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Wenn der berühmte Funke überspringt

08.04.2008 | 18:01 Uhr
Wenn der berühmte Funke überspringt

Hagen. Der gebürtige Krefelder Martin Gerigk ist in der Jubiläumsspieltzeit des Philharmonischen Orchester Hagen "Composer in Residence". Mit der WP spricht er über die Aufgabe.

Das Jubiläum des Philharmonischen Orchesters ist wegen der kulturpolitischen Diskussionen der vergangenen Wochen ins Hintertreffen geraten. Dabei ließ sich jetzt im 8. Kammerkonzert der Spielzeit wieder eine Besonderheit erleben, die das Orchester seinem Publikum im Geburtstagsjahr zum Geschenk macht: Mit „Raven” erklang das zweite von drei Auftragswerken des Komponisten Martin Gerigk. Ihn hat das Orchester als zum 100-Jahr-Jubiläum als „Composer in Residence” verpflichtet hat. 

Westfalenpost: Herr Gerigk, was genau machen Sie als „Composer in Residence” eigentlich? Martin Gerigk:  Der Begriff besagt, dass mich das Orchester als festen Komponist für das Jubiläumsjahr verpflichtet hat. Ich habe den Auftrag für drei Kompositionen bekommen: ein Werk für großes Orchester, eines für Kammermusiker und ein Konzert für Sopransaxophon und Orchester.

Frage: Wie ist der Kontakt zum Orchester entstanden? Gerigk: Ich hatte zuvor bereits einige Stücke geschrieben, die in Hagen in der Kammermusik-Reihe gespielt wurden - es ist übrigens sehr lobenswert, dass dieses Angebot in Hagen besteht. Meine Arbeit war hier also bekannt. Als dann die Anfrage aus dem Orchester kam, habe ich mich sehr gefreut: In Hagen gibt es ein aufgeschlossenes Publikum.

Frage: Wie sah und sieht Ihre Arbeitsweise aus, wenn Sie ein Auftragswerk komponieren? Gerigk: Ich sehe mir das Rahmenprogramm an und versuche mein Stück einzugliedern. Bei meiner Komposition zum 10. Sinfoniekonzert (24. Juni) beispielsweise steht der Jazz im Vordergrund, also habe ich etwas Jazzlastiges für ein Sopransaxophon geschrieben. Natürlich habe ich mich vorab auch mit GMD Antony Hermus sowie den Interpreten unterhalten und sie mir angehört. Ich versuche, in meinem Werk auf die Spielbesonderheiten der Musiker einzugehen. Zumindest bei der Uraufführung, die ich als etwas sehr Persönliches empfinde, ist mir das ja möglich. Ich will die Interpreten zwar fordern, zugleich aber soll das Stück gut auf ihrem Instrument liegen und den Musikern Spaß am Spiel bereiten. Nur dann kann jener berühmte Funke auf die Zuhörer überspringen.

Frage: Woher beziehen Sie Impulse für Ihre Kompositionen? Gerigk:  Ich reise viel. Asien, Amerika, Afrika, überall dort lasse ich mich inspirieren. Auf die Geschichte zu „Raven”, das jetzt im Kammerkonzert gespielt wurde, bin ich beispielsweise an der kanadischen Pazifikküste gestoßen, wo die alte indianische Kultur allgegenwärtig ist.

Anke HOFFMANN


Kommentare
09.04.2008
18:08
Wenn der berühmte Funke überspringt
von soltan | #1

Entweder Jugendstil-Häuser oder Orchester - es gibt doch fiel mehr, was Kultuhr in Hagen ausmacht!

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