Das aktuelle Wetter Essen 17°C
Bauprojekt

Bauarbeiten machen Fortschritte

25.06.2012 | 18:02 Uhr
Bauarbeiten machen Fortschritte
Im Foyer sind noch die Malereien und Graffiti der Künstlergruppe zu sehen. Foto: Jennifer Rüdinger/WAZ FotoPool

Holsterhausen.   Das integrative Projekt Lukaskirche im ehemaligen Gotteshaus an der Planckstraße nimmt Formen an. Im Frühjahr sollen die neuen Nutzer einziehen. Derzeit entstehen die Zwischendecken, um die Nutzung als Wohn- und Gewerbefläche zu ermöglichen.

Die Bauarbeiten an der Planckstraße machen unübersehbar Fortschritte. Spätestens im Frühjahr 2013 sollen die neuen Nutzer in die von der evangelischen Kirche aufgegebene Lukaskirche einziehen. Reichlich Leben herrscht in dem imposanten Kirchenbau bereits jetzt. Seit Anfang des Jahres sind dort im Schnitt 18 Handwerker aktiv, haben das Gebäude inzwischen großzügig entkernt, nicht mehr benötigte Teile abgerissen. Massive Veränderungen werden schon jetzt besonders an der Rückseite deutlich. Im Foyer sind dagegen noch die Wandgemälde und Graffiti der Künstlergruppe „Freiraum 2010“ zu sehen, die das leerstehende Gebäude vor Baubeginn einige Monate lang für ihre Projekte nutzte. Ein letzter Blick lohnt sich, denn bald verschwindet die Kunst hinter Putz.

„Aktuell sind wir in der Rohbauphase, haben ungefähr Halbzeit. Mitte Oktober soll diese Phase abgeschlossen sein“, erklärt Architekt Wojciech Trompeta vom Architektenbüro Heinrich Böll. „Wir liegen im Zeitplan, haben allerdings die Zeitpuffer bereits aufgebraucht, da wir in der ersten Bauphase starken Frost hatten“, sagt sein Kollege Dieter Dreßler, der davon ausgeht, dass der Innenausbau zügig vorangehen und spätestens im Februar 2013 abgeschlossen sein wird. „Zum Glück sind wir von größeren Überraschungen bei den umfangreichen Arbeiten im ehemaligen und künftigen Eingangsbereich zur Planckstraße hin verschont geblieben“, so Trompeta.

Aktuell schneiden die Arbeiter gerade weitere Öffnungen in die rückwärtige Wand. „Dort gibt es die massivsten Veränderungen“, erklärt Architekt Dieter Dreßler. In den früher hohen Kircheninnenraum werden derzeit Geschossdecken eingezogen. Insgesamt drei Zwischendecken sind erforderlich, um die neue Nutzung möglich zu machen. Im Juli beginnt die Installation der Technik. Ab Mitte August starten die Ausbauarbeiten mit dem Einsetzen der Fenster, den Arbeiten an Wänden und Fußböden sowie die Fassadengestaltung. Viel Arbeit steht vor allem in den Treppenhäusern an. „Dort werden die alten Kirchenfenster erhalten bleiben. In den Wohnungen werden natürlich moderne Fenster einbaut, die viel Licht durchlassen und den Wärmeschutz-Anforderungen entsprechen“, so Dreßler.

In Bezug auf die spätere Nutzung habe sich an den ursprünglichen Plänen wenig geändert, erklärt Geschäftsführerin Ute Trapp von der Vewo-Wohnungsverwaltung, die das Projekt realisiert. Im Erdgeschoss wird die integrative Kindertagesstätte „Wurzelkinder“ einziehen. Das erste Obergeschoss soll für gewerbliche Nutzung mit Büros und Praxen zur Verfügung stehen.

„Ein Achtsamkeitsprojekt hat von Beginn an den Planungen mitgewirkt. Ansonsten planen wir im Herbst einen Workshop, an dem sich alle beteiligen können, die an einer Nutzung der gewerblichen Flächen interessiert sind. So wollen wir herausfinden, welche Mieter zum integrativen Charakter des Projektes Lukaskirche passen könnten“, sagt Ute Trapp und denkt dabei zum Beispiel an Ergotherapie oder Logopädie. Insgesamt seien in diesem Bereich rund 450 Quadratmeter Nutzfläche verfügbar, aufgeteilt in Einheiten zwischen 20 und 150 Quadratmeter. „Wer sich dafür interessiert, kann sich per E-Mail unter info@vewo-gmbh.de melden. Grundrisse sind unter www.lukaskirche-essen.de einzusehen. Wir laden die Interessenten dann zum Workshop ein“, sagt Ute Trapp.

Ab Oktober wolle man in die aktive Vermietung der insgesamt 16 Wohnungen im zweiten, dritten und vierten Obergeschoss mit einer Größe zwischen 50 und 120 Quadratmetern einsteigen. Es gebe bereits eine Interessentenliste. Die genauen Mietpreise stehen noch nicht fest, sie sollen sich aber laut Trapp „im ortsüblichen Rahmen“ bewegen.

Der rund 35 Meter hohe, frei stehende Turm der ehemaligen Lukaskirche soll möglichst erhalten bleiben. Die Kirche sorge für die Instandsetzung der Uhr. „Wir suchen gerade nach einer sinnvollen Nutzungsmöglichkeit“, sagt Ute Trapp. Das sei nicht einfach, denn das Treppenhaus im Inneren solle erhalten bleiben und dann sei „höchstens noch Platz für einen Schreibtisch auf jeder Etage. „Eine Feuertreppe außen möchten wir eigentlich vermeiden“, so Trapp. „Aber den Turm wollen wir schon sehr gern erhalten. Er gibt hier im Stadtteil Orientierung und außerdem hat man von oben eine grandiose Aussicht.“

Elli Schulz


Kommentare
Aus dem Ressort
Ermittlungen zur Alten Synagoge in Essen dauern an
Nahost-Konflikt
Vor einer Woche nahm die Essener Polizei 15 Verdächtige fest, die schwere Straftaten gegen die Alte Synagoge geplant haben sollten. Gegen die Gruppe wird weiter wegen Verabredung zu einem Verbrechen ermittelt, sagt die Staatsanwaltschaft Essen.
Rüttenscheider Kult-Wirt Hannes Schmitz zieht sich zurück
Gastronomie
Fast 50 Jahre prägte Gastronom Hannes Schmitz das Rüttenscheider und Essener Nachtleben – mit legendären Läden wie dem TC, dem Jagdhaus Schellenberg und der Ego-Bar. Zum 1. August gibt er seine drei Läden an der Rü endgültig in jüngere Hände. Als erstes steht dann die Modernisierung der Schwarzen...
Tennisclub droht wegen zu wenig Mitgliedern das Aus
Vereinsleben
Die Tennisclub SGN hat den Pachtvertrag für die Anlage an der Raadter Straße zum Jahresende gekündigt. Noch bis September hat der Verein Zeit, diese Entscheidung wieder rückgängig zu machen. Deshalb startet er jetzt Werbemaßnahmen.
Radrennen Rü-Cup wegen Unwetter-Folgen abgesagt
Anzeige
Sturm-Folgen
Der für den 17. August geplante Rü-Cup fällt wegen der Folgen des Pfingstunwetters aus. Diese Entscheidung habe man in Abstimmung mit der Stadt getroffen, teilten die Veranstalter mit. Den Cup auf einen anderen Termin in diesem Jahr zu verschieben, könnte wegen des vollen Kalenders schwierig werden.
Rü-App bringt Rüttenscheid in die Hosentasche
Technik
Oliver Freymark und Kai Schiwy haben die „Rü-App“ entwickelt, die den gesamten Stadtteil aufs Handy bringen soll. 1000 Mal wurde die Anwendung bereits heruntergeladen, bei der sich die Nutzer mit eigenen Fotos und Videos auch selbst einbringen sollen.
Umfrage
Am Freitagabend zieht der Reporter des Prosieben-Wissenschaftsmagazins „Galileo“ nach fünf Tagen aus dem Glascontainer in der City. Wie bewerten Sie das TV-Experiment?

Am Freitagabend zieht der Reporter des Prosieben-Wissenschaftsmagazins „Galileo“ nach fünf Tagen aus dem Glascontainer in der City. Wie bewerten Sie das TV-Experiment?

 
Fotos und Videos
Smag Sundance am Baldeneysee
Bildgalerie
Strandparty
Abitur und Abschluss 2014
Bildgalerie
Essen
120 Jahre Feuerwehr
Bildgalerie
Tag der offenen Tür
Ritter von Huttrop
Bildgalerie
Mittelalter