Jenseits vom Unfallort
31.07.2012 | 17:55 Uhr 2012-07-31T17:55:00+0200
Gelsenkirchen-Buer. Das Leben mitten in Buer ist eine Baustelle. Das weiß auch Hubert Böcker, der in der Maelostraße wohnt, einer Nebenstraße der Horster Straße, die seit vielen Wochen mitten im Umbau steckt. Als am Freitagabend der vergangenen Woche ein Mann vor seinem Haus stürzte, mit dem Gesicht auf den Bürgersteig prallte und sich dabei die die Nase aufriss, verständigte er nach der Erstversorgung den Rettungsdienst der Feuerwehr. Und schon wenige Minuten später hörte er das Martin-Horn und freute sich über die schnelle Hilfe. Doch dann traute er seinen Augen nicht: „Das Fahrzeug der Feuerwehr stand auf der Rottmannsiepe, vor dem Zutz“, berichtet Hubert Böcker.
Zahlreiche Absperrungen
Der Anwohner vermutet, dass die Großbaustelle mit den zahlreichen Absperrungen und Umleitungen der Grund war für den fehlgeleiteten Rettungswagen. Zu diesem Zeitpunkt war die Kreuzung Horster Straße/Maelostraße/Rottmannsiepe noch nicht wieder freigegeben. Böcker: „Dabei ist die Maelostraße doch über die Pastor-Franke-Straße und die Beckerad-straße jederzeit zu erreichen.“ Eine knappe Viertelstunde nach dem ersten Anruf griff Hubert Böcker erneut zum Telefon, um die Leitstelle über das falsche Ziel zu informieren, das der Rettungswagen jenseits der Horster Straße angesteuert hatte.
Sanitäter kam zu Fuß
So gingen weitere Minuten ins Land, bis dann endlich Hilfe nahte - nicht in Form des Rettungswagens, der direkt an der Unfallstelle vor dem Haus Nr. 7 hielt, sondern in Gestalt eines Rettungssanitäters, der zu Fuß über die Maelostraße gelaufen kam. Hubert Böcker: „Nachbarn hatten beobachtet, das der Wagen der Feuerwehr zum Parken die Einfahrt zum Museum benutzte.“
Der Zwischenfall nahm letztlich ein gutes Ende. „Der Mann hatte sich wieder aufgerichtet und konnte in Begleitung des Feuerwehrmannes zum Rettungswagen gehen“, berichtet Hubert Böcker. Aber was ist, so fragt er sich, wenn es einmal brennt oder es im benachbarten Hallenbad zu einem Chlorgasunfall kommt?
Ulrich Tittelbach, Chef der Berufsfeuerwehr, bestätigt den Eingang des Notrufes und verweist in einem grundsätzlichen Hinweis darauf, dass auch die Feuerwehr eingebunden ist in die Vorbereitungen einer solchen Großbaustelle, wie sie die Horster Straße zurzeit darstellt. Und Martin Schulmann, Sprecher der Stadtverwaltung, ergänzt: „Der Einsatz der Feuerwehr erfolgte innerhalb einer annehmbaren Zeit.“ Allerdings seien nicht Rettungskräfte der Hauptwache an der Seestraße ausgerückt. Alarmiert wurden Rettungssanitäter der Wache an der Lüttinghofstraße, „weil alle Kräfte der Wache Seestraße durch andere Einsätze gebunden waren“, so Martin Schulmann. Auch diese seien wie grundsätzlich alle anderen Mitarbeiter der Feuerwehr auch ortskundig. Nicht auszuschließen sei, dass der Fahrer des Rettungsfahrzeuges die Zufahrt zur Maelostraße verpasst habe. Schulmann: „Das sollte nicht passieren.“
Tagesaktuelle Informationen
Zur Vorbereitung eines Feuerwehreinsatzes gehöre es, dass alle Einsatz- und Rettungsfahrzeuge mit einem täglich aktualisierten Plan ausgestattet werden. Darin enthalten seien detaillierte Informationen über Baustellen, Umleitungen und Anfahrwege. So seien die Mannschaften jederzeit über jede Änderung informiert. Diese Informationen würden auch per E-Mail weitergeleitet. Schulmann betont ausdrücklich, dass die schnelle Einsatzbereitschaft der Rettungskräfte auch im Umfeld der Großbaustelle Horster Straße jederzeit gegeben sei.
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