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Jahresrückblick

A40-Sperrung, Schlecker-Pleite - Das war das Jahr 2012 in Essen

27.12.2012 | 06:00 Uhr
Das Essener Wahrzeichen die Zeche Zollverein erstrahlt im Feuerwerk.Foto: Lennart Preiss

Essen.   Die wichtigsten und herausragendsten Ereignisse des Jahres 2012 in Essen - die gibt es hier auf einen Blick. Soviel steht fest: Das Jahr 2012 war ein turbulentes und vor allem buntes Jahr für die Essener.

Das Jahr 2012 startete mit gleich zwei Wetter-Tiefs. Die Schlecker-Pleite und die schwarze Serie der Evag waren weitere Tiefpunkte in 2012. Doch mit der Extraschicht , der problemlosen Vollsperrung der A40 und dem Super-Sommer gab es auch viel Positives zu berichten.

Ulli und Andrea
Das neue Jahr begann stürmisch. Das Orkantief „Ulli“ zerrte ordentlich an den wenigen Spaziergängern, die sich vor die Tür getraut hatten. Das Deutsche Wetteramt warnte vor schweren Böen bis zur Windstärke Zehn. Der Ruhrverband stellte an der Ruhr „moderates Hochwasser“ fest, 1,70 Meter höher als üblich. Wenige Tage später folgte Tief „Andrea“ . Die Schäden fielen aber geringer aus als zunächst befürchtet. Die Polizei rückte wegen des Wetters bis in die frühen Morgenstunden 153 Mal aus. Das Orkantief erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern.

Video
Wegen des Sturmtiefs "Andrea" ist die Essener Feuerwehr zu zahlreichen Einsätzen unterwegs gewesen.

Schlecker-Pleite
Anfang des Jahres gab es noch 29 Schlecker-Drogeriemärkte in Essen. Dann kam die Pleite. Plötzlich standen die Mitarbeiter auf der Straße. 98 Schlecker-Frauen hatten sich in Essen arbeitslos gemeldet. Nur ein Drittel der ehemaligen Verkäuferinnen fand bis Mitte August einen neuen Job. Die Rabattaktionen in den Filialen lockten vor den endgültigen Schließungen viele Käufer an.

Das war 2012 in Essen

Vollsperrung der A40
Die mit rund drei Monaten längste A40-Vollsperrung der Geschichte von Juli bis Oktober 2012 ist mittlerweile selbst Geschichte. 20 Millionen Euro wurden unter anderem in die Sicherheit des Tunnels investiert. Brücken wurden saniert. Im Vorfeld befürchtete Großstaus blieben aus. Die von allen Seiten gelobte Art und Weise der Umsetzung dieses Großprojekts dürfte Modell-Charakter für weitere Baustellen ähnlicher Größenordnung haben.

Evag
Das Essener Nahverkehrsunternehmen Evag hatte 2012 „eine schwarze Serie“. Fast harmlos mutet ein Vorfall aus dem August an, als sich ein Fahrer der Linie 105 mit seiner Tram verfahren hatte. Ebenfalls in einer Bahn der Linie 105 war im Dach der Tram ein Feuer ausgebrochen. Verletzt wurde dabei niemand. Weniger glimpflich ging ein Unfall im Juni aus: Da waren auf der Hollestraße gleich drei Straßenbahnen zusammengestoßen.

34 Menschen wurden damals verletzt, sechs von ihnen schwer. Im September wurden bei einem Unfall mit zwei Straßenbahnen der Linie 101 in Essen acht Menschen leicht verletzt, darunter auch Fahrer und Fahrerin der beiden betroffenen Trams. Bei einem weiteren Zusammenprall im Dezember erlitten zwei Fahrgäste leichte Verletzungen. Beide Bahnen waren nicht mehr fahrbereit und mussten aufwändig geborgen werden.

Extraschicht - Nacht der Industriekultur
Kleinkunst-Bühnen und Lichtinstallationen beeindruckten rund 38.000 Besucher bei der langen Nacht der Industriekultur auf Zollverein. Die Zeche Carl punktete mit entspannter Atmosphäre und Kuriositäten im Programm. Bimmelbahnen, mit denen Besucher den Park erkunden konnten, standen bereit. Zudem pendelte ein historischer Schienenbus zwischen Zeche und Kokerei. Ein breites Show-Programm rundete den Extraschicht-Abend auf Zollverein ab.

Video
Lichter, Leute, Röhnradballet: Die Extraschicht auf der Essener Zeche Zollverein machte den Besuchern Spaß.

Stadion Essen
An der Hafenstraße wurden im August die ersten drei Tribünen des neuen Stadions feierlich eröffnet. Die Fußball-Zukunft der heimischen Vereine wie Rot-Weiss Essen soll golden werden. Die Fans sind von der neuen Spielstätte schon jetzt begeistert. Rund 12.000 Fußballfans besuchten die Eröffnungsfeier am 12. August. Zuletzt gab es jedoch Ärger. Die Kicker von Rot-Weiß Essen nervt Folgendes: Obwohl die Rasenheizung funktionstüchtig wäre, wird sie im Winter nicht genutzt.

Essen - die Einkaufsstadt
In der Mitte klafft ein dunkles Loch: Am Neon-Schriftzug „Essen - die Einkaufsstadt“ auf dem Dach des Handelshofs, der Innenstadt-Besucher in Essen am Hauptbahnhof empfängt, leuchtet im Herbst nur noch „DIE E...SSTADT“.

Anna Blaswich



Kommentare
27.12.2012
12:45
Das war das Jahr 2012 in Essen
von snoogie | #2

Liebe Lokalredaktion,

vielen Dank für dieses Lehrstück kritischer Berichterstattung!
Das Jahr 2012 hatte für Essen & die Essener wahrlich nichts wichtigeres als ein dunkles Loch: Am Neon-Schriftzug „Essen - die Einkaufsstadt“, die jährliche Extraschicht oder das eine harnlose Wetterlage über die Stadt zieht!

Der Aufstieg des FC Kray, Essen.2030, die Probleme mit dem Bäderausbau, Thyssen-Krupp, Themen wie die stark diskutierte A52 (um nur ein paar Themen zu nennen...) dürfen (und sollen) bitte bei einem solchen Jahresrückblick außen vor bleiben, der Bürger könnte ja sonst vielleicht auch auf die Idee kommen, dass in unserer schönen Stadt nicht alles so reibungslos läuft, wie sie gerne darstellen und zu manchen Themen sogar eine kritische Haltung entwickeln, vielen Dank dafür!

27.12.2012
11:52
Aus für´s Baedekerhaus in 2012
von ramirez | #1

Besonders beschämend im Jahr 2012 war die Auslöschung einer Handelstradition im Baedekerhaus, die an diesem Standort seit 1775 bestand.

Da haben THALIA, Nationalbank und P&C im Schulterschluss ganze Arbeit geleistet, indem sie Kunden, Mitarbeiter und die Öffentlichkeit gleichermaßen für dumm verkauft haben. Es wird sich im Jahr 2013 zeigen, dass das vermeintliche Interesse von P&C am Baedekerhaus vorrangig einem anderen Ziel diente und letztlich zu einer Verödung des Standortes führt. Aber im Gegensatz zu der geschassten THALIA-Mitarbeiterschaft lässt sich das Baedekerhaus nicht einfach aus der öffentlichen Wahrnehmung herauslöschen.

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