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Pfarrer Rainer Tolksdorf

Der Abschied fiel schwer

03.06.2011 | 16:28 Uhr
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Der Abschied fiel schwer
Traditionelle Christi Himmelfahrt Prozession der Gemeinde St. Peter und Paul. Albertus Magnus Str. 7 Duisburg-Huckinge. 02.06.2011 Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool

Huckingen. Der Feiertag Christi Himmelfahrt wird in der Gemeinde St. Peter und Paul in Huckingen traditionell mit einer Prozession zur nahe gelegenen Suitbertus Kirche in Wanheim begangen.

Die Prozession ist das alljährliche Einlösen eines alten Gelübdes. Vor mehreren hundert Jahren wurden die Bewohner Huckingens von einer gefährlichen Pestepidemie verschont und gelobten daraufhin diesem Glück regelmäßig mit einer Prozession an Christi Himmelfahrt zu gedenken.

Die Prozession führt vom Huckinger Dom, wie die Kirche St. Peter und Paul von einigen Huckingern liebevoll genannt wird, zur ca. 1000 Meter entfernten Kirche St. Suitbert.

Traditionell wird ein Vortragekreuz vorweg getragen, darauf folgen die Fahnenträger und die Frauengemeinschaft. An vierter Stelle wird das Wichtigste getragen: das Allerheiligste, eine Monstranz, mit gewandelter Hostie.

Direkt dahinter laufen die St.-Sebastianus-Schützen aus Huckingen in der Prozession mit und die restlichen Gemeindemitglieder bilden den Schluss der Prozession. Auch die Pfadfinder und die diesjährigen Kommunionkinder nehmen in ihren Kommunionkleidern an der Gedenkprozession teil.

„Die Prozession ist keine Demonstration oder in Besitznahme, denn Gott gehört die Welt“, erklärt Pastor Rainer Tolksdorf in der heiligen Messe vor der Prozession. Viel mehr sei das Veranstalten einer Prozession die Erinnerung daran, dass Gott den Menschen in Krankheit und Not zur Seite stehe.

Pastor Rainer Tolksdorf weiß wovon er spricht. Vor einem halben Jahr erlitt der 56-jährige Geistliche einen schlimmen Schicksalsschlag. Eine schwere Krankheit raubte ihm die Hälfte seiner Atemluft.

„Die Luftnot zwingt mich meine Arbeit hier in Peter und Paul aufzugeben“, berichtet Tolksdorf schweren Herzens.

Nachdem er 2008 das Amt von Pastor Hans-Thomas Patek übernommen hatte, muss er sich nun nach gut zweieinhalb Jahren Amtszeit umorientieren. In naher Zukunft wird Rainer Tolksdorf eine Stelle als Seelsorger im Marienhaus, einer katholischen Altenpflegeeinrichtung, in Essen antreten. Richtige Vorfreude auf den Neuanfang kommt zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht auf: „Wenn der Schmerz zu gehen ein bisschen nachlässt, dann werde ich mich sicherlich auf die neue Tätigkeit freuen.“

Neue Stelle in Essen

Der Abschied von seiner Gemeinde fällt ihm sichtlich schwer. Daher wollte Pastor Tolksdorf ausdrücklich keine große Verabschiedung während der heiligen Messe. Aus Krankheitsgründen konnte Tolksdorf nicht mit der Gemeinde an der Prozession teilnehmen. Jedoch ließ er sich nicht nehmen seine Gemeindemitglieder nach der Prozession sakramental zu segnen. Trotz des Abschieds wird die Freundschaft und der Kontakt zu seinen Gemeindemitgliedern bleiben. Auch Geschenke wollte Tolksdorf zum Abschied nicht annehmen. Doch ein Geschenk konnte ihm gemacht werden: die während der Messe gesammelte Kollekte wurde für die Arbeit von Pater Josip Bozic nach Bosnien gespendet.

Gottes Segen
für die Zukunft

„Obwohl er nicht so lange bei uns war, haben wir ihn doch in unser Herz geschlossen und sind mehr als traurig, dass uns Pastor Tolksdorf verlässt. Wir wünschen ihm für die Zukunft alles erdenklich Gute und Gottes Segen“, verabschiedet sich ein Ehepaar aus der Gemeinde vom Pastor.

Mirjam Verhey

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