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Hagener Slang-Buch

Von Schicksen und Schlachläden

18.03.2010 | 10:45 Uhr
Von Schicksen und Schlachläden

Hagen. Latüchte, dull drehen, schangelich, töfte - urhagenerische Begriffe und Redewendungen, die Oliver Nickel ins Hochdeutsche übersetzt hat.

Mit so viel Erfolg, dass Nickels Buch „Von Haus aus auf schlau” mittlerweile restlos ausverkauft ist. Und da noch immer Nachfrage herrscht, hat sich der 46-Jährige dazu entschlossen, eine zweite, erweiterte Auflage im Ardenku-Verlag herauszugeben, die ab November im Handel erhältlich sein wird. Bis Anfang Juli sammelt der gebürtige Hagener, der mittlerweile in Nürnberg lebt, weitere Slang-Redewendungen. „Typische Hagener Begriffe aus den 60er, 70er und 80er Jahren decke ich im ersten Buch gut ab”, sagt der Marketing-Berater, „doch Ausdrücke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowie Begriffe aus den letzten Jahren würde ich gern noch aufnehmen”, betont der Autor und bittet die Volmestädter, ihm passende Begriffe (samt Übersetzung) zukommen zu lassen (Email: vonhausausaufschlau@gmx.com,  Fax-Nr: 30 33 92).

Schlachläden und Sprungschanze

Einige neue Redewendungen hat Oliver Nickel in den letzten Monaten schon aufgespürt - so sei der Begriff „Schlachläden” (hochdeutsch: Fensterläden) im Hagener Sprachgebrauch typisch. „Und bis in die 60er Jahre hinein wurde die Altenhagener Brücke, die lange ein ,Torso' war, von Hagenern als Sprungschanze bezeichnet”, hat der Autor herausgefunden.

Sein vor zwei Jahren herausgegebenes Buch (Auflage 1000 Exemplare) entwickelte sich zum Renner. „Ehemalige Hagener - eine meiner früheren Klassenkameradinnen lebt in Tokio, einige Hagener sind in die USA ausgewandert - haben von meinem Buch erfahren und es sich besorgt.” Auch auf Weihnachtsfeiern - z.B. als Präsent für die Tombola - stand das Nachschlagewerk, das an die 600 Redewendungen enthält, hoch im Kurs.

200 weitere Begriffe

Die neue Auflage soll durch 200 Begriffe ergänzt werden, und - wie der Vorgänger - nicht alphabetisch aufgebaut sein, sondern sich an Lebensbereichen wie „Beim Essen”, „Beim Arbeiten” oder „Beim Gang in die Stadt” orientieren.

Wer von Schickse und Pflaumenaugust, pläddernass, stippen und dremmeln mehr erfahren möchte, sollte ab November mit offenen Augen durch eine Buchhandlung schlendern. Übrigens: Vom Erlös der ersten Auflage hat Oliver Nickel 500 Euro ans Kinder- und Jugendtheater Lutz gespendet.

Yvonne Hinz

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Kommentare
22.03.2010
15:28
Von Schicksen und Schlachläden
von Lennesperling | #25

hallo argus, warum soll es Dir besser gehen als mir, auch bei mir gibt es diesen Menschen, der auf meinem Namen Texte aus der untersten Schublade mit meinem Pseudo zaubert. Der Typ ist so ******* in den Texten die er unter meinem Namen verbreitet.

22.03.2010
14:23
Von Schicksen und Schlachläden
von OliverN | #24

Hallo in die fröhliche Runde. Sicher, es gibt viele Quellen für Slang (siehe Vorwort 1. Auflage): Jiddisch, Rotwelsch, Migration durch industr. Revolution oder nach WWII. Spannend, was durch Migration der letzten 30 Jahre entsteht bzw. entstehen wird. Slang unterliegt kultureller Dynamik. Intellektuellen Slang? Nehme ich gerne als Kategorie auf, wenn da was Nettes reinfällt. Was wäre das denn?

21.03.2010
19:50
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von Moderation | #23

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

21.03.2010
00:27
Von Schicksen und Schlachläden
von Witwe Bolte | #22

@ 19: Au fein. Hast Du auch die Länge von unserem Yvönnsche? Dann hat Heinz-Friedhelm ja nichts zu befürchten.

20.03.2010
23:55
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von udo.michel | #21

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

20.03.2010
16:16
Von Schicksen und Schlachläden
von kammersinger | #20

Tja, Witwe Bolte, woran man mal wieder sehen kann: Hagen ist eine Stadt voller Migranten. Was auch prägend ist für unseren Slang - um beim eigentlichen Thema zu bleiben.

20.03.2010
15:25
Von Schicksen und Schlachläden
von Witwe Bolte | #19

zu # 13: Hasper Junge: Die früheren Hagener Oberbürgermeister sollen den intellektuellen Slang gesprochen haben? Da würde ich aber mal eine Schüppe Kohlen weniger auf den Zug werfen. Sprach und spricht der Hasper Sonnenkönig, der nicht aus Hagen stammt, einen intellektuellen Slang? Das scheint Hasper Wunschdenken zu sein. Und sein Nachfolger, der aus Letmathe gebürtige Papa Horn sprach zumindest keinen Hagener Slang, ob intellektuell oder vulgär.

20.03.2010
11:20
Von Schicksen und Schlachläden
von ruggi | #18

Schickse (Jiddisch: ????? schikse f, ?????? schikses pl von Hebräisch šeqe?, „Unreines, Abscheu“[1]) ist ein jiddisches Schimpfwort, das über das Rotwelsche Eingang in die deutsche Sprache gefunden hat, und das heute hauptsächlich als abfällige Bezeichnung für ein Mädchen („Flittchen“) gebraucht wird.
(Quelle: Wikipedia)

20.03.2010
10:16
Von Schicksen und Schlachläden
von Beate Weiß | #17

Noch ein mal zu den Schlachläden, möglicherweise werden sie ja Schlagläden geschrieben aber gesprochen Schlachläden.Guten Tach auch. (Guten Tag)

20.03.2010
09:53
Von Schicksen und Schlachläden
von HasperJunge | #16

Mir fällt auch noch ein Begriff ein, der in den letzten Jahren in Banken, Verwaltungen usw. kursiert. Er lautet grehlingen. Das grehlingen bezeichnet den Abschluss von Finanzgeschäften, die schon im Vorfeld als riskant und defizitär bekannt sind. Wer solche Geschäfte abschließt, der grehlingt. Zugegebenermaßen ein ziemlich moderner Begriff, aber immerhin ein Begriff, der etymologisch ganz klar einen Hagener Bezug hat. Man weiß also, wo er herkommt.

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