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Kioskräuber zu hoher Haftstrafe verurteilt

21.04.2008 | 20:59 Uhr

Hagen/Ennepetal. (ul) Urteil im Prozess um den Kiosküberfall an der Voerder Straße: Für drei Jahre und neun Monate muss ein 40-jähriger Ennepetaler ins Gefängnis. ...

... Das Hagener Landgericht ordnete gestern zudem seine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt an.

Der Räuber war ausgerechnet der Stammkunde. Am 21. Oktober letzten Jahres war er in dem Getränkebüdchen in der Milsper City aufgetaucht, hatte ein Messer gezückt und 700 Euro aus der Kasse an sich gerissen. Die beiden geschockten Verkäuferinnen konnten ihn sofort identifizieren. Doch vor dem Hagener Landgericht bestritt der Angeklagte hartnäckig, zur Tatzeit im Kiosk gewesen zu sein.

Stattdessen will er sich in einer Pizzeria aufgehalten haben. Warum er sich daran noch so gut erinnern konnte? Weil ihm der Pizzabäcker eine viel zu große Pizza gebacken habe. Doch während des Prozesses zerplatzte das Pizza-Alibi. Die Richter fanden nämlich heraus, dass der Tattag ein Sonntag war. Und sonntags hat diese Pizzeria nachmittags geschlossen.

Die Überraschung kam dann schließlich mit der Post. Richter Dr. Frank Schreiber erhielt einen Brief des Angeklagten, der einem Geständnis gleich kam. Darin erklärte der 40-Jährige, dass eigentlich seine Freundin schuld an allem sei. Sie hatte sich von ihm getrennt, und dadurch war er abgestürzt. Methadon hätte er auch nicht mehr gehabt, und deshalb wollte er sich Drogen kaufen. Das Geld dafür wollte er sich mit dem Kiosk-Überfall beschaffen.

Warum er die Tat zunächst so beharrlich abgestritten hatte? Aus Angst, wieder für längere Zeit hinter Gittern zu landen. Aber jetzt wolle er Hilfe und müsse in eine Therapie, gab er an. Die Hagener Richter konnten ihm mit dem Urteilsspruch gestern diesen Wunsch erfüllen.



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