Selbsthilfegruppe wegen Mietnomaden gegründet
03.09.2009 | 18:05 Uhr 2009-09-03T18:05:00+0200
Hagen. Zum Schutz gegen Mietpreller und Mietnomaden haben zwei Hagener Brüder eine Selbsthilfegruppe für Vermieter gegründet. Dem Verein Vermieter Schutz e.V. sind bereits 60 Hauseigentümer beigetreten. Gemeinsam wollen sie gegen die Vermüllung und Verwüstung ihrer Objekte kämpfen.
"Hauseigentümer sind eine aussterbende Zunft, als Vermieter zahlt man heutzutage drauf”, seufzen Dirk (42) und Carsten (37) Grosch. Die beiden Brüder besitzen in Hagen mehrere Häuser - und haben jede Menge Ärger mit deren Bewohnern.
Die Probleme reichen von unregelmäßigen Mietzahlungen bis hin zum mutwilligen Vermüllen und Verwüsten der Objekte durch Mietnomaden. „Man vermietet eine renovierte Wohnung und kriegt sie demoliert zurück”, schimpft Carsten Grosch. Die Gesetze bieten Hauseigentümern in Deutschland wenig Schutz, deshalb haben die Grosch-Brüder eine Selbsthilfegruppe gegründet, den Vermieter Schutz e.V. 60 Immobilienbesitzer sind dem Verein inzwischen beigetreten.
Eingetretene Türen, abgerissene Waschbecken, zerschlagene Badewannen
Sie alle haben mit Mietprellern und Mietnomaden zu kämpfen - Menschen, die von einer Wohnung in die nächste ziehen, in der Absicht, gar keine oder nur zeitweise Miete zu zahlen. Oftmals hinterlassen sie die Wohnungen in einem verwahrlosten Zustand, sie treten Türen ein, reißen Waschbecken ab, zerschlagen Badewannen und brechen Fenstergriffe ab. Sie lassen die Wohnung unbeschreiblich verkommen. „Wir haben schon Töpfe erlebt, die von allein spazieren gingen, so zahlreich war das Ungeziefer darunter”, erzählt Dirk Grosch.
Selbst wenn ein Mieter die Wohnung systematisch zerstört, kann er nicht ohne weiteres vor die Tür gesetzt werden. Ohne Räumungsklage und Gerichtsvollzieher geht gar nichts - und es dauert, bis ein Verfahren über die Bühne ist. „Mietpreller genießen Narrenfreiheit”, sagt Carsten Grosch.
Hausbesitzer muss Kosten für Gerichtsverhandlung und Renovierung tragen
Neben dem Mietausfall müssen die Hausbesitzer auch die Kosten für die Gerichtsverhandlung und die Renovierung der versifften Wohnung tragen. „Da kommen bis zu 40 000 Euro zusammen, das kann Existenz bedrohend sein”, sagt der Hagener Rechtsanwalt Martin Krüner. Bei den Verursachern ist nichts zu holen, bei einem Einkommen von weniger als 990 Euro im Monat darf nicht gepfändet werden. „Früher haben die Menschen fremdes Eigentum geachtet. Heute hausen sie, wie sie wollen.” Beim Besichtigungstermin geben sich Mietnomaden seriös und weltgewandt, man sieht ihnen ihre betrügerische Absicht nicht an. „Erst wenn sie den Wohnungsschlüssel ausgehändigt bekommen, zeigen sie ihr wahres Gesicht”, sagt Krüner.
Um sich zu schützen, empfiehlt er Vermietern, sich vor Abschluss des Vertrages bei der Schuldnerkartei des Amtsgerichtes über den potenziellen Mieter zu erkundigen und sich von diesem eine Selbstauskunft der Schufa vorlegen zu lassen. Zudem sei es ratsam, den Mietinteressenten unangemeldet in seiner aktuellen Wohnung aufzusuchen. Werde man nicht hereingelassen, wisse man, mit wem man es zu tun habe . . .
08:27
Unser gesamtes Rechssystem ist doch inzwischen so angelegt, daß eine Hausbesitzer keine Chance hat, einen Mietnomaden frühzeitig auf leganlem Weg aus einem Mietobjekt zu entfernen.
Bevor der erste Prozess gewonnen ist, ist das Kind doch im Brunnen ersoffen. Der Mietnomade bezieht Prozesskostenhilfe und dem Vermieter bleibt der Schaden.
Eine mögliche Lösung wäre der Abschluß einer Ausfallversicherung, die dann einen neuen Mieter erst nach Prüfung auf Herz und Nieren freigibt.
07:50
@14
eine Wohnung zu renovieren, wenn die von so einem Pack verwüstet wurde ist so teuer, dass man warscheinlich nach dem ersten Schadensfall die Kündigung bekommen würde.
Wir haben es selber erlebt. Das von uns vermietete Haus sah aus wie ein Schlachtfeld. Keine Fliese mehr ganz, Einbauküche Schrott, alle Türen kapput, selbst die Haustür konnten wir wegwerfen. Zu holen war bei dem Gesindel nichts.
Pfändungsgrenze, schade. Schaden: 25.000 € bei Eigenleistung.
07:41
Was ich noch nicht verstanden habe ist, dass Mietnomaden anscheinend auch immer Messis sind.
Jeder andere, auch Betrüger, will doch in der Regel nicht auf einer Müllhalde wohnen oder ständig alles kaputt machen.
Kann man bei solchen Menschen dann nicht eventuell prüfen ob der richtige Wohnort eine gut geführte öffentliche Anstalt ist?
07:24
Warum es nicht längst eine Mietnomadenversicherung gibt ?
Soooooo teuer dürfte die ja nicht sein.
07:18
@ Erich Honecker:
Schade, Sie haben den Text nicht verstanden.
@ Gabriel van Helsin:
An welcher Stelle wird etwas Ungesetzliches empfohlen? *kopfschüttel*
06:28
Wenn man eine neue Wohnung sucht, schaut man sich ja oft mehrere am Tag an.... wenn ich mir vorstelle, dass dann jeder potentielle Vermieter sich anschliessend bei mir zu Hause die Klinke in die Hand gibt... das geht ja gar nicht. Ich würd auch keine wildfremde Person unangemeldet in meine Wohnung lassen, und bei mir ist es immer aufgeräumt und sauber, aber wo kommen wir denn da hin? Klar, dass Vermieterrechte gestärkt werden müssen, aber da muss es doch andere Möglichkeiten geben. Und wer auf Betrug aus ist läd den potentiellen neuen Vermieter wohl kaum in seine vermüllte Messiwohnung ein, sondern einfach in eine aufgeräumte Wohnung von Bekannten oder so....
05:10
@Malte T-
wie schon gesagt,der Typ um den es hier geht,
ist noch gar nicht Dein Vermieter.
05:06
@E.Honneker-
Du sollst ja auch Deinen Vermieter nicht in die Bude
lassen,sondern den Typ,von dem Du eine mieten willst.
01:34
Wir alle sind Miet-Nomaden! Wer ist schon so sesshaft, das er sein Lebenlang immer in der selben Wohnung wohnt. Wohl die Wenigsten!
Zudem sei es ratsam, den Mietinteressenten unangemeldet in seiner aktuellen Wohnung aufzusuchen. Werde man nicht hereingelassen, wisse man, mit wem man es zu tun habe
Das ist schon fast eine Frechheit und absoluter Quatsch. Das Mietrecht gibt eine klare Regelung für den Vermieterbesuch vor.
Übrigens, ihr geprellten Vermieter, wer schützt eigentlich Mieter vor Vermieter?
01:32
Ich habe Verständnis für Vermieter die so etwas erleben.
Ich habe aber auch Verständnis für Mieter die Schlimmes mit Vermietern erleben.
Ich denke da nur an die zweite Miete. In der Summe gesehen kommt da viel mehr für die kriminellen Vermieter rum.
Es gibt ja nicht umsonst so viele Mieterschutzvereine.