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Stiftskonzert

Duo begeistert: Virtuosität bei sanfter Dynamik

27.03.2012 | 06:00 Uhr

Fröndenberg. Dr. Johannes Marks, künstlerischer Leiter der Fröndenberger Stiftskonzerte, kam aus dem Schwärmen nicht mehr heraus. Das, was die 60 Besucher des Konzertes am Sonntagabend erleben sollten, zauberte dem Musiker ein Lächeln von Ohrläppchen zu Ohrläppchen ins Gesicht.

Grund für seine Freude: der Besuch zweier absoluter Musikprofis und Könner. Cellist Benedict Klöckner und Pianistin Mara Mednik, in der Szene der Kammermusik zwei Namen mit immensen Vorschusslorbeeren ausgestattet und anerkannten Preisen dekoriert, waren zu Gast in der Ruhrstadt – und hatten ein sehr anspruchsvolles Programm dabei.

Beethoven und Brahms

„Virtuos“ seien die Stücke, sagte Dr. Marks – „aber eher indirekt“, ergänzte er. Was er meinte, erfuhren die Zuhörer in insgesamt vier Stücken, die das Duo präsentierte.

Vor allem auf die ersten beiden Kompositionen des Abends traf die „indirekte Virtuosität“ zu. Beethoven und Brahms hießen die Komponisten der beiden Sonaten für Klavier und Violoncello. Besonders die rasanten Passagen – allen voran das Rondo Allegro in Beethovens Sonate in g-Moll und das Allegro molto zum Schluss von Brahms’ Sonate – verlangten ausgefeilte Technik an Cello-Bogen und Klaviertasten. Klöckners Cello ist übrigens eine Kostbarkeit und wurde um 1690 von Francesco Ruggeri aus Cremona gebaut.

Keine schwere Kost

Trotz des Tempos verlangten die Komponisten Gefühl in der Interpretation. Virtuosität bei sanfter Dynamik, also das schnelle und ausladende Spiel der Läufe im Pianissimo, machten die Kompositionen so schwer. Bei aller Schwere waren die vorgetragenen Werke – im zweiten Teil des Abends folgten Werke von Rachmaninow und de Sarasates Zigeunerweisen „Gypsy Airs“ – keineswegs schwere Kost für die Ohren der Zuhörer. Vor allem die Zigeunerweisen setzten einen willkommenen Schlusspunkt voller musikalischer Lebhaftigkeit. Die Noten wurden auf dem Trommelfell und im Kopf zu flinken Tänzen, die volksmusikalisch, wenngleich auch technisch anspruchsvoll, daherkamen. Und spätestens hier merkten die Besucher, warum Dr. Johannes Marks schon am Anfang völlig begeistert war.

Dominik Pieper



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