Das aktuelle Wetter Hagen 24°C
Facebook

Chef auf Facebook als Drecksau beschimpft - Fall vor Gericht

14.09.2012 | 10:28 Uhr
Chef auf Facebook als Drecksau beschimpft - Fall vor Gericht
Ein Hagener hatte seinen Chef auf Facebook als Drecksau beschimpft.Foto: dapd

Hagen.   Auf Facebook hatte der Hagener kräftig über seinen Chef gelästert, ihn unter anderem als Drecksau bezeichnet. Dabei ignorierte er allerdings, dass die Hälfte seiner Facebook-Freunde ebenfalls in der Firma tätig war. Einer von ihnen informierte die Chef-Etage. Die Beleidigung wurde zum Fall für das Gericht.

Arbeitsgericht
Facebook-Eintrag brachte zwei Bochumern viel Ärger

Weil sie ihren Ex-Arbeitgeber auf Facebook beschimpft hatten, mussten zwei Pflegekräfte aus Bochum zweimal vor ein Arbeitsgericht. Ein Pflegedienst hatte sie auf Unterlassung verklagt. Am Ende kam ein Vergleich heraus.

Arglosigkeit im sozialen Netzwerk Facebook hatte einen 52-jährigen Hagener Ende 2011 den Job gekostet. Der Mitarbeiter in einem Kaltwalzwerk hatte im Portal seinen Chef gegenüber einem Arbeitskollegen unter anderem als „Drecksau“ bezeichnet. Dabei ignorierte er, dass die Hälfte seiner Facebook-Freunde ebenfalls in der Firma tätig war. Einer von ihnen informierte die Chef-Etage. Die fackelte nicht lange: Kündigung – fristlos und hilfsweise fristgerecht. Das wollte er nicht hinnehmen. Die Sache landete im Mai vor dem Hagener Arbeitsgericht, wo die fristgerechte Kündigung als angemessen erachtet wurde. Der DGB-Rechtsschutz zog mit dem Gekündigten in die Berufung.

Vergleich: Ab 1. Oktober wieder im Job

Das Landesarbeitsgericht in Hamm kam tatsächlich zu einer anderen Auffassung als die Hagener Richter. Wenn ein Arbeitnehmer auf Facebook über seinen Chef herzieht, rechtfertigt das demnach keine Kündigung. In zweiter Instanz haben sich jetzt beide Parteien auf einen Vergleich geeinigt. Ab 1. Oktober hat der Hagener nun seinen Job im Walzwerk wieder. Michael Mey, Vertreter vom DGB-Rechtsschutz, ist zufrieden: „Ich freue mich, dass es uns hier wieder gelungen ist, den Arbeitsplatz zu erhalten, zumal unser Mitglied schon über 30 Jahre in der Firma beschäftigt war.“



Kommentare
18.09.2012
16:07
Chef auf Facebook als Drecksau beschimpft - Fall vor Gericht
von Greasy_Lake | #17

Ja, nur ob auch so geurteilt wird ist die Frage.

Und der Aufruhr wäre ungleich größer wenn sich der Chef das erlauben sollte...

17.09.2012
16:36
@Greasy_Lake | #15
von vaikl2 | #16

Die Rechtssprechung ist die gleiche: Beleidigung ist ein Straftatbestand und kann zur Anzeige gebracht werden. Punkt.

17.09.2012
16:05
Chef auf Facebook als Drecksau beschimpft - Fall vor Gericht
von Greasy_Lake | #15

Hach wie schön, das freut mich aber dass es noch möglich ist seinen Chef zu beleidigen und trotzdem weiterarbeiten zu dürfen.

Was mich aber viel mehr interessieren würde, wie denn die "Rechts"sprechung wäre, wen der Fall umgekehrt passiert wäre.......Ich möchte es mir eigentlich lieber nicht ausmalen.

16.09.2012
10:10
Chef auf Facebook als Drecksau beschimpft - Fall vor Gericht
von bornto | #14

Einige habens schon gesagt: Die eigentliche Dr..au ist die Person, die den ( natrülich wenig cleveren) Kollegen verpetzt hat. Mit so jemandem möchte ich nicht zusammenarbeiten!

15.09.2012
00:49
Chef auf Facebook als Drecksau beschimpft - Fall vor Gericht
von Juelicher | #13

Beleidigung oder üble Nachrede gegen den Chef - also eine Antragsstraftat rechtfertigen keine Kündigung? Wirklich erstaunlich ein solches Urteil!

14.09.2012
19:43
@Danzel | #11
von vaikl2 | #12

"ich kann doch auch am stammtisch über meinen chef herziehen. hat das dann auch konsequenzen?"

Wenn der Chef dies irgendwie mitbekommt, hat er alles Recht der Welt, um sich dagegen zu wehren. Es ist schlicht ein Straftatbestand der Beleidigung, denn auch Stammtische sind Öffentlichkeit.

Was machen Sie eigentlich, wenn ein Bekannter oder Nachbar Sie als "Dr....au" beschimpft?

1 Antwort
Chef auf Facebook als Drecksau beschimpft - Fall vor Gericht
von 3n3rgY | #12-1

Einmal kräftig grinsen und weiter gehen da dieses niveau zu niedrig ist um sich damit zu beschäftigen ;)

14.09.2012
16:23
Chef auf Facebook als Drecksau beschimpft - Fall vor Gericht
von Danzel | #11

ganz ehrlich warum sollte so ein urteil rechtens sein?
der mann hat in seiner freizeit sich privat geäußert.

in dieser kann ich tun und lassen was ich möchte genauso kann ich sagen was ich möchte. ich kann doch auch am stammtisch über meinen chef herziehen. hat das dann auch konsequenzen?

klar blöd auf jeden fall und die blödheit gehört bestraft, aber so definitiv nicht, zumal dort eine abmahnung bzw ein klärungsgespräch (ich wette es gab einfach einen disput bezüglich urlaub etc) hätten das ganze unnötig gemacht.

14.09.2012
15:55
Chef auf Facebook als Drecksau beschimpft - Fall vor Gericht
von Eduard79 | #10

Mal wieder so ein Fall von so unfassbarer Medien-Inkompetenz, dass man nur noch mit dem Kopf schütteln kann.

Auch wenn es arbeitsrechtlich nicht sauber ist, dem Mann zu kündigen, sollte der sich lieber für seine Dummheit schämen, anstatt zu klagen.

14.09.2012
15:07
Chef auf Facebook als Drecksau beschimpft - Fall vor Gericht
von vaikl2 | #9

"Facebook-Freunde" - die vorher für unmöglich gehaltene Steigerungsform von "Parteifreund"??

14.09.2012
14:27
Chef auf Facebook als Drecksau beschimpft - Fall vor Gericht
von Ergonomy | #8

„Ich freue mich, dass es uns hier wieder gelungen ist, den Arbeitsplatz zu erhalten, zumal unser Mitglied schon über 30 Jahre in der Firma beschäftigt war.“

Bei der Drecks...... ist er weiter beschäftig , hätte er sagen sollen.
Mir wäre das peinlich.

Aus dem Ressort
Künstler verlassen den Schutzraum Museum
Kooperative K
30 lokale, regionale und internationale Künstler stellen ab Samstag, 20. September, in der Hasper Werkstatt-Galerie Kooperative K aus. Die Ausstellung trägt den Titel „Urban Heroes“.
Realschule Haspe hofft auf Fortbestehen
Bildung
Das Schulamt will im November einen Vorschlag zur Zukunft der Realschule Haspe machen. Die Lehranstalt an der Kurzen Straße war zuletzt vom Anmeldungsverfahren ausgeschlossen.
In einer Woche kommt der neue Zehner
Geld
Kontrastreicher wirkt er. Der neue Zehn-Euro-Schein ist sicherheitstechnisch erheblich überarbeitet worden. In einer Woche wird die Banknote auch in Hagen ausgegeben. Die Bundesbank-Leiterin in Hagen erklärt vorab, was an dem neuen Schein wichtig ist.
Ein Dutzend Fragen an Enervie zu Hagens Trinkwasser-Zukunft
Stilllegungspläne
Der Energieversorger Enervie plant, das Wasserwerk Hengstey im Jahr 2017 zu schließen und will stattdessen bei den Wasserwerken Westfalen einsteigen. Die Pläne haben für viel Empörung und Kritik gesorgt. Nun bezieht Enervie Stellung und beantwortet zwölf Fragen rund um das Thema Wasserversorgung.
AfD und FDP behalten im Hagener Rat Fraktionsstatus
Politik
FDP und AfD behalten im Hagener Rat ihren Fraktionsstatus. Das hat die von Hagen Aktiv initiierte gemeinsame Überprüfung des Rechtsamtes gemeinsam mit dem Fachbereich des Oberbürgermeisters ergeben. Mehrere Fraktionen hatten an dem Status Zweifel angemeldet.
Fotos und Videos
Enervie-Arena wird zum Laufsteg
Bildgalerie
Søren-Modenschau
Hagener Photographien
Bildgalerie
Fotoausstellung
Phoenix Hagen gegen Tel Aviv
Bildgalerie
Basketball
Business-Frühstück bei der WP
Bildgalerie
Unternehmerverein