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„Lions Club Essen-Ludgerus“ spendet 35.000 Euro für die Jugend

13.06.2012 | 16:00 Uhr
„Lions Club Essen-Ludgerus“ spendet 35.000 Euro für die Jugend
(v.l.) Tyark Allers, Günther Koschany, Rainer Oermann (Präsident des Lions Club Essen Ludgerus).Foto: Pascal Hesse

Essen.   Der „Lions Club Essen-Ludgerus“ wird 25 und spendet 35.000 Euro für die Jugend. 350.000 Euro hat der Club seit seiner Gründung im Jahr 1986 aufgebracht und in heranwachsende Generationen investiert. Noch heute unterstützt der Club mit Spenden gemeinnützige Projekte.

Sie sind Jäger und Sammler zugleich, die Löwen von Ludgerus. Bei ihrem alljährlichen Benefizkonzert am 1. Advent lassen sie sich die Klingelbeutel in Werden immer gut füllen, laden im Sommer zu Golf-Turnieren ein, im Frühling und Herbst zu Jazz- und Folkkonzerten und bitten ihre Familien, Freunde und Bekannte nicht selten um kleine und große Gaben für gute Zwecke. Die aktuell 38 Mitglieder des „Lions Club Essen-Ludgerus“ sind wahre Meister auf dem Gebiet des Spendensammelns. Und sie sind genau so gut darin, das hart Ersammelte wieder auszugeben – für Kinder und Jugendliche in schwierigen Lebenslagen.

Bei seinem Engagement konzentrieren sich die Löwen daher vor allem auf junge Menschen in Gefahren- und Notsituationen. Und das nicht alleine im Essener Süden, sondern im ganzen Stadtgebiet. Am Samstag, 16. Juni, feiern sie das 25-jähriges Bestehen ihres Clubs.

Ähnliche Lebensart der Mitglieder wird sichergestellt

350.000 Eu­­­ro hat der Club seit seiner Gründung im Jahr 1986 aufgebracht und in heranwachsende Generationen investiert. Rainer Oermann, derzeit Präsident der Löwen, wurde damals von einem Freund gefragt, ob er nicht Interesse habe, den Lions-Club Essen-Ludgerus aus der Taufe zu heben. Zu Beginn seien an die 20 Essener zusammengekommen, Menschen, die sich zum Teil kannten und einen guten Leumund besaßen.

„Für mich war’s eine große Ehre, viel mehr eine Auszeichnung, überhaupt gefragt zu werden“, erinnert sich sein Lion-Kollege Koschany noch gut. Denn schließlich war und ist es ein Kreis, der sicherstellen will, dass diejenigen, die ihm angehören, eine ähnliche Lebensart haben und ähnlich denken. Wer etwa mit dem Motto „We serve“ („Wir dienen“) nichts anfangen könne, sei im Club nicht richtig aufgehoben.

Berufliche Vielfalt innerhalb des Clubs ist wichtig

Einfach Mitglied werden, geht bei den Lions nicht. Um Mitglied zu werden, ist eine Einladung notwendig und ein Fürsprecher aus dem Kreis der Löwen. „Ein Geheimclub sind wird deshalb aber noch lange nicht, selbst wenn es manche über uns denken“, sagt Koschany. Er ist Architekt und Initi­ator der Akti­on „Essen – Großstadt für Kinder“. Seit jeher wird sie vom Club gefördert, denn die kindliche, berufliche und kulturelle Entwicklung der jungen Generation liegt seinen Mitgliedern am Herzen. Unter ihnen finden sich neben Architekten unter anderem Professoren, Apotheker, Unternehmer, Juristen, Steuerberater, Manager und viele andere Berufsgruppen wieder.

„Bei Lions ist es üblich, dass einem Club nicht mehr als zwei Mitglieder mit dem gleichen Beruf angehören“, erzählt Tyark Allers, Vorsitzender des Fördervereins des Li­ons-Club. Ansonsten wäre es wohl schnell langweilig geworden, „denn wir unterhalten uns natürlich auch über Themen aus dem Beruf, gerne auch Fachthemen“, so Allers. Er habe etwa noch vor kurzem einen längeren Vortrag über Nanotechnik gehalten; damit kennt sich der Ingenieur schließlich bestens aus. „Für mich war das Neuland, aber sehr interessant. Man lernt immer noch dazu“, sagt Oermann, ein Apotheker.

Jubiläumsfeier am 16. Juni

Einmal pro Monat treffen sich die Lions im Sheraton Hotel, dessen ehemaliger Chef Peter Kuntze auch dem Club angehört. Bei einem Stammtisch tauschen sie sich ebenso aus. Trotz ähnlicher Ansichten – kontrovers diskutiert werde oft bei den Clubabenden. „Das gehört einfach dazu. Und das ist auch gut so“, meint Koschany. Er sei damals von Wolfgang Kösters angeworben worden, der bereits vor einigen Jahren verstorben ist. Kösters war ei­ner der Hauptinitiatoren des Clubs. „Er hatte als erster die Idee, ein Benefizkonzert im Dom zu organisieren. So etwas war damals noch unüblich“, erinnert sich der Präsident.

Noch heute unterstützt der Club mit Spenden aus ähnlichen „Activitys“, so nennen die Löwen ihre Akti­onen, gemeinnützige Projekte: Konzerte für Kinder, Videos zur Er­ziehung im Straßenverkehr, Lernhilfen für Kinder mit Migrationshintergrund , die Renovierung der Räume der Essener Tafel, Eltern-Kind-Zimmer im Elisabeth-Krankenhaus und vieles mehr. Ihr Jubiläum am 16. Juni feiern die Li­ons gemeinsam mit 45 Kindern vom „Verein für Kinder- und Jugendarbeit in sozialen Brennpunkten“ auf dem Bauernhof Kammesheidt. Und weil sie wieder fleißig gesammelt haben, werden sie zum Jubiläum besonders viel Geld an mehrere lokale Projekte verteilen: 35.000 Euro für gute Zwecke.

Ehrenamtliches Engagement

In Essen gibt’s insgesamt zehn „Lions Clubs“ sowie einen „Leo-Club“ mit jungen Mitgliedern im Alter zwischen 16 und 28 Jahren.

Die Essener Clubs zählen zur weltweit tätigen Organisation „Lions Clubs International“, „eine Vereinigung freier Menschen, die in freundschaftlicher Verbundenheit bereit sind, sich den gesellschaftlichen Problemen unserer Zeit zu stellen und uneigennützig an ihrer Lösung mitzuwirken“, heißt es in ihrer Selbstdarstellung.

„We serve“ („Wir dienen“) lautet das Motto der annähernd 1,4 Millionen Mitglieder weltweit. Lions helfen, ob in Kinder- und Jugendprojekten, bei der Unterstützung Sehbehinderter oder in Ländern der Dritten Welt. Sie engagieren sich ehrenamtlich für Menschen, die Hilfe brauchen. Dabei kümmern sie sich um die Mitmenschen in ihrer Nachbarschaft genauso wie um Notleidende in aller Welt.

In Essen jährlich 250.000 Eu­ro Spenden und Erlöse

Lions initiieren eigene Projekte oder fördern Projekte von Partnerorganisationen. Übergeordnetes Ziel ist dabei die Hilfe zur Selbsthilfe. Die Stiftung von „Lions Clubs International“ gewährt jährlich Zuschüsse in Millionenhöhe, um humanitäre Hilfe zu gewährleisten.

Neben sozialen Zielen fördern sie kulturelle Projekte und setzen sich für Völkerverständigung, Toleranz, Humanität und Bildung ein.

Die 400 Mitglieder der Essener Clubs bringen jährlich 250.000 Eu­ro durch eigene oder eingeworbene Spenden und Erlöse aus Benefiz-Veranstaltungen auf, die überwiegend in Aktionen und Projekte innerhalb des Essener Stadtgebiets und der näheren Umgebung fließen. Infos: www.lions-essen.de

2007 waren die Essener Clubs erstmals Gastgeber des jährlichen deutschlandweiten Treffens der Lions und Leos, der sogenannten Multi-Distrikt-Versammlung.

Die Lions-Clubs verpflichten ih­re Mitglieder zu ethischen Grundsätzen, die im Internet auf www.lions.de nachzulesen sind.

Pascal Hesse



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