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Manchmal ist das Leben eine Bühne

28.06.2012 | 19:22 Uhr
Manchmal ist das Leben eine Bühne
Die Regisseurin Claudia Maurer in ihrem „Leeren Raum“. Foto: Sebastian Konopka / WAZ FotoPool

Stadtwald.  Die Regisseurin und Schauspielerin Claudia Maurer gibt im „Leeren Raum“ Kurse gegen Lampenfieber. Nach Essen verschlug es die Bayerin der Liebe wegen. Für die Zukunft plant sie neben Seminaren auch Konzerte und Lesungen in ihrem Raum.

Sie müssen eine Rede halten, haben ein Bewerbungsgespräch vor sich und können vor Lampenfieber kaum noch schlafen? Keine Sorge, Sie sind mit diesem Problem nicht allein. Für Menschen, denen es so oder ähnlich geht, hat die Theaterregisseurin und Schauspielerin Claudia Maurer ihren „Leeren Raum“ eingerichtet, ein ebenerdiges Ladenlokal an der Frankenstraße, in dem sie Coaching, Sprechtraining, Selbstwertübungen oder Improvisationskurse anbietet.

Die 38-Jährige kam 2009 der Liebe wegen nach Essen, ihr Dialekt lässt erahnen, dass sie aus Süddeutschland stammt. „Ich komme eigentlich aus Oberschwaben, habe Gestaltung studiert und bin eher zufällig mit dem Theater in Berührung gekommen“, erzählt sie. Sie absolvierte gerade eine Bühnenassistenz, als der Regisseur sie einfach auf die Bühne stellte.

Und das hatte Folgen. Nach dem Diplom in visueller Gestaltung besuchte sie die Schauspielschule. „Ich habe schnell gemerkt, dass Regie eigentlich mein Ding ist. Ich arbeite gern mit Menschen, sortiere Talente und übernehme die Verantwortung für das Gesamtprodukt, für die Optik, die Musik - das macht mich glücklich“, sagt Claudia Maurer.

Seit 15 Jahren übt sie ihren Traumberuf aus, hatte sieben Jahre lang einen Job am Stadttheater in Bremerhaven, arbeitete dort als Regieassistentin und inszenierte auch selbst. „Ich habe sogar einen Preis bekommen“, blickt sie zurück.

Dass ihr Weg am Theater aber schnell zu Ende sein würde, war Claudia Maurer früh klar: „Feste Engagements über mehrere Jahre sind eher selten, man muss viel reisen. Ich brauche aber ein Zuhause, ein soziales Leben“, erklärt sie. Der Umzug nach Essen kam ihr entgegen, sie reizte der Neuanfang und das Leben in der Großstadt. „Das Angebot ist vielfältig, aber es ist hier trotzdem irgendwie gemütlich, man hat keine Probleme, mit den Menschen klarzukommen“, hat sie sich gut eingelebt.

Der „Leere Raum“ macht übrigens seinem Namen alle Ehre, doch genau das lässt Platz für kreative Gedanken. Ihre Kurse bietet Claudia Maurer teils in Kooperation mit der Arbeiterwohlfahrt an. Zudem wirkt die 38-Jährige an einem größeren Projekt in Altendorf mit, arbeitet auch mit zwei Essener Schulen zusammen. Mit dem Verein „Die Spinnen“ bereitete sie Frauen auf den Wiedereinstieg in den Beruf vor.

„Ich sehe mich eher als Handwerkerin. Theater ist etwas, was jeder kann“, gibt sie sich ganz bodenständig. Sie freut sich, wenn sie Menschen helfen kann, stressfrei vor Leuten zu sprechen, ihr Lampenfieber zu besiegen oder vielleicht doch ihr Talent für die Schauspielerei zu fördern. Denn Selbstvertrauen sei das, was man brauche - sei es für die Bühne oder ganz einfach nur für den Arbeitsalltag.

Elli Schulz


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