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Opern-Premiere

La Traviata ist eine glückliche Wahl

14.01.2010 | 12:00 Uhr
La Traviata ist eine glückliche Wahl

Hagen. „Mit der Auswahl von ,La Traviata' hatten wir einfach Dusel”, sagt Dramaturgin Birgitta Franzen. Erst vor wenigen Tagen wurde die berühmte Oper von Giuseppe Verdi zur „beliebtesten Oper aller Zeiten” gekürt. Am Samstag feiert sie Premiere im Stadttheater.

Das Drama um eine Pariser Kurtisane nach dem Roman „Die Kameliendame” von Alexandre Dumas dem Jüngeren (1824 - 1895) ging als Sieger des Opern-Wettbewerbs von 3sat, dem ZDF-Theaterkanal und dem Klassiksender Classica hervor. Und nun steht die bekannte Oper in drei Akten nicht nur als nächste Musiktheaterproduktion des Stadttheaters, sondern auch als Eröffnungsveranstaltung des Kulturhauptstadtjahres 2010 in Hagen auf dem Programm.

Die Premiere wird am Samstag, 16. Januar, um 19.30 Uhr gefeiert; die Vorstellung ist bereist ausverkauft, doch können sich Interessierte auf eine Warteliste setzen lassen.

Zeitlos und modern

Den Inhalt aus „La Traviata” zu erzählen, erscheint beinahe überflüssig. Alles dreht sich um die todkranke Kurtisane Violetta Vale´ry, die ihr mondänes Leben opfert, um mit ihrem Geliebten Alfredo Germont einen Neustart zu wagen. Doch neben Schwindsucht und Geldnöten macht den Liebenden auch die Ablehnung durch Alfredos Vater das Leben zur Hölle. „,La Traviata' ist bestechend zeitlos und modern. Es war die erste italienische Oper mit zeitgenössischem Sujet - das war Verdi sehr wichtig”, unterstreicht Dramaturgin Birgitta Franzen.

Für Regisseur Gregor Horres ist es keine Frage, wo heute der besondere Reiz der Oper, die 1853 uraufgeführt wurde, liegt: „Das Werk, das jeder kennt, weckt eben bestimmte Erwartungen beim Publikum.” Horres sieht in der Dreiecksgeschichte zwischen Violetta, Vater und Sohn ein besonderes Spannungsgeflecht, und er entdeckt im Chor die Gesellschaft, die alles weiß, aber dennoch nichts macht.

Schräge Bühne als Symbol für Niedergang

Das Bühnenbild stammt von Jan Bammes und zeigt einen noblen Salon in Paris. „Doch die Bühne ist gekippt, sie droht umzufallen. Die Schräge symbolisiert den Niedergang der Gesellschaft.” Der Ausstatter weiter: „Und vor der Bühne haben wir eine Wasserfläche angelegt. Schließlich spiegelt Wasser ein sinnliches Element wider.”

Die musikalische Leitung liegt bei Florian Ludwig. „Ein so hochkarätiges Sänger-Ensemble einsetzen zu können, darüber freue ich mich außerordentlich”, so der GMD. Und spielt damit auf die vier ausgezeichneten Sänger, die die drei Protagonisten mimen, an. Stefania Dovhan - erst am Sonntag mit dem Theater-Förderpreis ausgezeichnet - besetzt die Rolle der Violetta, Dominik Wortig tritt als Liebender Alfredo auf die Bühne. Die Figur des Vaters ist doppelt besetzt - am Samstag durch Frank Dolphin Wong, bei der Zweit-Premiere am 22. Januar durch Raymond Ayers. „Die drei schwierigen Partien mit Sängern aus dem eigenen Haus besetzen zu können, ist schon ein Glücksfall”, resümmiert Florian Ludwig.

Mitreißende Musik

Als rasant, dynamisch und durch mal pralle, mal zarte Farbigkeit gekennzeichnet, beschreibt der GMD die mitreißende Musik der Verdi-Oper. „So malen im ersten Akt die Streicher der todkranken Kurtisane geradezu ein blasses Gesicht”.

Zum mittlerweile fünften Mal wird „Die beliebteste Oper aller Zeiten” im Hagener Haus als Neuinszenierung gezeigt. Zuletzt wurde „La Traviata” im Jahr 2001 im Stadttheater aufgeführt.

Yvonne Hinz

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