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Qualifizieren und gut bezahlen

16.05.2012 | 10:00 Uhr
Qualifizieren und gut bezahlen
Foto: Michael Gottschalk/ddp

Das Thema Pflege brennt auf den Nägeln. Junge Leute für Ausbildung gewinnen.

Das Thema Altenpflege gerät seit Jahren in den Fokus etlicher Diskussionen. In Familien stellt sich mitunter quasi von einem Tag auf den anderen die Frage, wie künftig der gebrechliche Angehörige versorgt. werden soll Auf politischer Ebene versuchen Experten von Sozialverbänden sowie Landes- und Bundesparlamentarier gerechte Lösungen der Finanzierbarkeit zu finden und ein ausreichendes Angebot von Einrichtungen zu installieren. Informationen jeglicher Art sind nach wie vor von Nöten. Deshalb befasste sich der VdK Kreisverband am Niederrhein gestern in einer Infoveranstaltung in der Erlöserkirche Rheinhausen mit dem Thema Pflege und hatte als Referentin Bärbel Bas eingeladen. Sie arbeitet für die SPD im Gesundheitsausschuss des Bundestages.

Viele Fragen gestellt

Knapp 20 Minuten sollte ihr Vortrag dauern, er weitete sich aber auf eine Stunde aus. Denn bei den jeweiligen Themen hatten die Gäste, Fachleute, VdK-Mitglieder, Betroffene sowie pflegende Angehörige immer wieder gezielte Fragen.

Ein paar Zahlen vorweg: Allein in Duisburg erhalten 15 000 Menschen Pflegeleistungen (der Stufen 1 bis 3). Bis 14 000 sind dementiell erkrankt. Und diese Zahlen, so die Erkenntnis von Experten entwickelt sich in Zukunft weiter nach oben. Auf die Neuordnung der Pflegeversicherung, zu der es am Montag eine Anhörung in Bundestag gibt, ging Bas umfassend ein. Ziel: die Qualifizierung der Pflegeberufe, damit dafür junge Leute gewonnen werden können. Wie die SPD-Politikerin erläuterte, soll die Ausbildung von Kranken- und Altenpflegern zusammengefasst und umlagefinanziert werden. Außer in NRW, wo die Umlagefinanzierung schon praktiziert wird, stellt sich momentan die Situation so da, dass die gesetzlichen Krankenkassen über die Kliniken die Ausbildung von Krankenpflegern finanzieren. Die Ausbildung von Altenpflegern ist zum großen Teil Privatsache: angeboten von Privatschulen, bezahlt von den Schülern. Der Beruf des Altenpflegers soll aber aufgewertet werden. Eine bessere Bezahlung und auch Weiterbildungsmöglichkeiten etwa im Bereich Pflegemanagement werden angestrengt. Möglich ist dieses nur durch eine Zusammenlegung der Ausbildung. So sollen die jungen Leute zunächst zwei Jahre allgemein ausgebildet werden, bevor sie sich für die Richtung Kranken- oder Altenpfleger entscheiden, hinterher aber die Option haben, in beiden Berufsfeldern zu arbeiten.

Mehr Beratung gewünscht

Noch immer nicht zufriedenstellend gelöst ist das Angebot der Beratung. Gerade in der gestrigen Veranstaltung wurde immer wieder der Wunsch nach einem größeren Angebot geäußert. Bärbel Bas ärgert vor allem, dass kommunale Beratungsstellen oft seit Monaten nicht mehr besetzt sind. Die Bundestagsabgeordnete wünscht sich eine „unabhängige Beratung“, also nicht von einzelnen Trägern angeboten. Vielmehr sollten sie sich wie vom Gesetzgeber vorgeschrieben zu „Pflegestützpunkten“ zusammen schließen. Und Grundinformationen sollte die Pflegeversicherung schon zu Anfang bieten - etwa bei der Frage: „Wie vermeide ich Pflegebedürftigkeit?“

Petra Schmidt



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