein bisschen Leben auf die Flure und in die Wohnbereiche bringen”, verspricht Renate Jährling, Leiterin des Bodelschwingh-Hauses auf dem Kuhlerkamp.

„Mittwochs ist bei uns neuerdings Kampftag”, sagt die patente Heimleiterin lächelnd. „Denn mittwochs arbeitet unser Küchenteam nicht wie sonst hinter verschlossenen Türen - also in unserer modernen Küche, in der pro Tag 160 Essen zubereitet werden - sondern geht auf Reisen durchs Haus.”

An besagtem Wochentag ist nämlich im Bodelschwingh-Haus „Show-Cooking” (wie man auf Neudeutsch sagt) angesagt. Konkret bedeutet das, dass Küchenleiter Markus Lenze mit Pfannen und Schneebesen anrückt und etliche Portionen Rührei auf den Fluren zubereitet. „Die Bewohner schauen ihm dabei gern über die Schulter”, weiß Renate Jährling. Gefrühstückt wird mittwochs jetzt nämlich immer „besonders stilvoll”, denn es wird ein Frühstücksbuffet mit Lachs-Canapees, frischem Obstsalat und eben jenem beliebten „Lenze-Rührei” aufgebaut.

Als Ausgleich gibt's dann mittags allerdings nur Suppe oder Eintopf, „denn nachmittags geht's mit dem Show-Cooking in den Wohnbereichen weiter”, erzählt die Heimleiterin. Hoch im Kurs bei den alten Damen und Herren stünden frische Waffeln. „Es ist für die Bewohner schon etwas Besonderes, wenn der Duft heißer Vanille-Waffeln durch die Flure zieht. Ob pur oder mit Sauerkirschen und Sahne - die Waffeln gehen weg wie warme Semmeln.” Vor kurzem habe man sogar Bratäpfel mit Vanillesoße zubereitet, „das war für unsere alten Leute ein regelrechter Festtag”.  Richtig gemeinsam zu kochen, wäre natürlich noch schöner, noch abwechslungsreicher, doch aufgrund der strengen Hygienebestimmungen ist das nicht möglich”, räumt Markus Lenze ein, „aber mit unserem Show-Cooking haben wir einen guten Mittelweg gefunden.”

Mehrarbeit? Umstand? Markus Lenze, Koch Thomas Baumbach und Beiköchin Vera Pradel schauen sich an, nicken allesamt. „Natürlich, aber das ist egal. Mittlerweile lieben die Bewohner den unterhaltsamen Mittwoch, an dem in ihren Augen etwas passiert, mehr als jeden Sonntag. Und dafür lohnt sich der Mehreinsatz.”

Yvonne HINZ (Text) und Sandra Krosa (Fotos)

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