Das aktuelle Wetter Emmerich 8°C
Betuwe

Lieber zu viel als zu wenig vortragen

08.02.2012 | 17:29 Uhr
Lieber zu viel als zu wenig vortragen
Foto Dirk Schuster WAZ FotoPool

Emmerich.   Die NRZ bietet eine Nachlese zur Bürgerinformation der Stadt zum Planfeststellungsverfahren Betuwe-Route in Emmerich.

„Sie können eher zu viel als zu wenig vortragen“, riet Dr. Michael Oerder den Bürgern im Planfeststellungsverfahren (PFV) zum Streckenausbau. Der Jurist gab annähernd 200 Bürgern im PAN Tipps an die Hand, um ihre Rechte im Anhörungs- und Klageverfahren überzeugend geltend zu machen. Er ging dabei vor allem auf Ansatzpunkte bei der Lärm- und Erschütterungsproblematik ein (die NRZ berichtete).

Präsentationen auf der Homepage der Stadt

Die komplette Präsentation von Oerder kann auch auf der Internetseite der Stadt, www.emmerich.de, nachgelesen werden. Oerder hatte gleich zu Beginn klargestellt, dass er keine Mandate annehmen könne, da er der Rechtsbeistand der Stadt Emmerich sei. Grund: „Einzelinteressen müssen sich nicht mit den Interessen der Stadt decken.“

Der Erste Beigeordnete Dr. Stefan Wachs konnte immer noch keinen Termin der Bezirksregierung für die Offenlage des Abschnittes 3.3. Praest/Vrasselt bekannt geben, rechnet aber damit, dass die Offenlage vor und nach Ostern stattfindet. Dann können die Unterlagen – mehrere dicke Aktenordner – im Europasaal eingesehen werden. Für Berufstätige werden die Dienstzeiten donnerstags bis 20 Uhr verlängert. Bürger können ihr Einwände von städtischen Mitarbeitern protokollieren lassen.

Besser sei aber, so Wachs, alles erst einmal „sacken“ zu lassen und dann zu Papier zu bringen. Auf jeden Fall wolle die Verwaltung die Bürger bei Fragen und Einwänden unterstützen. Während der Offenlage werde die Stadt auf ihrer Homepage eine eigene Seite ins Netz stellen mit Fristen, den kompletten PFV-Unterlagen sowie Formularen für Stellungnahmen, kündigte Wachs an. Auch die DB-Präsentation für den Planungsabschnitt Praest/Vrasselt am Montag, 13. Februar (19 Uhr, PAN), gehe online.

In der Fragerunde meldeten sich einige Bürger zu Wort, zumeist Betroffene aus den „Südstaaten“, die von der Verwaltung in einem Umkreis von bis zu ca. 50 Metern zur Bahnstrecke noch einmal extra eingeladen worden waren.

Claudia Teloh etwa wollte wissen, ob die Stadt das PFV ablehnt oder meterhohe undurchsichtige Schallschutzwände akzeptieren wolle. „Oder finden Sie solche Wände schön?“, fragte sie direkt Dr. Wachs, der mit einem klaren „Nein“ antwortete: „Das finden wir gar nicht schön und werden das auch nicht akzeptieren. Die Stadt hat keinen Vorteil davon, nur Nachteile.“ Das werde die Stadt in ihrer Stellungnahme auch zum Ausdruck bringen, ebenfalls Bedenken beim Brand- und Katastrophenschutz. Nur wenig bringen werde dagegen die Aussage, man sei ganz generell gegen den Streckenausbau. „Die Zeiten sind vorbei“, warf Norbert Gies ein, der Sprecher der Bürgerinitiative „Betuwe – so nicht“, der ebenfalls im Publikum saß, weit vorne.

Norbert Kohnen



Kommentare
08.02.2012
19:26
Lieber zu viel als zu wenig vortragen...
von KommentarvonFritz | #1

Guter bürgerfreundlicher Ansatz. Emmerichs Rathaus hat offenbar aus den Fehlern anderer schnell gelernt und praktiziert Bürgernähe.

Aus dem Ressort
Haldern inspiriert die Künstlerin
Kunst
Agnes Helmreich Boonman stellt zum ersten Mal beim Reeser Kunstsonntag aus.In der Galerie Eyting sind ihre Ölgemälde am 2. November zu sehen
Betuwe in Elten: Weniger Schall, aber viel Rauch
Bahntrasse
Am Mittwochabend stieg eine Bürgerversammlung im Kolpinghaus Elten, zu der die Deutsche Bahn eingeladen hatte, um ihre Planungsvariante für den Betuwe-Abschnitt in und rund um Elten vorzustellen. Am Nachmittag schon hatten Bahn und Straßenbau NRW gegenüber der Presse ihren Planungsstand erörtert.
Sextäter überfällt junge Frau aus Isselburg
Polizeimeldung
In der Nacht zum Dienstag war eine junge Frau aus Isselburg gegen 1.15 Uhr mit ihrem Fahrrad auf der Werther Straße unterwegs. In Höhe des Bocholter Ortsteils Liedern wurde sie durch einen Sexualtäter angehalten, festgehalten und sexuell genötigt.
Glaubensfestigung für Erwachsene in Rees
Religion
Die Gruppe „Wege erwachsenen Glaubens“ der Gemeinde St. Irmgardis wirbt mit einem Schnuppernachmittag am 8. November im Reeser Kolpinghaus um weitere Teilnehmer
Futtersilos hoch voll, Preise im Keller
Landwirtschaft
Die Bauern im Kreis ziehen eine Erntebilanz mit gemischten Gefühlen: Zuckerrüben, Mais und Gras mehr als zufriedenstellend. Weizen und Roggen durch Regen erst mit Verzögerung geerntet
Frage der Woche

Quo vadis Embrica? Die CDU-Fraktion beantragt einen Masterplan für die Innenstadt. Ein Gutachter soll damit beauftragt werden, die City mal richtig auf den Kopf zu stellen und alles auszuloten, was möglich ist. Welche Potenziale hat Emmerich? Das Ergebnis soll als Basis für politische Entscheidungen über Jahre dienen. Zugleich mehren sich aber auch die Stimmen, die sagen: Emmerich braucht keinen Masterplan.

Die Frage: Ist ein Masterplan für die City sinnvoll?

So haben unsere Leser abgestimmt

Ja, die Innenstadtplanung muss mal aus einem Guss kommen.
22%
Ja, die Gesellschaft ist im Wandel, die Stadtplanung muss sich anpassen.
14%
Ja, die Verwaltung wäre mit dieser Aufgabe überfordert.
3%
Masterplan hier, Arbeitskreis da. Es wird zu viel diskutiert und zu wenig gehandelt.
25%
Nein, die Ergebnisse werden eh nicht konsequent umgesetzt.
9%
Nein, die Gutachter kosten nur viel Geld. Die Erkenntnisse sollen sich Politik und Verwaltung selbst erarbeiten.
27%
343 abgegebene Stimmen
 
Fotos und Videos
Oktoberfest Isselburg
Bildgalerie
Volksfest
Erst Haxen, dann Enzian
Bildgalerie
Oktoberfest
Freibier-Verlust
Bildgalerie
Reeser Kirmes
Bunter Rasen
Bildgalerie
Sommerfest