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Jubiläum

Buschey-Friedhof wird 200 Jahre alt

08.04.2010 | 17:26 Uhr
Buschey-Friedhof wird 200 Jahre alt

Hagen. Grün waren sich Protestanten und Katholiken vor 200 Jahren nicht. Und doch fanden sie zu in Hagen zu ökumenischer Eintracht, die die Jahrhunderte überdauert hat. Denn auch im Jahr 2010 wird der Buschey-Friedhof von den selben drei Kirchengemeinden unterhalten, die den Gottesacker anlegten.

In der Nachfolge sind es im Jubiläumsjahr die evangelische Stadtkirchen-Gemeinde, die katholische St.-Marien-Gemeinde und die evangelisch-reformierte Gemeinde, die in einem Trägerverein neben dem Buschey- auch den Remberg-Friedhof verwalten. Mit der Anlage des Buschey-Friedhofes reagierten vor 200 Jahren in napoleonischer Zeit die damaligen drei evangelischen und katholischen Hagener Gemeinden auf das Bestattungsverbot innerhalb der Stadtgrenzen. Ein neuer Friedhof musste deshalb außerhalb der Stadt angelegt werden. Und das Gelände am Buschey lag seinerzeit noch vor den Toren der Stadt.

Kulturhistorische Kostbarkeit

Heute ist der Buschey-Friedhof eine stadt- wie kulturhistorische Kostbarkeit. Denn hier fanden Angehörige zahlreicher Hagener Familien in teils monumentalen Gruften und Grabanlagen ihre letzte Ruhestätte, deren Namen dem Kunst-und Heimatfreund auch heute noch etwas sagen. Dazu zählen u.a. die Grabstätten der Familien Elbers, Osthaus, Putsch, Funcke, Dahlenkamp, Halbach, Millhoff, Schemann, Söding, Gerstein, Springmann. „Auf kunsthistorischen Führungen können sich interessierte Bürger auf Spurensuche begeben”, lädt Friedhofsverwalterin Eva Katharina Vogel zum Besuch ein.

Vor allem am Samstag, 17. April. An diesem Tag wird das Jubiläum „200 Jahre Buschey-Friedhof” begangen, u.a. mit zwei Führungen (10 und 15.30 Uhr) mit der Kunsthistorikerin Dr. Elisabeth May. Die Fachfrau ist auch Autorin einer neuen kulturgeschichtlichen Betrachtung mit dem Titel „Der Buschey-Friedhof - Gegen das Vergessen”, die im Ardenku-Verlag erschienen und ab sofort im Buchhandel und (günstiger) in der Friedhofsverwaltung auf dem Remberg-Friedhof erhältlich ist.

Bach-Kantate

Am Jubiläumstag findet zudem um 12 Uhr in der Marienkirche ein Gottesdienst statt, in dem die Bach-Kantate „Erfreut euch, ihr Herzen” von der Johannis-Kantorei, Solisten und Orchester aufgeführt wird. Um 12.30 Uhr schließt sich im Gemeindehaus der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde am Bergischen Ring ein Empfang zum Jubiläum an, zu dem ebenfalls alle interessierten Bürger herzlich eingeladen sind.

Dr. Norbert Bathen, Pfarrer der St.-Marien-Gemeinde und stellvertretender Vorsitzender der Friedhofskommission, bedauert, dass trotz der bereits langfristig erfolgten Einladung weder der Paderborner Erzbischof, noch der Präses der evangelischen Landeskirche von Westfalen Zeit für dieses besondere ökumenische Jubiläum finden. Selbst lokale städtische und kirchliche Würdenträger entschuldigen sich mit anderen Terminen.

Vorläufiger Denkmalschutz

Möglicherweise hat dies sogar mit einem Problem des Trägervereins zu tun: Er braucht Geld. Der Buschey-Friedhof steht nämlich inzwischen unter vorläufigem Denkmalschutz. Und zahlreiche Grabstätten aus dem 19. Jahrhundert bedürfen dringend der Instandsetzung. Dr. Bathen: „Leider ist Denkmalschutz nicht mit finanzieller Unterstützung verbunden.” Und aus Friedhofsgebühren darf die Sanierung der historischen Gruften nicht finanziert werden. „Derzeit wissen wir nicht, wo das Geld herkommen soll”, bedauert Pfarrer Bathen.

Reinhard Kolwe

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Kommentare
09.04.2010
19:29
Buschey-Friedhof wird 200 Jahre alt
von Kijimea | #7

1.Würden Sie,wenn es bei ihrem Nachbarn durchs Dach regnet aus eigener Tasche das Dach von einem Dachdecker neu decken lassen?Mit Sicherheit nicht!
2.Stadt Hagen =Pleite.
Der OB hat andere Sorgen als eine olle bröckelnde Mauer eines kirchlichen Friedhofes.Die Kirchen haben ja wohl genug Geld um so eine sch.... Mauer selbst zu renovieren.
Oder sind die finanziellen Mittel der kath.Kirche nach den letzten Skandalen versicht?

09.04.2010
14:26
Buschey-Friedhof wird 200 Jahre alt
von Max2001 | #6

Manche sollten wirklich erstmal denken.
Für mich ist diese gesamte Anlage ein Ort der Ruhe und zum Verweilen. Zum Schauen der wunderschönen alten Grabstellen usw.
Ich finde es sehr gut das dieses alte Stück Hagener Erde unter Denkmalschutz steht.
Wenn die drei Kirchengemeinden und die dazugehörige Diozöse Paderborn und jene der Evangelischen Christen alle zusammen redlich geteilt ihrne Beitrag leisten würden dann könnten die alten Denkmäler wieder renoviert werden.

Aber auch die Stadt sollte ihren Beitrag leisten und z.b. Außenmauern sichern oder ausbessern.
Denn auch wenn sie laut Besitz nicht beteiligt sind wäre dies doch ein guter Zug.

Und wie wäre es wenn man vom DRK-Heim und dem nebenstehenden Seniorenwohnheim Hinterausgänge anlegen würde und den Friedhof als Park mehr nutzen könnte.
Reichten doch Öffnungszeiten der Ausgänge von Mittag bis Abendbrot.

09.04.2010
06:29
Buschey-Friedhof wird 200 Jahre alt
von unsinn45 | #5

Denkmalschutz dient dem Schutz von Kultur- und Naturdenkmalen. Sein Ziel ist es, dafür zu sorgen, dass Denkmale dauerhaft erhalten und nicht verfälscht, beschädigt, beeinträchtigt oder zerstört und dass Kulturgüter und Naturerbe dauerhaft gesichert werden. Die rechtliche Definition und Rahmenbedingungen für den Denkmalschutz werden durch das Denkmalrecht festgelegt.

Denkmalschutz ist auch Kulturgutschutz. Arbeiten, die zur Er- und Unterhaltung von Kulturdenkmalen notwendig sind, bezeichnet man als Denkmalpflege.
-----

Egal, wer zuständig ist, eine dauerhafte Erhaltung ist gefährdet!!!! Lieber hier investieren als in unsinnige Projekte der Stadt !!!

09.04.2010
06:22
Buschey-Friedhof wird 200 Jahre alt
von jamei | #4

Wenn die Stadt Hagen etwas unter Denkmalschutz stellt, bestehen gesetzliche Verpflichtungen zum Erhalt. Dies ist allemal besser, als unsinnige Summenm in Ruhrverbände zu investieren, ohne etwas zurück zu bekommen. Aber das ist für viele nicht begreiflich. Bayern ist hier vorbildlich.

08.04.2010
21:01
Buschey-Friedhof wird 200 Jahre alt
von Kijimea | #3

Stimmt!
Der Buschey-Friedhof ist ein kirchlicher Friedhof und hat mit den städtischen Finanzen null und nichts zutun.
Kultische Verehrung von Gräbern?Jetzt lass mich Raten!In Bayern gibts bestimmt noch Sonnwendfeiern und typische Tracht sind Fell und Keule!?

08.04.2010
20:56
Buschey-Friedhof wird 200 Jahre alt
von Nelson_Month | #2

Denken Sie mal lieber nach bevor sie loslegen zu schreiben.

08.04.2010
18:38
Buschey-Friedhof wird 200 Jahre alt
von kult67 | #1

Ist mal wieder typisch - für so etwas ist kein Geld da. Dort liegen Leute begraben, die Hagen indusriell zu dem gemacht hat, was heute die Stadt ausmacht. So etwas erfüllt einem mit Stolz, wenn man über den Friedhof geht. Stattdessen wird Geld für ein jämmerliches Tierheim aufgebracht, in denen Hunde von Hartz-4 Empfängern untergebracht werden. Kein Wunder, dass viele Hagen verlassen. Andere Städte, insbesondere in Bayern, haben ganz andere Schwerpunkte in diesem Bereich. Dort findet eine fast kultische Verehrung dieser Gräber statt.
Hagen, was ist aus Dir in den letzten 200 Jahren geworden??? Pfuii

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