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Neue Formate und neue Spielorte

15.06.2012 | 18:27 Uhr
Neue Formate und neue Spielorte
Vor der Villa Hügel

Das Folkwang Kammerorchester (FKO) will sich neue Publikumsschichten erschließen. Dafür schlägt das Ensemble an neuen Spielorten auf und gestaltet neue Veranstaltungsformate. Und dafür opfert das Orchester mit dem Hügel-Zyklus sogar einen Klassiker im Konzertkalender.

„Wir wollen auch jüngeres Publikum in die Villa Hügel holen“, formuliert Geschäftsführerin Weneta Scazzi das Saisonziel. Chefdirigent Achim Fiedler ergänzt: „Wir haben volles Haus sowohl bei unseren Kinder- und Familienkonzerten als auch bei den klassischen Zyklus-Konzerten. Aber die Generation dazwischen ist bei uns so gut wie gar nicht vertreten. Das wollen wir ändern.“

Zu diesem Zweck setzt das Ensemble ein Experiment fort, das bei der Premiere im Januar bestens funktioniert hat: die Kombination von Musik mit anderen Kunstformen. „Extraklang“ heißt der neue Zyklus, bei dem die Konzertbesucher zur Musik Tänzer, rezitierende Schauspieler und Videoprojektionen erleben können. Den Auftakt macht das Programm „Classic goes Latinoamerica“ am 14. und 15. Dezember, für das das FKO einen der bekanntesten Gitarrensolisten der Welt verpflichtet hat: Goran Krivokapic, mehrfacher Gewinner der „International Guitar Convention“.

„Die Leute haben Lust, sich auch andere Musik anzuhören“, hat Weneta Scazzi im Gespräch mit den FKO-Konzertbesuchern erfahren. Aber natürlich hat das Ensemble auch die Mozart-Reihe im Programm. Zwei der Konzerte sind mit der Violinistin Mirjam Contzen und dem Experten für historische Aufführungspraxis Reinhard Goebel hochkarätig besetzt. „Dass solche Künstler mit uns musizieren wollen, ist auch ein Beleg für die Qualität unseres Orchesters“, sagen Scazzi und Fiedler. Ein weiterer Beleg: Für ein Barock-Doppelkonzert im April kommt David Schultheiss, erster Konzertmeister der Bayrischen Staatsoper. Schultheiss wird im Wortsinn die erste Geige spielen und dabei das Orchester führen, wie im Barock üblich. Fiedler ist trotzdem dabei: Er moderiert das Konzert.

Auf der Such nach neuem Publikum entdeckt das Orchester auch neue Spielorte. Erstmals zündet es im Maschinenhaus auf Zeche Carl zu Silvester zweimal ein „Operettenfeuerwerk“ mit Werken von Rossini, Verdi und Strauß. Außerdem ist ein Gastspiel im Rathaus Kray geplant. Und natürlich wird das FKO die Saison mit dem Konzert „Perlen der Klassik“ im Musikpavillon des Grugaparks am 15. Juli eröffnen.

Kai Süselbeck

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