Hund vereitelt Wildschwein-Angriff
27.05.2008 | 17:16 Uhr 2008-05-27T17:16:00+0200
Hagen. „Wenn unser Hund nicht gewesen wäre, möchte ich nicht wissen, wie es meinem Sohn heute ginge.” Agnes Schröder zittert die Stimme, als sie von der Wildschwein-Attacke auf dem Hauptwanderweg unweit des Bismarckturms erzählt.
„Die meisten Menschen ahnen gar nicht, in welch eine Gefahr sie sich bei einem Spaziergang durch den Hagener Wald begeben”, streicht die junge Mutter ihrem schwer verletzten Schweizer Sennenhund über das Fell und fordert eine deutlich bessere Aufklärung durch die Forstverwaltung über die vermehrt umherstreifenden Schwarzkittel-Rotten.
Sonntagnachmittag gegen 16 Uhr: Die 23-Jährige überquert mit ihren Kindern Akim (6), Angelo (4) und Angelina (2), ihrer Freundin Dagmar Pawlak sowie dem imposanten, zweieinhalbjährigen Hütehund „Noel” gerade die Wiese am Bismarckturm. Der Wanderweg führt in den durch die strahlende Mai-Sonne in besonders frischem Grün leuchtenden Stadtwald. Eine extrem beliebte Route für Spaziergänger, die ab dem Wochenende auch zum Eldorado für Mountainbike-Fahrer werden soll. Der Weg führt den Goldberg hinauf, als die junge Familie plötzlich ein Rascheln aus dem Gehölz vernimmt. Am Rand der steilen Böschung taucht plötzlich der gewaltige Schatten eines Wildschweins auf.
In Sekundenschnelle stürzt die Bache den Hang hinab und steuert mit quiekendem Geschrei auf den voranlaufenden, sechsjährigen Akim zu. Während Angelo und Angelina gemeinsam mit Agnes Schröders Freundin die Flucht ergreifen, lässt die 23-Jährige die Leine ihres Vierbeiners los. Denn der fast 70 Kilo schwere, kräftige Familienhund erkennt die Gefahr und möchte dem vor Angst erstarrten Kind zu Hilfe eilen. Während die Bache offenbar versucht, ihre noch im Unterholz verborgenen Frischlinge zu schützen, folgt der Schweizer Sennenhund seinem angeborenen Hüte-Instinkt.
Agnes Schröder gelingt es, mit ihrem Ältesten davonzurennen, als das Wildschwein zunächst mit voller Wucht den Hund rammt und durch die Luft schleudert. Doch der gewaltige Schweizer Sennenhund setzt nach, beide Tiere schnappen zu, verbeißen sich ineinander. Auf dem Wanderweg entwickelt sich ein lautstarker Kampf auf Leben und Tod. Das Wildschwein flüchtet ins Gebüsch, der Hund setzt nach, dann wir es ruhig. „Schließlich schleppte sich Noel den Weg zu uns hinunter, an seinem Bauch blutete er stark aus einer offenen Stelle am Unterbauch und sank zu Boden, wir sind sofort mit ihm zum Arzt.” Der stellte bei dem humpelnden Tier neben der tiefen, aufgerissenen Fleischwunde keine inneren Verletzungen fest. Allerdings ist der Hund neben weiteren Bissstellen mit Prellungen übersät.
„Es kann nicht sein, dass ich mich mit meinen Kindern in Lebensgefahr begebe, wenn ich in den Wald gehe”, fordert die Hagener Mutter nicht nur eine bessere Aufklärung durch die Forstverwaltung, sondern auch ein konsequenteres Vorgehen gegen die rasant geschwachsene Wildschwein-Population in den Hagener Wäldern. Agnes Schröder mahnt andere Spaziergänger, die Augen offen zu halten. Auch im Kindergarten ihrer Kleinen hat sie appelliert, Waldspaziergänge und Picknickausflüge zum Goldberg besser zu verschieben. „Ich kann mir kaum vorstellen, dass Eltern von Schulklassen, die sich an Walderkundungstouren oder Baumpflanzaktionen beteiligen, auch nur ahnen, in welche Gefahr sich ihre Töchter und Söhne begeben.
„Wir gehen sowieso nicht mehr in den Wald”, steht für den noch immer geschockt wirkenden Akim ohnehin fest, dass er und seine Geschwister bis auf Weiteres auf eine derartige Begegnung mit Schwarzkitteln gut verzichten können.
17:37
ich finde das verhalten einiger hundebesitzer unmöglich, lassen ihre hunde im wald ohne leine laufen, und wenn man sie darauf aufmerksam macht, kommen noch dumme sprüche.
@jäger
schaut mal oberhalb von eilperfeld im wald mal öfters vorbei, meistens abends, jede menge hunde ohne leine mitten im wald.
16:39
Da wir derzeit Brut- und Setzzeit haben, müssen die Hunde eh an der Leine geführt werden.
Wege zu verlassen stört die in Wiesen abgelegten Kitze und Junfhasen. Außerdem werden Nestbauende oder brütende Vögel empfindlich gestört.
Eine quikende Bache hörte ich noch nie, wenn sie denn angreift - höchstens einen, sich in Not befindenden frischling...
Die einen wollen Luchs, Wolf und Bär zurück - die anderen kommen nicht einmal mit den einheimischen Wildtieren zurecht.
16:10
Ich bin Jägerin, stand selber des Nachts schon 2 meter vor einem Wildschwein, dass nur Flucht im Sinne hatte, von wegen angreifen. Wenn ich allerdings einem Kessel mit Frischlingen zu nahe komme, dann greift die Bache an. Die tut was jedes Tier der Welt macht, ihren Nachwuchs schützen.
Wenn ich das Geschrei da bemerke der Jäger muss eingreifen, wie denn, die Bache hat solange sie Junge führt Schonzeit.
Außerdem irgendwie lächerlich dann, das Geschrei um den erlegten Bruno.
14:41
auf jeden fall ist die wildschweinpopulation in hagener wäldern ( nicht nur im stadtwald am goldberg !! ) deutlich zu hoch. berichte über gartenverwüstungen durch wildschweinrotten gibt es seit längerem , und das nicht nur am goldberg.
was allerdings verwundert ist das verhalten der bache, die in sekundenschnelle den hang hinabstürzt und mit quiekendem geschrei auf den voranlaufenden, sechsjährigen akim zusteuert !
könnte es sein das der hütehund Noel ohne leine vorweg gelaufen ist ? den anschein hat es auf jeden fall, und dann trifft selber schuld zu.
14:33
Pfefferspray hilft gar nicht....wenn ein Tier in rage ist, ist es in Rage und kann durch nichts aussser einem Gewehr oder Elektroschocker gebremst werden. Spray würde es nur noch aggresiver machen. Wen man einem Menschen das zeug in die Augen sprüht, ist auch auch noch Handlungsfähig, auch wenn die Augen brennen und er nichts mehr sehen kann.
Einzigste Möglichkeit ist rennen und/oder auf einen baum Rauf.
@Björn
Als Forstwirt bin ich 4 Jahre lang selbst im dicksten Dickicht nicht angefallen worden, selbst wenn man die Schweine schon gerochen hat morgens bei Arbeitsbeginn weil sie im frischen Grün übernachtet haben etc.. Man muss, wie ich auch oben schon gesagt habe, sie schon provozieren..........
14:29
ICH BIN NATURSCHÜTZER,..
Ich schütze die Natur,in den ich Sie NICHT betrete,....VOR ALLEM IM FRÜHJAHR, wo die meisten Tiere JUNDE haben............
ICH WÜRDE AUCH JEDEN ANFALLEN DER MICH UND MEINE KINDER IN MEINEM WALD STÖHRT
13:49
@björn
wie soll man sich als MTB jetzt im wald verhalten?? bin oft morgens oder abends ab 19 uhr im eilper und stadtwald unterwegs. wie wahrscheinlich ist es das mich so ein wildschwein angreift, wenn ich auf den gekennzeichenten wegen fahre. hilft da nur abhauen, oder würde pfefferspray vielleicht auch helfen???
p.s. wie viele wildschweine leben hier in den hagener wäldern??? mir kommt es so vor als ob es sehr viel mehr sind als die jahre zuvor.
13:12
Sicherlich kann es im Wald gefährlich werden, aber wie schon erwähnt kann das nicht alles gewesen sein was dort im Bericht steht!!! Eine Bache geht nie ohne grund auf Menschen los!! Vielleicht war der Hund ja doch schon eher von der Leine los und hat mal rechts und links vom Weg geschaut was es da so gibt???? Mir als jäger ist es bis jetzt noch nicht passiert das ich von einem Wildschwein oder ähnlichem Tier angefallen worden bin, wenn ich im Wald unterwegs bin!!!
Mann sollte sich glaube ich erst nochmal genau erkundigen was da genau vorgefallen ist, bevor mann sagt die Wildschweine sind agressiv!!!
Für mich klingt das auf jeden Fall alles sehr merkwürdig!!!
12:49
Ich finde wir sollten über ein Naherholungsgebiet auf Friedrich-Ebert-Platz nachdenken. Ich schlage 150 Quadratmeter umzäunten Geländes vor. Inhalt: Drei Zierpflanzen, eine Schaukel und einige Sitzgelegenheiten. Über installierte Lautsprecher könnte das Areal mit realitätsnahen Waldgeräuschen beschallt werden. Das Motto könnte lauten: Die zweitwaldreichste Stadt NRWs liebt ihre Wälder!
Meine nachmittäglichen Joggingrunden durch den Wald, werde ich künftig bewaffnet und mit Rüstung unternehmen. Damit ICH auch weiterhin durch MEINEN Wald spazieren kann.....
Sowieso frage ich mich in der Tat, was das für seltsame Tiere auf den Fotos sein sollen. Die sind mir weder auf der Elberfelder Straße noch sonst wo begegnet.
Spaß beiseite, der Wald ist und bleibt das Wohnzimmer der Tiere. Wir haben uns zwar vorbereitet aber dennoch vorsichtig in ihm zu bewegen. Ich denke, Aufklärungsarbeit ist an dieser Stelle der richtige Ansatz.
12:13
Der Wald ist keine reine Erholungsstätte für uns Stadtmenschen, vorrangig ist er das Zuhause von einer Vielzahl von Wildpflanzen und Tieren. Wer den Wald nutzen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein.
Selbstverständlich ist eine Aufklärung über richtiges Verhalten im Wald notwendig, dies ist jedoch nicht bloß Aufgabe der Schulen. Erziehung sollte immer noch Hauptaufgabe der Eltern sein, dazu gehört auch Wissensvermittlung im Bereich Natur. Ein Waldspaziergang am Sonntagnachmittag stellt vielleicht Gefahren dar, doch überwiegen die Chancen Neues zu entdecken und die Natur live zu beobachten.
Gerade aus diesem Grund, ist es sehr schade, dass die Familie nun eine Art Wald-Phobie entwickelt hat.
Da lobe ich mir das „Naturerlebnis Marienhof“ in Hagen Delstern. Ein Verein, der den Kindern die Natur näher bringt und sie über ein richtiges Verhalten in dieser aufklärt.