Straßenstreit in Essen - Initiative hängt 250 Hitler-Plakate auf
17.01.2013 | 13:39 Uhr 2013-01-17T13:39:00+0100
Essen. Im Rüttenscheider Straßenstreit machen die Anhänger einer Umbenennung jetzt sehr zugespitzt auf ihr Anliegen aufmerksam: Am Mittwoch hat die Initiative Irmgard und Ortrud begonnen, 250 Hitler-Plakate im Bezirk aufzuhängen. Keineswegs wolle man aber die Gegenseite in die rechte Ecke stellen.
Im Straßen-Wahlkampf von Rüttenscheid gibt es eine neue Eskalationsstufe: Am Montag hat die Initiative ProVon angekündigt, mit einem Flugzeug für ihr Anliegen zu werben, die Straßennamen Von-Seeckt und Von-Einem beizubehalten. Am Mittwoch nun begann die Initiative Irmgard und Ortrud, 250 Hitler-Plakate im Bezirk aufzuhängen – aus rein aufklärerischen Gründen.
So will es jedenfalls Günter Hinken verstanden wissen, der tatsächlich nicht im Ruf eines Populisten steht. Als Anwohner und Historiker gehe es ihm vielmehr darum, die Frage zu beantworten, ob die beiden auf den Straßenschildern verewigten Generäle nur harmlose Monarchisten waren, wie es die Gegenseite glauben machen wolle. Die plakative Antwort auf diese Frage lautet: „Von Seeckt stand – im wahrsten Sinne des Wortes – Hitler persönlich sehr nahe. Er war Vordenker der neuen Angriffsarmee und ist dafür von den Nazis gefeiert worden.“
Foto zeigt von Seeckt und Hitler
Als Belege dafür dienen ein Bild und ein Zitat, die beide der Hans von Seeckt-Biographie von Friedrich von Rabenau entnommen sind: Das Foto zeigt von Seeckt und Hitler 1936 beim Herbstmanöver bei Illnhausen. Das Zitat stammt von 1923, damals äußerte von Seeckt nach einer Begegnung mit Hitler: „Im Ziele waren wir uns einig, nur der Weg war verschieden.“
Für die Initiativen „Irmgard und Ortrud“ und „Pro Von“ startet die heiße Phase vor dem Bürgerentscheid am 3. Februar. Die Stadt verschickt zu Beginn der Woche Wahlbenachrichtigungen an 45 741 stimmberechtigte Bürger.
Auf dem Plakat ist freilich nur der erste Teil des Satzes zu lesen, doch Hinken weist den Vorwurf der Verzerrung zurück. „Ein Plakat muss pointiert sein. Es geht uns hier nicht um Polemik; wir wollen Aufmerksamkeit auf das Thema lenken und laden die Bürger ein, die zugespitzte Darstellung zu überprüfen.“ Gelegenheit dazu gebe es bei einer Info-Veranstaltung am Dienstag im Maria-Wächtler-Gymnasium.
"Die ganze Geschichte erzählen"
Dort werde mehr zu hören sein über die gemeinsamen Ziele von Hitler und von Seeckt. Der Bürgerentscheid werde von allen mit viel Aufwand betrieben, sagt Hinken. „Da wollen wir auch die ganze Geschichte erzählen.“ So hat sich der Historiker Thorsten Noack, der an der Von-Seeckt-Straße lebt, mit dem Schicksal der jüdischen Anwohner der Straßen befasst. „Wir finden, es zeugt von wenig Sensibilität gegenüber den Opfern der NS-Zeit, wenn die Straßen weiter nach Menschen heißen, die den Weg der Mörder an die Macht bereitet haben.“
Das Ruhrgebiet ist nicht nur reich an Bergbaudenkmälern, sondern auch an phantasievollen Straßennamen. Doch Busenbergstraße und Spannerweg sind nur halb so anzüglich wie sie vermuten lassen.
Wichtig ist Noack wie Hinken, dass es keineswegs darum gehe, die Gegenseite in die rechte Ecke zu stellen. Darum habe man die ProVon-Initiative vorab über das Plakat informiert. Man habe selbst lange über das Motiv diskutiert, sich aber durch das Beispiel Münster ermutigt gefühlt: Dort hatte ein Bürgerentscheid die Umbenennung des Hindenburgplatzes bestätigt – zuvor hingen in der Stadt Plakate, die Hindenburg und Hitler zeigten.
Trotz der plakativen Provokation glaubt Hinken: „Wenn die Straßen erst wieder ihre ursprünglichen Mädchennamen tragen, werden bald alle damit zufrieden sein.“

19:46
Also mit der Nazikeule hatte ich nie Probleme.
19:40
Dieses Foto
von bigkahuna | #40
ist keine Fotomontage !
Ach ja,woher wissen Sie das ?
Falls Sie es nicht wissen sollten,die literarischen Werke des Hans von Rabenau wurden von den Nazis quasi als als Schundliteratur eingestuft und durften nicht veröffentlich werden. Lediglich die Biographie des Hans von Seeckt wurde von den Nazis zensiert zur veröffentlichung zugelassen .Da diese ,H.v.S. für ihre Zwecke vereinahmten .
Diese Bild ist mit Sicherheit eine Fotomontage ,da dieses Foto vermutlich um 1926 bei einem Feldmanöver aufgenommen wurde.Der Ursprüngliche Gesprächspartner war vermutlich der Reichsminister Otto Geßler ..Nur leider gibt es die Originalversion nicht mehr ,die haben die Nazis vernichtet .
Es ist schon ein starkes Stück von Herrn Minken ,das er hier seine recherchen äußerst oberflächlich durchgeführt hat und dann noch so eine "Sch...Kampagne gestartet hat.
Was tut man nicht alles um die Meinung der Menschen,wenn man keine Argumente hat,mit der Nazikeule zu beeinflussen .
19:33
https://dl.dropbox.com/u/23780377/Stimmzettel.jpg
Übrigens - Was die Andeutungen der Redaktion angeht: Auch wir sehen Populismus, Verzerrung, Polemik und ganz besonders "die Gegenseite in die rechte Ecke stellen".
Was Günter Hinken mit "Keine skandalträchtigen Straßennamen von Nazi-Unterstützern mehr in Rüttenscheid!" meint, klingt weder sachlich noch objektiv.
Skandalträchtig allein ist die bevormundende Vorgehensweise von RotRotGrün, sonst eigentlich nix.
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19:05
Bilder sprechen Bände!
Bundesweit und nicht nur lokal holen die Grünen immer die "Nazi-Keule" raus,
wenn Kritik geübt wird.
Warum wohl?
Hoffentlich verhindern die Bürger dieses Machtdenken und stimmen für die Beibehaltung der Straßennamen.
18:57
Ich verstehe die Aufregung nicht. Warum ausgerechnet diese beiden Generäle aus dem 1.WK? Am Porscheplatz, durch Panzerbau und -entwicklung sicher deutlich nützlicher für das 3.Reich, stört sich doch auch niemand.
Regen Sie das doch mal in der Bezirksvertretung I Stadtmitte/Huttrop/Frillendorf an. Die hier agierende BV II ist nur für Straßen in ihrem Bezirk zuständig.
Man würde mir vermutlich den Vogel zeigen und auf den Ruf des Namens Porsche verweisen.
Aufarbeitung der Geschichte also nur wenn wirschaftlich nichts dagegen spricht?
18:55
nicht nur @ barchettaverde2 | #23,
"Es sollte für einen praktizierenden Demokraten beschämend sein, dass man sich nach 64 Jahren Demokratie und 23 Jahre nach der WIedervereinigung immer noch unfähig ist, die jüngere Geschichte aufzuarbeiten. ...
.... b. Hilters Machtergreifung wurde erst durch Wahlen möglich. Das heißt, dass das damalige deutsche Volk das bekommen hat, was es sich zum großen Teil gewünscht hat."
Spricht das nicht in jedem Fall dafür, dass man die Namen ändert, damit man aktiv an den Fehlern von damals arbeitet?
Auch, damit sich das das nie wieder wiederholen kann!!!!?
Glauben Sie wirklich mit der Umbenennung von 2 Straßen können Sie die Vergangenheit ungeschehen machen?
18:34
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habe ich etwas verpasst?
Sie müßten nun doch wissen, das Volkswagen mittlerweile Passat, Golf, Polo Schierokko usw. an den Start gebracht hat. Wie könen Sie ernsthaft VW mit dem verbrecherischen Regime vergangener Zeiten in Verbindung bringen. Hat die Gehirnmassage verganener Zeiten bei Ihnen kein Wirkung gezeigt?
Ihre Frage ist somit ziemlich überflüssig.
"Schierokko" Was ist das denn? :-)
Ihre Rechtschreibkenntnisse korrelieren mit Ihren Geschichtskenntnissen!
So, muss mich doch noch mal zu Wort melden. Die waz löscht meinen Kommentar - vll. zu Recht - aber die andere Kommentierung wird so völlig aus dem Zusammenhang gerissen und vermittelt ein Bild nach rechts von mir. Dem muss ich widersprechen.
Herr Seele des waz-chats, Ihre Geschichtskenntnisse korrelieren mit Ihren restlichen Werten, das nur am Ende.
18:26
Müsste man nicht auch VOLKSWAGEN umbenennnen?
aus der Wikipedia
"Ursprung des heutigen Konzerns ist die Entwicklung eines Volkswagens durch Ferdinand Porsche. Zu diesem Zweck wurde von der nationalsozialistischen Organisation „Kraft durch Freude“ am 28. Mai 1937 in Berlin die Gesellschaft zur Vorbereitung des Volkswagens mbH (Gezuvor) gegründet. Anfang 1938 begann zunächst der Bau des „Vorwerkes“ Braunschweig; gefolgt vom eigentlichen Volkswagenwerk bei Fallersleben"
der Nazis,
die ansonsten auch viel Schindluder mit Worten getrieben haben, denen nichts Böses anhing.
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18:22
Ob der gute Mann überhaupt die Rechte an den Fotos hat um diese zu veröffentlichen? Wer ja mal super wenn sich hier noch ein Fotograf meldet und dieses untersagt.
Aber welche Strasse kommen den mit dieser Argumentation als nächstes dran? Die Hindenburgstrasse auf jeden Fall. Alles was mit Krupp zu tun hat muß auch weg. Also Kruppstr., Alfredstr., am besten die gesamte Margarethenhöhe abreisen, der Porschplatz muß auch weg. Was ein Schwachsinn. Aber wie schon unter erwähnt, ich kenne die beiden Strassen seit ca. 30 Jahren und wusste bis vor kurzem nicht nach wem sie benannt sind. Hat mich aber ehrlich gesagt auch nicht sonderlich interessiert.
Bedauerlich
18:19
"Vom 8. November 1923 bis 28. Februar 1924 war Seeckt Inhaber der Exekutivgewalt zur Sicherung des Reiches gegen innere Unruhen und für die Niederschlagung des Hitler-Ludendorff-Putsches verantwortlich. Er wurde von Friedrich Ebert hierzu ernannt und nutzte seine Amtsgewalt, um nach der Niederschlagung des Putschversuches, am 23. November die NSDAP, die KPD und die Deutschvölkische Freiheitspartei zu verbieten"
Er war gegen Hiter und die NSDAP. Was ist daran so schlecht?
den Anweisungen Stresemanns zu folgen und nur aus persönlichen Antipathien, gegen einen Konkurrenten, der bei einem gelungenen Putsch sein Vorgesetzter hätte werden können, bereit war, Truppen einzusetzen.
"Am 1. Oktober 1919 wurde er erster Chef des neugebildeten Truppenamtes (eine Tarnbezeichnung für den im Friedensvertrag von Versailles verbotenen Generalstab). Während des Kapp-Putsches 1920 riet Seeckt davon ab, die Reichswehr zur Niederschlagung des gegen die demokratische Weimarer Republik gerichteten Putsches einzusetzen („Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr“ / „Truppe schießt nicht auf Truppe“)."
"Auf die Frage Eberts, wo die Reichswehr stehe, antwortete Seeckt: „Die Reichswehr steht hinter mir“ und auf die Frage, ob die Reichswehr zuverlässig sei: „Ob sie zuverlässig ist, weiß ich nicht, aber mir gehorcht sie“."
"Er äußerte dabei deutliche Sympathie für konservative Republikgegner von rechts."
Wieso verschweigen Sie diese Punkte? Wollen Sie von Seeckt weniger unanständig erscheinen lassen?
Wäre diese dubiose Gestalt (wenn er nicht schon auf dem Schild stehen würde) heutzutage Ihre erste Wahl für eine Ehrung durch Straßenbenennung!?