Die allerletzte Spielzeit
16.09.2008 | 17:53 Uhr 2008-09-16T17:53:00+0200
Haspe. Die Faltblätter hat Georg Leifels zu zwei Packen bebündelt. Es sind die Halbjahresprogramme des Kulturforums Hagen. Sie hebt Leifels zur Erinnerung an Abende voller Musik, Poesie und Komik auf.
Auf die Papierstapel wird der Hagener lediglich noch eine weitere Broschüre legen: die endgültig letzte Programmübersicht. Nach zehn Jahren Kulturarbeit stellt das Kulturform Hagen Ende des Jahres die Arbeit ein.
Irgendwie ist die Motivation eingeschlafen, kulturelle Abende in der Waldorfschule zu veranstalten. Langsam ist sie weggedämmert in all den Jahren. „Wir sind zu einem vierköpfigen Kreis geschrumpft, der sich ehrenamtlich engagiert”, sagt Georg Leifels.
Er hat angeregt, dass das Kulturforum seine Arbeit Ende des Jahres einstellt. Dabei stand Leifels immer an der Spitze des Forums, angetrieben im Bestreben, kulturelle Impulse an die Menschen in der Stadt zu leiten. So lautete auch eine der Gründungsideen, als das Forum vor zehn Jahren seine Arbeit aufnahm, gedacht als Begegnungsplattform zwischen der Waldorfschule als Förderin des Forums, der Stadt und ihrer Bürger.
Die Sommerferien einmal ausgenommen, fand seither einmal im Monat ein Konzert statt, eine Lesung oder Kabarett. Oder, wie Leifels sagt, das gesamte Spektrum der Kleinkunst. Er war und ist für das Programm verantwortlich, er holte Künstler nach Hagen, die ihn interessierten. Unbekannte wie auch bekannte Namen, beispielsweise Hilde Domin, das Jazztrio Esbjörn Svensson und Volker Pispers. „Wir haben immer ein anspruchsvolles Angebot gehabt”, zieht Leifels eine selbstbewusste Bilanz. Doch es sei immer schwieriger geworden, ein Publikum anzusprechen.
Die abnehmende Resonanz allerdings ist nur ein Faktor, der Leifels dazu bewog, seine kulturelle Arbeit einzustellen. Ein Schlüsselerlebnis hingegen war, dass er vor einigen Monaten an der Abendkasse mit Besuchern ins Gespräch kam, Eltern, die wie er seine Kinder in die Waldorfschule schickten. „Sie wussten nach all den Jahren nicht, dass das Forum ein Kulturangebot ist, das von der Schule stets als Form der Öffentlichkeitsarbeit gefördert wurde.”
Frustrierend sei diese Erfahrung gewesen, habe ihn dazu gebracht, das komplette Forum zu hinterfragen. Und sich für das Aufhören zu entscheiden. Die letzte Veranstaltung ist für Donnerstag, 27. November mit dem A-cappella-Gruppe „Shining Sky” aus Weißrussland vorgesehen. Möglicherweise findet im Frühjahr noch ein Fest statt - zum endgültigen Abschied.
11:46
aber ja
14:51
Es gibt in Hagen soviel gute Kultur, da wird das Ende des Kulturforums verschmerzbar sein.