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Kreative Ideen als Antwort auf fehlende Fördermittel

20.05.2012 | 17:14 Uhr
Kreative Ideen als Antwort auf fehlende Fördermittel
Bevor die Diskussion über den Wert der Kreativität begann, konnte die Ausstellung Höhlenkunst in der Kluterthöhle besichtigt werden.

Ennepetal. Wird Kreativität und künstlerische Gestaltungsvielfalt im südlichen EN-Kreis angemessen honoriert? Dieser Fragestellung ging ein Diskussionsforum im Mehrgenerationenhaus Ennepetal nach. Im Rahmen der Kunstausstellung „Höhlenkunst - STARKE ORTE 2012“ hatte der Verein Kunstraum EN nach einer Führung durch die Kluterthöhle eingeladen.

Die Moderation des Forums übernahm der Theater- und Musikkritiker Stefan Keim von WDR5. Keim verwies zunächst darauf, dass fast überall im kulturellen Bereich gespart werde, welches den Wert künstlerischen Schaffens immer mehr in Frage stellen könne.

Häufig müssten Künstler eigenes Geld für Ausstellungen investieren, sagte Bernd Figgemeier vom Bundesverbandes Bildender Künstler (BBK) in Westfalen. Nur drei bis fünf Prozent der klassisch ausgebildeten Künstler seien in der Lage von ihren Werken zu Leben.

Der Ennepe-Ruhr-Kreis steht im im Vergleich zu vielen anderen Kommunen gut da. Hier sei erfolgreiche Arbeit geleistet worden sei, Sponsoren mit einzubeziehen. Andreas Roters (Kreisverwaltung)nannte als Beispiel die Werkschau im Filmrisskino Gevelsberg, wo junge Filmer eine Plattform für Kreativität hätten und welches sehr gut angekommen sei.

Auch der Gevelsberger Altbürgermeister Klaus Solmecke verwies auf kreative Ideen als Grundlage, um die Situation zu verbessern. „Es ist möglich mit Kreativität große Dinge voranzutreiben, selbst wenn die finanziellen Mittel gering sind“, so Solmecke.

„Wir versuchen Partner zu finden und uns gemeinsam an den Kosten zu beteiligen, wozu auch die Gagen der Künstler gehören“, erläuterte der Fachbereichsleiter der Stadt Ennepetal, Peter Müller, das Vorhaben der Kommune.

Der Kabarettist Thilo Seibel betonte die Schwierigkeit der Mischkalkulationen, mit denen sich ein Großteil der Künstler zu arrangieren habe. „Immer mehr Künstler treten für immer weniger Geld auf, weswegen sich nicht nur die Frage nach der Wertschätzung der Künstler stellt, sondern auch die nach den kreativen Möglichkeiten, um den Grundbestand zu sichern,“ so Seibel. Dem entgegnete Klaus Solmecke, dass Unternehmen in der Stadt Gevelsberg herausragende Kunstwerke das ein oder andere Mal angekauft hätten und diese somit in der Stadt blieben und der Wert der Kreativität für die Kommune nicht verloren ginge.

Das Problem, so BKK-Vorsitzender Bernd Figgemeier, sei nicht das mangelnde Interesse junger Leute, sondern die teilweise großen Unterschiede bei den Eintrittspreisen von Kunstausstellungen, welches viele Interessierte abschrecke. Die hohen Eintrittspreise mancher Veranstaltungen kommen nicht den Künstlern zugute“, betonte Figgemeier.

„Die Sensibilität für Kulturzentren muss verbessert werden, dann verbessert sich auch die Einnahmesituation“, so Andreas Roters. Orte der Identifikation seien sehr wichtig. „Wir müssen dazu anregen, Orte zu schaffen, an denen es attraktiv ist, sich zu engagieren.“ Einen Ort der Identifikation sei die Kluterthöhle.

Marc Vandieken

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