Vorbereitung auf den Wechsel
07.06.2010 | 18:42 Uhr 2010-06-07T18:42:00+0200
Auch jenseits von Kfz-Mechatroniker und Friseurin bietet der Ausbildungsmarkt Hauptschülern eine realistische Chance, in einen Beruf einzusteigen. Diese Erfahrung konnten die Mädchen und Jungen machen, die gestern an der Surkampstraße den ersten Berufemarkt der Hauptschule Frankampstraße besuchten. Zumindest für einen Schüler bedeutete der Berufemarkt mehr als nur die Möglichkeit, sich umfassend über die Zukunft zu informieren: Er verließ die Veranstaltung mit der Zusage, nach dem Abschluss mit einer Ausbildung in einer Detektei beginnen zu können.
„Der Berufemarkt macht auf Berufe aufmerksam, die bei den Hauptschülern nicht so sehr im Fokus stehen“, erläutert Berufsberaterin Carolina Heier von der Arbeitsagentur. Ob Teilezurichter, Fachkraft Gastgewerbe, Verkäuferin oder Fachkraft Automatenservice: Die Ausbildung in diesen Berufen ist weniger Theorie-orientiert und schon in zwei Jahren zu schaffen. Und auch diese Information brachte sie mit: „Auf dem Ausbildungsmarkt sind noch viele Stellen frei.“ Wenn auch nicht unbedingt die für den eigenen Wunschberuf. Deshalb empfiehlt sie, sich um möglichst umfassend über Alternativen zu informieren.
Das konnten die Schülerinnen und Schüler am Stand der Großbäckerei Malzer’s oder der Fastfoodkette Burger’s Kind, die zum Beispiel anerkannte Ausbildungen in der Systemgastronomie anbietet. Auch die Bundeswehr, der Malteser Hilfsdienst, der Baumarkt Hellweg, die Hotelkette Courtyard und die Energieagentur machten dabei mit.
Die Idee zum Berufemarkt entstand durch die Berufseinstiegsbegleitung, die von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft (FAW) an der Hauptschule Frankampstraße seit Februar vergangenen Jahres dort angeboten wird. Neben Carolina Heier unterstützt auch Berufseinstiegsbegleiterin Janette Kratz die Schüler dabei, den nicht immer leichten Übergang von der Schule in das Berufsleben erfolgreich zu gestalten. „Dabei geht es darum, ein ordentliches Bewerbungsschreiben zu formulieren, Bewerbungsgespräche zu trainieren und dabei sicher aufzutreten“, erläutert Janette Kratz die Details. Auch wenn die Einstiegsbegleitung in erster Linie auf die Schüler ausgerichtet ist, so will die FAW die Werbung auch in Richtung Arbeitgeber lenken: „Wir wollen damit zeigen, dass Hauptschüler längst nicht so schlecht sind wie ihr Ruf.“
Der Berufemarkt richtete sich an drei Jahrgänge - an die Schüler in der Klasse 8, damit sie erste Informationen über vielleicht noch nicht ganz so konkrete Berufsvorstellungen sammeln können; an die Klasse 9, damit das Bewerbungsverfahren rechtzeitig und gut vorbereitet in Gang gesetzt werden kann; und an die Schüler der Klasse 10, für die es jetzt „höchste Eisenbahn“ wird für den nahtlosen Ausbildungsbeginn nach dem Ende der Schulzeit.
Die offenen Stellen täuschen nicht darüber hinweg, dass Ausbildung nur eine von mehreren Möglichkeiten darstellt. Ralph Schlumberger, stellvertretender Schulleiter: „Das trifft auf ein Drittel unserer Abschlussschüler zu.“ Die anderen setzen auf den Wechsel zum Berufskolleg oder in die Oberstufe der Gesamtschule.
0mitdiskutieren