Das aktuelle Wetter Hagen 10°C
Gericht

Elf Jahre Haft für Schläger aus Haspe - Mordversuch an junger Frau

23.02.2013 | 14:00 Uhr
Das Hagener Schwurgericht hat den brutalen Elbers-Schläger zur elf Jahren Gefängnis verurteilt.Foto: dapd/Archiv

Hagen.   Der brutale Schläger Recep K., der im vergangenen Jahr eine junge Frau an der Frankfurter Straße in Hagen fast zu Tode prügelte und brutal entstellte, muss für seine Tat elf Jahre hinter Gitter. Dieses Urteil verhängte das Schwurgericht. Das Opfer saß bei der Verkündung im Gerichtssaal. Die 22-jährige war bei der Tat nur knapp dem Tod entkommen.

Der brutale Elbers-Schläger Recep K. (28) aus Hagen-Haspe muss für elf Jahre ins Gefängnis. Das Schwurgericht verurteilte ihn wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung. Während des Urteils saß die junge Frau (22), deren Gesicht bei dem nächtlichen Angriff regelrecht zertrümmert wurde, im Gerichtssaal. Sie war damals nur knapp dem Tod entkommen, weil eine Anwohnerin ihr Wimmern hörte und die Polizei benachrichtigte.

„Wir hoffen, dass sie bald wieder ein ganz normales Leben führen wird und auch alleine das Haus verlassen kann“, wandte sich die Vorsitzende Richterin Heike Hartmann-Garschagen direkt an das noch immer traumatisierte Opfer. „Wir können aber nur sehen, wie es jetzt ist. Und das ist nicht gut.“

Rückblende: In der Mittwochnacht zum 1. August war die junge Frau auf dem Nachhauseweg von einer Party gegen drei Uhr morgens auf der Frankfurter Straße von einem Mann verfolgt und belästigt worden. Es war, wie spätere Videoauswertungen entlang der Straße ergaben, Recep K. – „als Sohn türkischer Einwanderer in Deutschland aufgewachsen“, wie es die Richterin formulierte, „und gerade erst drei Wochen zuvor aus dem Gefängnis entlassen.“

Opfer fürchterlich zugerichtet / Geschlechtstrieb befriedigt

Richterin Heike Hartmann-Garschagen verkündete das Urteil im Schläger-Prozess. Foto: Büdenbender/Archiv

Der Automechaniker aus Haspe griff die 22-Jährige an, boxte ihr ins Gesicht, trat dann mit unfassbarer Brutalität mit seinen Schuhen nach. Multiple Gesichtsknochenbrüche, ein Schädelhirntrauma, wochenlanges Koma und ein Gedächtnisverlust waren die schweren körperlichen Folgen.

Noch nie habe er in seiner langjährigen Laufbahn ein Gesicht gesehen, das dermaßen zugerichtet und entstellt war, berichtete ein erfahrener Notfallmediziner als Zeuge, „ein Gesicht, in dem man wirklich gar nichts mehr erkennen konnte.“ Der Angriff sei „zur Befriedigung seines Geschlechtstriebs und in Tötungsabsicht geschehen“, betonte Staatsanwalt Bernd Haldorn und beantragte elf Jahre Haft, die das Gericht auch später verhängte.

Gericht
Traumatisiertes Opfer kann sich an Tat nicht erinnern

Der brutale Elbers-Schläger, der eine junge Frau (22) fast zu Tode geprügelt hat schweigt, beim Prozessauftakt. Und auch das lebensgefährlich verletzte Opfer, das drei Wochen im künstlichen Koma lag, kann nichts zur Sachaufklärung beitragen. Das Gedächtnis der Frau ist seit der Tat wie ausgelöscht.

Recep K. hätte zur Tatzeit zwar Red Bull und Wodka intus gehabt und sei deshalb auch alkoholisiert und enthemmt gewesen, befand das Schwurgericht. Eine verminderte Schuldfähigkeit oder gar Schuldunfähigkeit habe aber nicht vorgelegen. „Er war während der Tat vollständig fähig, das Unrecht einzusehen.“

Der leblose Körper der Frau sei etwa 50 Meter weit über die Straße geschleift worden. Bis zu einem Fahrzeugunterstand an den Elbershallen. Dort verging sich Recep K. noch an der bewusstlosen Frau, ließ sie im Todeskampf zurück. „Es ist ihm völlig egal gewesen, was mit seinem Opfer geschah“, argumentierte Richterin Hartmann-Garschagen, „er nahm billigend in Kauf, dass sie an den Folgen versterben werde.“

Mutmaßliche Täter verhaftet



Kommentare
25.02.2013
07:58
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #11

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

24.02.2013
18:13
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #10

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

1 Antwort
Elf Jahre Haft für Schläger aus Haspe - Mordversuch an junger Frau
von honigclown | #10-1

Wenn Du ihn unbedingt sehen willst: Gerichtsstraße 5, JVA.-Hagen.

24.02.2013
09:56
Elf Jahre Haft für Schläger aus Haspe - Mordversuch an junger Frau
von buntspecht2 | #9

Gehört der nicht nach verbüßen der strafe in die Psychiatrie ?

24.02.2013
05:26
Elf Jahre Haft für Schläger aus Haspe - Mordversuch an junger Frau
von oxofrmbl | #8

Die Tat ist abscheulich und unser Rechtssystem zu milde. Solche Leute sollten dauerhaft weggesperrt werden

23.02.2013
14:42
Vor den Kopf
von RainerN | #7

Das Opfer hat am Tattag lebenslänglich bekommen und der Täter, ist bei guter Führung, nach Verbüßung von 2/3 der Strafe wieder auf freiem Fuß.
Mir ist schon bekannt, das es in unserem Rechtssystem nicht um Rache geht, sondern um eine gerechte Bestrafung, die dem Täter die Möglichkeit gibt über sich und seine Tat nachzudenken und etwas zu verändern, Resozialisierung also. Nur fehlt mir in diesem Fall allein der Glauben, dass Recep.K sich und seine Lebenseinstellung tatsächlich im positiven Sinn bis zu seiner Entlassung ändern wird, Wenn er spätestens im Alter von 39 Jahren entlassen wird, kann man nur hoffen, dass er nicht irgendwann wieder rückfällig wird und eine vergleichbar abscheuliche Tat begeht, wie am 1. August im letzten Jahr. Leider kann man einem Menschen nur vor den Kopf gucken.

23.02.2013
12:20
Elf Jahre Haft für Schläger aus Haspe - Mordversuch an junger Frau
von gernedabei | #6

Wenn man bedenkt das der Täter bei guter Führung wohl nur 2/3 der Strafe absitzt, finde ich das Strafmass zu gering. Wer so mit dem Leben anderer Menschen umgeht / umgegangen ist, hat keinerlei Gnade zu erwarten. Vielleicht hätte die Richterin über das geforderte Strafmass hinausgehen sollen. Auch das ist möglich. Bei solchen Taten sollte das Strafmass voll ausgeschöpft werden. Zumal, wie in diesem Fall, der Tod des Opfers billigend in Kauf genommen wurde.

23.02.2013
11:53
Elf Jahre Haft für Schläger aus Haspe - Mordversuch an junger Frau
von offenfahrer | #5

Elf Jahre hören sich für mich zu wenig an, angesichts der Folgen für das Opfer und der Tatsache, dass der Täter erst kurz vorher aus der Haft entlassen worden ist. Wie hoch wäre das maximal mögliche Strafmaß gewesen?

23.02.2013
10:52
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

23.02.2013
08:21
Elf Jahre Haft für Schläger aus Haspe - Mordversuch an junger Frau
von denhoorn | #3

Nachdem was der Täter angerichtet hat, sind 11 Jahre ein recht mildes Urteil, wenn man bedenkt das das Opfer ein ganzes Leben an diesen Folgen leiden wird. Kein Opfer wird nach einiger Zeit in ein normales Leben zurückfinden.

23.02.2013
01:34
Wenn diese Tat . . .
von KPDHagen2 | #2

. . . zur Befriedigung des Geschlechtstriebs ausgeführt wurde, dann muss dem Mann der Geschlechtstrieb dauerhaft genommen werden!!!

Aus dem Ressort
Flüchtlinge sind für Stadt Hagen eine Herausforderung
Soziales
Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Hagen kommen, ebbt nicht ab. Männer, Frauen, Jugendliche und Kinder. Den Schwächsten der Schwachen widmet die Stadtredaktion ihre Weihnachtsaktion. Das Motto: „Hagen reicht Flüchtlingskindern die Hand.“
Vermisste 52-Jährige aus Lüdenscheid wieder aufgetaucht
Vermisstensuche
Gute Nachrichten im Fall einer vermissten 52-Jährigen aus Lüdenscheid: Wie die Polizei Hagen mitteilte, wurde die Frau am Donnerstagabend in Hagen gefunden - unversehrt. Sie sei nun wieder bei ihrer Familie.
A45 wird zur Baustellenstrecke zwischen Dortmund und Siegen
Autobahn-Baustellen
Die A45 (Sauerlandlinie) wird in den nächsten Jahren zu einer Baustellenstrecke. Zehn Sanierungsprojekte stehen auf einer Liste, die der Landesbetrieb Straßen NRW veröffentlicht hat. Autofahrer müssen sich zwischen Dortmund-Nordwest und dem Siegerland bis zur hessischen Grenze auf Staus einstellen.
Wie sich Frauen gegen sexuelle Übergriffe schützen können
Opferschutz
Zwei Fälle von sexuellen Übergriffen auf junge Frauen hat es zuletzt in der Hagener Innenstadt gegeben – mutmaßlich war es derselbe Täter, der noch nicht gefasst ist. Wie sollen sich Frauen nun abends und nachts in Hagen verhalten? Polizei-Experte Wolfgang Heidl gibt Ratschläge im Interview.
Deo-Spray versprüht - Panik in Breckerfelder Jugendherberge
Großalarm
Die Breckerfelder Jugendherberge wurde mit Deo-Spray eingenebelt. Unter 140 Kindern brach Panik aus. Schüler klagten über Reizungen der Atemwege und Schmerzen in den Augen. Rettungsdienste und Feuerwehr rückten zum Großeinsatz an. Die Sprayer waren Jugendliche einer Schulklasse vom Niederrhein.
Fotos und Videos
Straßenbahn von Hagen nach Wetter
Bildgalerie
Historie
WP-Schützenköniginnen
Bildgalerie
Preisverleihung
Eröffnung der Rathaus-Galerie geplatzt
Bildgalerie
Brandschutz
Blick in die neue Galerie
Bildgalerie
Rathaus-Galerie