Diegel schlägt Neubau in Nachbarschaft vor
09.02.2010 | 18:04 Uhr 2010-02-09T18:04:00+0100
Hagen. Den Regierungspräsidenten haben die Karnevalisten der GHK auf ihrem Festwagen in den (Narren)-Käfig gestellt. Und da gehört er in den Augen der Tierschützer auch hin. Spätestens, seitdem er vorgeschlagen hat, den Neubau des Hagener Tierheims in einer Nachbarstadt zu realisieren.
Bürgermeisterin Brigitte Kramps, die die Patenschaft für das Jeckengefährt übernommen hat, ist stinksauer über den brisanten Inhalt eines Briefes von Helmut Diegel an den Tierschutzverein Hagen. Sein Vorschlag: Der Verein solle mit seinen Spendengeldern in Höhe von 525 000 Euro doch eine andere Stadt beglücken. Tierschutz höre schließlich nicht an der Stadtgrenze auf.
Wörtlich heißt es: „Spricht eigentlich irgendetwas dagegen, ein neues Tierheim mit dem Geld der Spender in einer der Nachbarstädte Hagens zu bauen, die sich einen solchen Neubau angesichts der Haushaltslage leisten könnten?” Eine Klage gegen das Arnsberger „Nein” zum Neubau, wie vom Rat beschlossen, dokumentiere nur das Kirchturmsdenken, dass überwunden werden sollte.
"Eine Unverschämtheit"
„Eine Unverschämtheit”, darin sind sich Bürgermeisterin Kramps und Ursula Kalhöfer-Sander, Vorsitzende des Tierschutzvereins Hagen, einig. Denn: „Gleichzeitig fordert das Landesamt für Umweltschutz dazu auf, das baufällige Gebäude Kratzkopf zu renovieren.” Dafür, so die engagierten Tierschützerinnen, seien nach Berechnungen eines Architekten 1,4 Millionen Euro fällig - eine Kanalsanierung noch gar nicht eingerechnet. 1,5 Millionen Euro müsse die Stadt für den Neubau an der Hasselstraße in Eilpe zahlen. 525 000 Euro steuert der Tierschutzverein bei. „Der Regierungspräsident schadet mit dieser überflüssigen Debatte seiner Heimatstadt gewaltig.”
Auch von den Plänen einer Fertigbaufirma, die jüngst Umweltdezernent Schmidt für einen Tierheim-Neubau vorgelegt hat und die eine erhebliche Kostenreduzierung vorsehen, hält der Tierschutzverein wenig. „Solche Pläne hat uns die Hagener Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft vor Jahren schon einmal vorgelegt”, so Ursula Kalhöfer-Sander, „damals waren sich Politik und Tierschutzverein einig, dass eine solche Holzbauweise nicht in Frage kommt. Das wäre nur ein Provisorium. Dafür haben unsere Spender kein Geld gegeben.”
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