Fast jeder dritte Bauantrag in Hagen bleibt unbearbeitet
24.01.2013 | 18:50 Uhr 2013-01-24T18:50:00+0100
Hagen. Gut 30 Prozent aller Bauanträge in Hagen können derzeit nicht bearbeitet werden. Die Gründe dafür sind vielfältig: Einerseits ist das Bauordnungsamt chronisch unterbesetzt, andererseits gehen die Mitarbeiter in einer Flut von Klagen wegen abgelehnter Bauanträge unter.
Bauherren und Renovierungswillige brauchen derzeit viel Geduld: Beim Bauordnungsamt stapeln sich die Bauanträge. Ein Drittel der Anträge kann derzeit nicht bearbeitet werden. Die Gründe dafür sind vielfältig. „Zum Teil sind die Probleme hausgemacht – durch das Haushaltssicherungskonzept und die daraus resultierenden Einsparvorgaben“, erklärte Baudezernent Thomas Grothe beim Neujahrsempfang des Forums Stadt-Bau-Kultur, zu dem Architekten und Ingenieure ins Kunstquartier eingeladen hatten.
„Wir sind gehalten, Personal abzubauen. Und frei gewordene Stellen werden nicht zeitnah neu besetzt“, klagt Grothe. „Seit kurzem ist die Hälfte der unteren Führungsebene weggefallen. Von vier Bezirksleitern sind nur noch zwei im Amt. Grund sind ein Todesfall sowie eine Pensionierung“, konkretisiert Georg Thomys, Leiter der Bauaufsicht. Dass 30 Prozent aller Bauanträge derzeit nicht bearbeitet werden, liegt auch daran, dass das Personal mehr und mehr mit Klagen von Bürgern beschäftigt ist.
„Bis 2007 konnten Bürger gegen einen abgelehnten Bauantrag Widerspruch einlegen, heute muss beim Verwaltungsgericht in Arnsberg geklagt werden und etliche der Fälle kommen anschließend bei den Stadt-Hagen-Mitarbeitern auf den Tisch. „Mittlerweile haben wir pro Jahr etwa 40 Klageverfahren – das bindet natürlich Personal“, so Thomys. „Für ein normales Einfamilienhaus und bei vereinfachtem Verfahren betrug die Antragsbearbeitungszeit 2011 im Schnitt 59, bei aufwendigeren Bauvorhaben 76 Nettotage. Davon können wir heute nur träumen.“
Es wird deutlich mehr Personal benötigt
Thomys hofft, zumindest bald wieder den Status Quo von Herbst 2012 zu erhalten. „Obwohl wir aufgrund der Zunahme der Anträge – an sich ja ein positiver Wirtschaftstrend – sogar deutlich mehr Personal benötigen.“
Mit Hochdruck wird derzeit übrigens an der Baugenehmigung für die neue Veranstaltungsstätte im Theater-Karree gearbeitet. Grundsätzlich stehe man der ebenerdigen Fläche in der Innenstadtimmobilie (das ehemalige Quelle-Kaufhaus), die insgesamt 600 Besuchern Platz bieten soll, positiv gegenüber, doch bislang seien einige Sicherheitsauflagen nicht erfüllt worden, erläutert Georg Thomys, „der Teufel steckt eben oft im Detail“.
„Wir haben nachgebessert, haben unter anderem 80 zusätzliche Sprinklerköpfe eingebaut, Brandschutzmaterial angebracht, Wände gezogen und auch die Notausgänge verbreitert. Am 2. Februar soll hier eine große türkische Veranstaltung stattfinden, später dann auch Disco-Deluxe- und R&B-Partys“, erklärt Hausverwalter Kerem Dere. Wenn alle Sicherheitsauflagen erfüllt sind, wird die Veranstaltungsstätte im Theater-Karree Mitte nächster Woche vom Bauordnungsamt abgenickt.
16:51
IGDSL - sie haben recht.
In Hagen klappt so vieles nicht, wie in anderen Städten.
Alleine die Ordnungsbeamten. In anderen Städten heißen die "Ordnungspolizei" und
fahren schicken Mercedesbully sogar mit Blaulicht.
In Hagen gurken die mit einem alten Opel Combo rum.
Am Westerbauer Bahnhof wird jede Woche erneut das Telefonhäuschen zerdeppert - kein Lokalpolitiker scheint an einer echten Lösung interessiert zu sein- die Leute wenden sich angewidert von diesem Ort ab, die ganze Nordstraße gehört abgerissen.
14:56
Wenn man etwas will, findet man Lösungen - wenn man etwas nicht will, findet man Gründe.
Zu wenig Geld, zu wenig Personal, Pensionierungen (die kommen wie Weihnachten ja auch mmer so plötzlich) und natürlich die Bürger, die klagen.
Ich höre auch hier nur wieder Gründe. Ich als Bürger erwarte Lösungen von den Menschen, die mit meinen Steuergeldern finanziere. Eine Stadtverwaltung ist kein Selbstzweck - eine Stadtverwaltung hat einzig und alleine für ihre Bürger dazu sein.
Wieso funktioniert sowas in anderen Städten und wieder mal nicht in Hagen?
04:02
Wenn man als Politiker keine Liebe zur eigenen Stadt hat und sich nicht wirklich kümmern will, dann verkommen Städte zu einem Loch! Hagen gehört leider zu diesen Löchern.
20:05
Dann werden diese Bauanträge eben duch Bearbeitungs-Terminüberschreitung rechtskräftig.
Oder es werden dann,oft eine Scheinbarbeitung vorgetäuscht. in dem an die Bauherren Forderunggestellt werden, die der Staat gar nicht zu bewerten hat.
Solche Sachen landen dann vor Gericht.
40 laufende Klageverfahren, sicher aus vor genanntem Grund, zum Schaden der Bürger.
Leider hören wir von dem Bauamt nicht, wie diese ausgegangen sind.
So etwas ist dann geheim. Ich bin überzeugt,dass alle Verfahren durch Vergleich enden.
Die Stadt hätte die Prozesse sowie so verloren. Warum dann vor Gericht ziehen.
Scheint eine Arbeitsbeschffungsmassnahme der Ämter zu sein .
16:27
In der Privatwirtschaft ist es üblich,daß bei hohem Auftragseingang die leitenden Mit-
arbeiter täglich etwas länger arbeiten,um den Auftragsberg abzutragen. Warum ist dies
nicht auch für die Mitarbeiter des Bauordnunsamtes möglich? Bei Auftragsflauten
bekommen die Damen und Herren ja auch weiter ihr volles Gehalt für das "Däumchen-
drehen".
17:55
Wenn man nicht alle 5 Minuten Pause macht, dann klappt es auch mit der Bearbeitung.
16:35
Ganz herzlichen Dank, liebe Frau Hinz, für diesen wundervollen Artikel!
Auch ich stehe ebenerdigen Flächen grundsätzlich positiv gegenüber - ebenso wie der Erkenntnis, dass 30 Prozent ein Drittel sind.
12:39
Es gilt immer noch das Bordellprinzip: Stöhne ohne zu leiden.
12:38
Wenn man sich nur schnell ein paar neue, zusätzliche Vorschriften ausdenkt, könnte man die Quote doch locker auf 50 Prozent steigern. Lässt sich viel leichter rechnen ...
10:23
Was diese Herrschaften sich rausnehmen ist ohnehin an dummer Dreistigkeit nicht zu überbieten. Sie spielen sich auf, als seien sie der Nabel der Welt. Hinterfragt man das "Fachwissen" kommt heisse Luft! Schlimm ist, daß man diesem Verein mit der nötigen Portion Demut entgegen kommen muss. Ansonsten wird abgelehnt und der Rechtsweg eingeschlagen. Denen ist das egal, weil die Stadt ja den eigenen Anwalt bezahlt. Der Bürger hat das Nachsehen. Man sollte mal langsam im Rathaus überlegen, wer denn dieses selbstzufriedene Beamtentum finanziert. Die Beamten sind Diener (daher der Name Dienst) für die Bürger. Hier in Hagen handelt es sich um eine Bauverhinderungsabteilung mit traurigen Figuren.