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Fotografen mit Herzblut

06.02.2009 | 18:57 Uhr
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Hagen. Die Gemeinschaft sitzt in England, mehr als 150 Jahre ist sie alt. Jung aber ist der deutsche Ableger der „Royal Photographic Society”. Er entstand, als sich vor knapp zwei Jahren Fotografen aus dem Bundesgebiet zusammentaten. Mehrere Fotofreunde leben in Hagen, darunter auch der Vorsitzende.

Auf den Auslöser drückt Horst Witthüser seit mehr als 30 Jahren. Aus Freude, aus Leidenschaft. Lange Zeit lebte er im englischsprachigen Ausland, wurde dort auf die Royal Photographic Society aufmerksam und letztlich auch Mitglied. Etliche in Deutschland lebende Fotografen gehören der englischen Gesellschaft an, weshalb die Idee entstand, eine Sektion in Deutschland zu gründen. „Die erste im deutschsprachigen Raum”, erzählt Witthüser.

Der Leiter des Hohenlimburger Gymnasiums gehörte zu den ersten acht Fotografen, die sich im August 2007 im Düsseldorfer Theatermuseum trafen, um die Sektion zu gründen. Da aber zwölf Mitglieder notwendig sind, sprach der zum Vorsitzenden bestimmte Witthüser seinen Hagener Nachbarn und Zahnarzt Siegfried Rubbert an - wie Witthüser ambitionierter Hobbyfotograf. Auch er fotografiert seit mehr als 30 Jahren. Der freute sich über eine neue Herausforderung und den Kontakt zu Menschen, die seine Leidenschaft teilen.

Dass sich für Rubbert jetzt dank der Sektion ein lang gehegter Wunsch erfüllt, hatte sich der Hagener bei seinem Beitritt allerdings nicht gedacht: „Ich wollte immer mal eine Ausstellung mitmachen”, gesteht der Zahnarzt. Dazu hat er jetzt Gelegenheit: 14 der 35 Mitglieder stellen ab Sonntag, 8. Februar, bis Sonntag, 5. April, ihre Fotoarbeiten gemeinsam im Düsseldorfer Theatermuseum aus. Sie schossen in den vergangenen Monaten Fotos zum Thema „Blickwechsel - die Kunst des Zuschauens.” Sowohl Horst Witthüser wie auch Siegfried Rubbert beteiligen sich mit Arbeiten.

Witthüser zeigt stimmungsvolle Aufnahmen aus einem in Fels geschlagenen Amphitheater in England, Rubbert suchte seine Motive im Hagener Theater - eines dieser Fotos schaffte es gar auf die Einladung zur Vernissage am Sonntag. „Das ist eine Ehre für mich”, sagt Rubbert. Es zeigt Werner Hahn, wie er durch den Theatervorhang lugt.

Wer die Ausstellung besucht, wird weitere Bilder aus dem Theater entdecken, quasi mit Werner Hahn durch den Vorhang hindurch aufs Publikum spähen. Rubbert machte seine Fotos während der Silvestervorstellung der „Lustigen Witwe”, statt zur digitalen Spiegelreflexkamera griff er zur alten analogen Leica. „Die macht keine Geräusche, wenn ich den Auslöser drücke - das war eine Vorgabe des Theaters”, erzählt Rubbert. Werner Hahn sei gern bereit gewesen, das Model zu spielen - und trennte für Rubbert sogar den zugenähten Sehschlitz im Theatervorhang wieder auf. Durch den späht normalerweise niemand mehr.

Für die Hagener Fotofreunde Witthüser und Rubbert ist die Ausstellung in Düsseldorf in doppelter Hinsicht Antrieb: zum einen, um mehr zu fotografieren, zum anderen, um die deutsche Sektion der Royal Photographic Society weiter auszubauen. „Eine nächste Ausstellung ist schon geplant”, sagt Witthüser. Die Aufgabe: Kunstschrift in Szene zu setzen. Natürlich mit dem Fotoapparat.  Infos zur deutschen Sektion bei Horst Witthüser, E-Mail: rps@witthuser.de.

Fotografen mit Herzblut

Anke Hoffmann

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