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Evag bleibt auf Kosten für drei Straßenbahn-Unfälle in Essen sitzen

14.12.2012 | 13:05 Uhr
Evag bleibt auf Kosten für drei Straßenbahn-Unfälle in Essen sitzen
Bei einer schweren Kollision zweier Straßenbahnen im Juni dieses Jahres auf der Hollestraße wurden über 30 Menschen verletzt, sechs davon schwer. In diesem Jahr hat die Evag in Essen mit einer „schwarzen Serie“ zu kämpfen.Foto: Jennifer Rüdinger

Essen.   Auch bei der dritten schweren Straßenbahn-Kollision in Essen in diesem Jahr schließt die Evag technisches Versagen als Ursache aus. Die Polizei geht mittlerweile von einem „Auffahrunfall“ aus. Das Nahverkehrsunternehmen beziffert den Schaden der drei Zusammenstöße dieses Jahres auf 500.000 bis 600.000 Euro. Auf den Kosten bleibt die Evag sitzen.

Gut eine Woche nach dem schon dritten schweren Unfall mit Straßenbahnen in diesem Jahr in Essen hat sich die Polizei erstmals näher zum Hintergrund des jüngsten Crashs geäußert. Die Ermittler gehen mittlerweile von einem „Auffahrunfall“ aus. Offenbar habe die Fahrerin der hinteren Straßenbahn den Zusammenstoß zweier Bahnen der Linien 101 und 109 an der Haltestelle „Cronenberg“ aus „Unachtsamkeit“ verursacht. Die Ermittlungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Vergeblich hatte die Polizei in den Tagen nach dem Unfall Zeugen gesucht, die etwas zum Unfallhergang sagen können. Dafür meldeten sich drei weitere Fahrgäste aus den beiden Bahnen, die sich sich bei dem Zusammenstoß Verletzungen zugezogen haben. Die Zahl der (leicht) Verletzen steigt damit auf fünf.

Technisches Versagen hatte die Evag nach ihren internen Untersuchungen im aktuellsten Fall ebenso ausgeschlossen wie bei den beiden vorangegangenen Straßenbahn-Unfällen im Juni an der Hollestraße in der Innenstadt mit 28 leicht und sechs Schwerverletzen und im September mit acht Leichtverletzten auf einem Abstell-Gleis nahe der Haltestelle Philippusstift in Borbeck. Diese beiden Vorfälle liegen mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft Essen.

Während die Unterlagen zur Kollision in Borbeck dort eben erst eingetroffen sind, sind die Ermittlungen im Fall Hollestraße so gut wie „abgeschlossen“, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger der beteiligten Fahrer erhielten nun Gelegenheit zur Akteneinsicht. Dass das Verfahren zum Vorfall aus dem Juni noch nicht weiter gediehen ist, ist für den Sprecher angesichts der Menge von Verletzten und zu vernehmenden Zeugen „nachvollziehbar“. Frühestens im Januar werde es in dem Verfahren weitere Bewegung geben.

Nicht nur ein Image-, sondern auch ein beträchtlicher finanzieller Schaden

Der Evag ist durch die drei Vorfälle nicht nur ein Image-, sondern auch ein beträchtlicher finanzieller Schaden entstanden. Sprecher Olaf Frei beziffert die Gesamt-Verluste durch die drei Kollisionen auf 500.000 bis 600.000 Euro. Auf diesen Kosten bleibt die Evag sitzen, denn anders als etwa bei Bussen greift in diesen Fällen keine Kasko-Versicherung. Die zu zahlenden Prämien wären zu hoch. Für die Evag sind die Unfälle buchhalterisch ein „nicht geplanter Mehraufwand“, so der Sprecher: „Wir müssen nun intern gucken, wo wir das Geld hernehmen. Man kann den Euro schließlich nur einmal ausgeben.“

Es dürfte ein schwacher Trost sein, dass sich immerhin die Lage im Fuhrpark wieder entspannt hat. 69 Straßenbahnen benötigt die Evag, um ihren Beitrieb reibungslos zu gestalten. 74 stehen aktuell zur Verfügung. „Da sind wir wieder im Plus“, sagt Olaf Frei, der hofft, dass die „schwarze Serie“ dieses Jahres im nächsten keine Fortsetzung findet.

Stefan Kober



Kommentare
06.02.2013
07:45
ein weiterer Grund gegen Strassenbahnen
von Loelituete | #8

ich kann ehrlich nicht verstehen, warum Essen alseine der wenigen Städte so massiv an ihren Bahnen festhält und die Strecken noch ausbauen will. Zu dem angesprochenen Problem kommen die hohen Stromkosten und die noch höheren Instandhaltungen der Gleise. Busse mit alternativen Antrieben sind die Zukunft, aber dies wird nicht erkannt. Ein Schelm der einen Zusammenhang zum RWE Konzern sucht.

14.12.2012
21:53
Evag bleibt auf Kosten für drei Straßenbahn-Unfälle in Essen sitzen
von EinOerer | #7

Natürlich bleibt die Evag erstmal auf den Kosten sitzen.

Aber mit Sicherheit ist ein Betrag für solche Fälle im Haushalt der Evag grundsätzlich eingestellt.

Anstelle von Versicherungsprämien sozusagen.

Alles andere wäre grob fahrlässig und wohl auch nicht zulässig.

Von daher bezahlt am Ende DOCH wieder der Kunde diese Schäden!

14.12.2012
19:15
Evag bleibt auf Kosten für drei Straßenbahn-Unfälle in Essen sitzen
von Tiger18 | #6

Vielleicht wird irrational, und schizophren, noch viele Jahre nach dem 11.September durch einen fahrlässig, oder provozierten Akt daraufhingewiesen, das wir genauso leidensfähig sind wie die Amerikaner. Und das so Opfer bereit gestellt werden. Um den Symbolischen Akt zu bewirken, das es bei den Anschlägen absolut nicht zu kritisieren geben dürfte ! Also das wir , durch allen Dreck müssen ! Das wäre ein Amerikafreundliches Bild, wohl aber tief innen schizophren.

2 Antworten
Evag bleibt auf Kosten für drei Straßenbahn-Unfälle in Essen sitzen
von 1980yann | #6-1

Sarkasmus?
Paranoia?
Copy-and-Paste-Fehler?
Falschen Artikel erwischt?

Ich will auch....
von creck | #6-2

Magic Mushrooms!

14.12.2012
16:25
Evag bleibt auf Kosten für drei Straßenbahn-Unfälle in Essen sitzen
von 1980yann | #5

Ab einer bestimmten Flottengröße ist es vollkommen normal, keine Versicherung zu haben, denn da ist es üblicherweise so, dass die Summe der Schäden geringer ist, als die Summe der zu zahlenden Prämien.
Die Behauptung, der Kunde müsse zahlen, ist schwer zu halten - schließlich hat die EVAG keine eigene, unabhängige Preispolitik. Das geht wohl eher in das von der Stadt zu übernehmende Defizit. Ob die Stadt aufgrund solcher Einmaleffekte mit strengeren Vorgaben zur künftigen Defizitreduzierung (und Angebotseinschränkungen) reagiert, ist eine politische Entscheidung.

@1
Auf welche Informationen über die tatsächlichen Lenkzeiten der Unfallfahrer stützen Sie diese Schlussfolgerungen? Was hat sich gegenüber dem vergleichsweise unfallarmen Jahr 2011 geändert?

14.12.2012
16:13
Evag bleibt auf Kosten für drei Straßenbahn-Unfälle in Essen sitzen
von nussknacker | #4

Das ist schwachsinnig, genauso als wenn die Allianz Versicherungs AG sagen würde, sie würde auf den Kostenb sitzen bleiben.

Es zahlt alles der Kunde.
Die EVAG wie auch alle Großstädte sind Eigenversicherer, die brauchen keine Versicherungsgesellschaft, sondern zahlen aufgrund ihres Eigenkapitals alle Schäden selbst. Am Ende ist dieses erheblich billiger.

14.12.2012
15:56
"Auf den Kosten bleibt die Evag sitzen."
von kumpelanton | #3

Falsch, die Kunden der EVAG, denn die nächste Preisrunde kommt bestimmt.

1 Antwort
Evag bleibt auf Kosten für drei Straßenbahn-Unfälle in Essen sitzen
von SarahOB | #3-1

Die Preiserhöhung kommt aber auch in anderen Städten, als Unsinn Ihr Kommentar

14.12.2012
14:10
Entweder man versichert sich oder zahlt den Schaden aus eigener Tasche ...
von tipp_top | #2

was ist daran so ungewöhnlich, dass man einen Zeitungsartikel daraus machen muss ?
Der Unterschied zu einem Privatmann liegt nur darin, dass dieser seinen Schaden wirklich selbst tragen muss und nicht auf die ´Kundschaft´ umlegen kann.

2 Antworten
Evag bleibt auf Kosten für drei Straßenbahn-Unfälle in Essen sitzen
von Duisburger9999 | #2-1

Da das Unternehmen EVAG wie wohl die meisten kommunalen Nahverkehrsunternehmen der Kommune und damit ihren Bürgern gehören, haben diese einen Anspruch über solche Vorgänge umfassend informiert zu werden.

Evag bleibt auf Kosten für drei Straßenbahn-Unfälle in Essen sitzen
von SarahOB | #2-2

Welche Artikel möchten Sie denn gerne lesen hier?

14.12.2012
13:43
Evag bleibt auf Kosten für drei Straßenbahn-Unfälle in Essen sitzen
von Kett-Wiger | #1

Das kommt von zu engen Schichtplänen und zu dünner Personaldecke. Sparen um jeden Preis rächt sich irgendwann.

1 Antwort
Schichtpläne, Personaldecke
von gudelia | #1-1

Was für ein Quatsch. Da kann ich genauso sagen: "Die sind so unausgelastet, daß sie nicht mehr mit dem nötigen Ernst bei der Sache sind."

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