"Gottes Liebe gilt auch Homosexuellen"
07.11.2009 | 11:00 Uhr 2009-11-07T11:00:00+0100Hagen. Hagens Superintendent Bernd Becker hat sich im Homosexuellen-Streit auf die Seite von Landespräses Buß gestellt. Ob er selbst ein schwules Pärchen segnen würde und ob Pfarrer homosexuell sein dürfen, beantwortet der 41-Jährige im Interview.
Landespräses Alfred Buß hat mit seiner Erklärung, Homosexualität sei weder Fehlentwicklung noch Krankheit, Kritik hervorgerufen. Teilen Sie seine Auffassung?
Bernd Becker: Was er gesagt hat, kann ich ohne weiteres unterschreiben. Unsere Landessynode hat schon 1996 beschlossen, dass der Diskriminierung von Homosexuellen in Kirche und Gesellschaft entschieden entgegen zu treten sei. Wie der Landespräses schon sagte: Gottes Liebe gilt unabhängig von sexueller Orientierung.
30 westfälische Pfarrer haben ihre Bestürzung über die Äußerungen von Buß gezeigt. Äußert sich die Bibel überhaupt kritisch zur Homosexualität?
Becker: An fünf Stellen, glaube ich. Dreimal im Alten Testament und zweimal in den Paulus-Briefen. Aber ich halte es für schwierig, mit der Bibel heutige Sexualmoral zu begründen. Die Väter des Alten Testaments hatten Frauen und Nebenfrauen - ein Umstand, an dem wir uns auch nicht gerade orientieren. Es gibt eben manche Dinge in der Bibel, die wir heute anders betrachten.
Die 30 Pfarrer behaupten, gelebte Homosexualität entspreche nicht der Schöpfungsordnung der Bibel.
Becker: Die Geschichte, dass die Welt in sieben Tagen erschaffen wurde, entspricht auch nicht dem heutigen wissenschaftlichen Stand vom Urknall. Will sagen: Wir haben heute über den Menschen und seine sexuelle Prägung Erkenntnisse, gerade aus dem psychologischen Bereich, die die Autoren der Bibel noch nicht besaßen.
Würden Sie einem homosexuellen Paar den kirchlichen Segen geben?
Becker: Ich persönlich würde das machen, andere Pfarrer vielleicht nicht. Und weil das ein so sensibles Thema ist, ist die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in das Ermessen jedes einzelnen Pfarrers gestellt. Ich finde, das ist eine akzeptable Lösung.
Dürfen Pfarrer homosexuell sein?
Becker: Natürlich. Es ist ausschließlich Sache der jeweiligen Kirchengemeinde, welchen Pfarrer sie wählt.
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Droht der Kirche nun eine Zerreißprobe?
Becker: Es ist zweifellos ein Reizthema, aber in unserer globalisierten Welt haben wir ganze andere Fragen zu lösen: Ökumene, soziale Gerechtigkeit, die Entfremdung von Kirche und Gesellschaft zum Beispiel. Für die evangelischen Pfarrer in Hagen kann ich zudem sagen, dass wir nicht voneinander erwarten, dass der eine die Meinung des anderen übernimmt.
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16:01
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15:32
Herr Superintendent,
ich fordere Gleichberechtigung in der Kirche vor Gott.
15:18
@ Amsel:
ich widerspreche. Als Evangelikaler sehe ich Homosexualität als Sünde an.
Den Homosexuellen selber beurteile oder verurteile ich nicht. Das muss jeder für sich entscheiden.
Ich möchte nur frei meine Meinung äußern dürfen.
Gott befohlen!
15:16
Amsel, was ist mit mir ?
Bekomme ich auch alle Rechte ? So wie die Schwulen und Lesben ?
15:14
@54
Sind wir nicht alle innerlich Polygamisten?
Allein das ständige Gequatsche hält mich von konkreter Ausübung ab!
15:08
@alle:
Wo ist das verdammte Problem? Als gläubiger Christ sollte man doch all das wissen: der Balken, das eigene Mass, das Richten, die Nächstenliebe (und Feindesliebe) und, und, und. Wer kann urteilen? Sind wir (in diesem Fall Christen) nicht anders als (wie oben angeführt) Islamisten? Wo ist das verdammte Problem? Homosexualität ist keine Sünde, nur eine sexuelle Präferenz - die sich niemand aussuchen kann. Niemand kommt zu Schaden, niemand wird verletzt. Keines der Gebote wird gebrochen. Wo ist das Problem? Ich sehe es einfach nicht. Als gläubige Katholikin sehe ich die Probleme ganz woanders. Oh Mann! Sind wir alle blind/oder Pharisäer? Möge der Herr uns vergeben.
14:51
#51
Natürlich habe ich mit meiner Ausrichtung Probleme, ich werde diskriminiert.
1. Ich möchte ein Ehegattensplitting für uns alle 3 oder 4. Der Staat verweigert mir das.
2. Alle meine Frauen sollten - zumindest zeitweise - arbeiten. Schließlich bin ich ein emanzipierter Mann. Wenn dann eine oder mehrere einer Pilzvergiftung zum Opfer fallen, möchte ich eine Witwenrente, im Notfall auch von allen. Der Staat verweigert mir das.
3. Wenn eine meiner Frauen krank wird, bekomme ich im Krankenhaus keine Auskunft. Der Staat verweigert mir dieses Recht, das für Monogame gilt.
4. Ich möchte sowohl in der katholischen als auch in der evangelischen Kirche für diese Vielweiberehe Gottes Segen bekommen. Die Kirche verweigert mir das.
Ich werde diskriminiert.
Ich werde in meinen Grundrechten verletzt.
Ich fordere Gleichberechtigung.
14:45
@ Konservativer:
Danke! Viele verstehen einfach nicht, dass wir nichts gegen Homosexuelle haben - aber die Homosexualität ablehnen.
14:42
@ keineangstvornazis
Leben und leben lassen ist hier die Devise, und zwar alle gleich. Alle Pflichten aber auch alle Rechte.
Sehr richtig. Kein Christ wird Ihnen da widersprechen.
Die Bergpredigt z.B. enthält nur Elemente der Menschenliebe und des Respekts. Das hat nichts mit Weltfremdheit zu tun. Die 10 Gebote bieten das allgemeingültige Fundament des menschlichen Miteinanders. Wenn Sie mit Religion partout nichts am Hut haben (möchten), dann akzeptieren Sie doch wohl Kants goldene Regel.
Ich glaube nicht, daß gläubige Christen Leid für irgend jemanden wünschen. Es tut mir leid, wenn Sie möglicherweise andere Erfahrungen gemacht haben.
Gottes Segen für Sie :-)!
14:41
@ polygamist
worin würde eigentlich das grosse problem bestehen, wenn sie 2 ehepartner hätten, solange alles auf gegenseitigen einverständnis beruht ?
mir is es auch völlig egal was mit ihnen ins bett geht. das möchte ich mit sicherheit nicht wissen ^^
leute mit einer gefestigten und selbstbewussten sexualität mäkeln nicht an das privatleben anderer herum, es kann ihnen ja egal sein.
übrigens schröder, ich finde fundametalismus auch ziemlich wider, aber sie können sich auch nicht ändern.
meiner meinung nach sind diejenigen, die sich besonders gross die religiösen werte auf die fahne schreiben genau die, die sie am wenigsten leben.