Schlecker: Von der Leyen will Vorwürfe überprüfen
12.01.2010 | 09:35 Uhr 2010-01-12T09:35:00+0100
Fröndenberg/Berlin. Unmittelbar vor der Eröffnung des Schlecker-XL-Markts in Fröndenberg macht Kritik an der Beschäftigungspolitik der Drogeriekette bundesweit Schlagzeilen.
In der Fernsehsendung „Anne Will” kündigte Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) an, die Lohndumping-Vorwürfe zu überprüfen. „Ich habe es gerade im Radio gehört, dass sich da etwas tut”, sagt die heimische Schlecker-Betriebsratsvorsitzende Silvia Thiele. Sie freut sich, dass das Thema nun in der breiten Öffentlichkeit diskutiert wird. Einen besseren Termin für eine Äußerung der Arbeitsministerin als drei Tage vor der Schließung des Ladens an der Alleestraße und fünf Tage vor der Eröffnung des XL-Markts in den ehemaligen Aldi-Räumen konnte es für sie nicht geben.
Die Gewerkschaft Verdi wirft Schlecker vor, kleinere Filialen zu schließen und für neu eröffnete so genannte XL-Märkte Personal hauptsächlich über eine Leiharbeitsfirma zu deutlich schlechteren Bedingungen einzustellen. Anstelle des im Einzelhandel geltenden Tariflohns von 12,70 Euro erhielten die neu Eingestellten nur 6,78 Euro, erklärte Gewerkschaftssekretär Jochen Welsch, der bei Verdi Experte für die Firma Schlecker ist, gegenüber unserer Zeitung. Zudem würden weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld gezahlt, auch der Urlaubsanspruch falle deutlich geringer aus.
In Fröndenberg werden nach Informationen der Betriebsratsvorsitzenden Silvia Thiele zwei Mitarbeiterinnen aus dem Markt an der Alleestraße zu schlechteren Bedingungen in dem neuen XL-Markt eingesetzt. „Wie das rechtlich überhaupt möglich war, lassen wir zurzeit durch einen Anwalt überprüfen.” Weder von der Firma, noch von den betroffenen Mitarbeiterinnen habe der Betriebsrat Informationen erhalten. „Die Kolleginnen sind froh, dass sie überhaupt Arbeit haben”, weiß Thiele. Auch Kündigungen standen im Raum.
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