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Das etwas andere Klassentreffen

Luftwaffenhelfer waren einst die letzte Hoffnung

09.11.2007 | 13:25 Uhr
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Luftwaffenhelfer waren einst die letzte Hoffnung

Hagen. Mehr als 60 Jahre, nachdem die ehemaligen Schüler der Jahnoberschule im Februar 1943 gezogen wurden, sitzen sie wieder zusammen. Nicht in einer Flakstellung auf dem Kuhlerkamp, sondern im großen Saal des Restaurants Rosengarten in der Selbecke.

Nicht einer guckt traurig auf dem Foto. „Wir waren doch stolz. Wollten das Vaterland verteidigen.” Sie gucken Fotos, erzählen Geschichten, tauschen Erinnerungen aus. Sie waren Hagens erste Luftwaffenhelfer.

Hatten viele Erinnerungen auszutauschen: Die ehemaligen Luftwaffenhelfer von der Jahnoberschule. Fotos: Marco Siekmann

Und doch ist das Klassentreffen anders. Denn ein Historiker stellt Fragen, macht sich Notizen, hört gespannt zu. Professor Gerhard Solbach von der Universität Dortmund arbeitet an einem Buch über die Luftwaffenhelfer. Jungen, 16 Jahre alt, die gezogen wurden, als große Teile der Soldaten, die bislang in der Heimat eingesetzt wurden, an die Front mussten.

"Das sind doch stramme Jungs"

„Man hat vorher eigens einen Elternabend in der Stadthalle abgehalten”, erklärt Dr. Helmut Nieland, „das sind doch stramme Jungs - hieß es. Die können doch wohl ein Telefon bedienen und an einem Rädchen drehen.”

„Verharmlost wurde das, was die Kinder erwartete”, sagt Professor Gerhard Sollbach, der Unterlagen und Akten von einst studiert hat. „Es gab genaue Empfehlungen, wie solche Elterninformationen abzuhalten waren.”

An drei Standorten (Kuhlerkamp, Goldberg, Ischeland) saßen Schüler an der Flak und nahmen Flugzeuge der Alliierten unter Beschuss. „In den ersten vier Wochen machten wir eine Infantristen-Ausbildung. Wir lernten zu marschieren, richtig zu grüßen und wie man feindliche Flugzeuge erkennt”, erzählt Kurt-Joachim Struckmeier, der im Alter von 16 Jahren einberufen wurde. „Als wir dann in der Batterie waren, hatten wir vormittags Dienst und nachmittags verminderten Schulunterricht. Nachts haben wir in einem Erdbunker wenige Meter neben dem Geschütz geschlafen.”

Ausgenutzte Kindersoldaten

Ausgenutzt fühlen sich die Kinder-Soldaten, die den Krieg überlebten, wenn sie an jene Tage zurückdenken. „Aber die Zeit war eine andere”, sagt Kurt-Joachim Struckmeier. „Man hat uns ja eingetrichtert, dass wir Deutschen den Krieg nicht angefangen haben, sondern uns nur verteidigt haben.”

Die Buchstaben „L” und „H” standen neben dem Adler auf der Brust. „L” und „H” für Luftwaffenhelfer. „Wir haben dazu letzte Hoffnung gesagt”, erklärt Struckmeier.

Jens STUBBE

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Luftwaffenhelfer waren einst die letzte Hoffnung
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2007-11-09 13:25
Hagen