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"Wir wollen schneller wachsen" Zur Person

20.02.2008 | 18:36 Uhr

Telegate-Chef Andreas Albath und Klicktel-Gründer Boris Polenske über den Zusammenschluss der beiden Unternehmen und neue Wachstums-Wege im Internet Am Anfang stand Angst, am Ende gab es Beifall. ...

... Andreas Albath, Vorstandschef der Telegate AG, und Klicktel-Chef Boris Polenske informierten gestern die Klicktel-Mitarbeiter an der Kruppstraße über die beschlossene Übernahme durch Telegate (die WAZ berichtete). Anschließend sprachen sie beim WAZ-Besuch mit INTERVIEW Daniel Freudenreich und Kai Süselbeck über Hintergrund und Perspektiven des Zusammenschlusses.

Wer von Ihnen gab den Anstoß fürs Zusammengehen?

Albath: Man kennt sich ja in diesem Markt. Wir haben oft miteinander gesprochen. Irgendwann im letzten Jahr kam der Punkt, an dem beide Seiten gemerkt haben: Die Zeit ist reif. Zusammen wollen wir zum führenden Lokale Suche-Anbieter werden und damit eine Alternative zur Telekom bieten.

Polenske: Der Prozess lief so lange. Da weiß man irgendwann gar nicht mehr, wer wen zuerst angerufen hat.

Die wichtigste Frage zum Standort: Haben die Mitarbeiter eine Zukunft?

Albath: Aber sicher. Wir wollen künftig schneller, besser und stärker wachsen.

Was wird an den Kruppstraße in den nächsten Wochen passieren?

Albath: Mit den Klicktel-Mitarbeitern haben wir eine erfahrene Mannschaft. Und es ist ja nicht so, dass wir jetzt mit einem Patentrezept aus München einfliegen. Wir bilden gemeinsame Arbeitsgruppen für alle Bereiche. Es gibt auch einen Entscheiderkreis aus beiden Teams. Wir wollen das Beste aus beiden Welten. Ende April sollen die Strukturen stehen.

Wird der Name Klicktel weiterleben?

Albath: Das werden wir gemeinsam überlegen. Klicktel ist ja nicht nur ein Firmenname, sondern eine Marke. Das ist ein Wert an sich. Die Frage wird sein: Wie bringen wir unsere Marken zusammen?

Wie sieht Ihre Strategie inhaltlich aus? Wie werden Sie sich im Internet aufstellen?

Albath: Unsere Stärke ist die lokale Suche - in allen modernen Medien. Unser Ansatz heißt: Es gibt nur ein Internet. Das wird mit immer mehr Endgeräten zugänglich, ob Laptop oder Handy. Deshalb bieten künftig alle digitalen Nutzungskanäle auch für uns wachsende Nutzerzahlen. Weiter wachsen wollen wir auf zwei Wegen: Mehr Interaktion mit unseren Nutzern; wir sind die Ersten, die Verbraucherbewertungen ermöglichen. Zum zweiten bieten wir pfiffigere Werbemöglichkeiten.

...die hoffentlich nicht in noch mehr Pop-Ups bestehen wird.

Polenske: Diese Werbeform wird nicht mehr akzeptiert, das zeigen unsere Kundenbefragungen aus dem letzten Jahr. Wir haben deshalb fast alle Pop-Ups von unseren Seiten abgeräumt.

Albath: Pop-Ups haben wir gar nicht. Aber Bannerwerbung wird schon ein Thema bleiben.

Und welche neuen Werbewege wollen Sie erschließen?

Albath: Video im Internet wird ein großes Thema werden. Wir lassen unsere TV-Werbung schon jetzt im Netz laufen. Mittelständische Anbieter, zum Beispiel Handwerker, werden dieses Thema in den nächsten Jahren entdecken.

Polenske: Wir sehen uns als Media-Agentur der kleinen und mittleren Unternehmer mit dem Angebot: Wir verkaufen euch vernünftig im Internet.

Welche Umsatz-Ziele haben Sie sich gesteckt?

Albath: Wir haben uns für 2007 ein operatives Ergebnis von 50 Millionen Euro vorgenommen. Wir werden im März melden können, dass wir im Zielkorridor gelandet sind. Eine neue Vorgabe haben wir uns noch nicht gegeben. Zumal mit der Übernahme neue Voraussetzungen geschaffen sind. Klar ist: Die Werbeerlöse werden der große Wachstumsmotor werden.

Und was macht Boris Polenske in Zukunft?

Albath: Zunächst mal wird er den Umbau bis Ende Junmi begleiten.

Polenske: Und auch danach werde ich dem Internet erhalten bleiben.

Andreas Albath (48) promovierte in Münster, Lausanne und Berlin in Rechtswissenschaften. Nach der Wiedervereinigung wechselte der Unternehmensberater (Mc Kinsey) zu Gruner + Jahr. Dort stemmte er als Kaufmännischer Leiter des Berliner Verlages den Umbau des Berliner Verlages, des größten DDR-Verlages für Zeitungen und Zeitschriften. 1995 übernahm er die Geschäftsführung der Zeitungen von Gruner + Jahr in Berlin.

1995 gründete Albath das Internet-Portal "BerlinOnline". 2000 wechselte er zum Internet-Stellenmarkt DV-Job AG. Nach der Fusion mit "StepStone" wurde er Chef von StepStone Deutschland. Im Mai 2002 wechselte er in den Telegate-Vorstand. Seit dem 1. Januar 2003 ist er Vorstandsvorsitzender.

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